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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Ein „Dom“ von herausragender Bedeutung

02.04.2019

Langwarden Der „Dom von Butjadingen“, wie die St.-Laurentius-Kirche in Langwarden von manchen genannt wird, erstrahlt nicht nur im neuen Glanz. Die bei den fast zweijährigen Restaurierungsarbeiten in dem Tuffsteinbau aus der Zeit um 1150 gemachten Entdeckungen haben auch die Bedeutung des Gotteshauses als eines der herausragenden Kirchenbauwerke im Oldenburger Raum gestärkt. Das wurde beim Festgottesdienst anlässlich der Wiedereinweihung der Kirche deutlich.

Annette-Christine Lenk hielt die Predigt. An ihrem letzten Amtstag als Oberkirchenrätin dankte die Seelsorgerin allen, die an der mutigen Sanierung von „Gottes Wohnstube“ beteiligt waren, allen voran Annemarie Cornelius. Für ihren enormen Einsatz wurde die Vorsitzende des Langwarder Gemeindekirchenrates im Gottesdienst mit viel Applaus belohnt.

„Genug ist nicht genug“

Ihre Predig stellte Annette-Christine Lenk unter das Motto „Genug ist nicht genug“, angelehnt an ein Lied von Constantin Wecker. Auf die Gottesdienstbesucher in der vollen Kirche blickend, stellte die Oberkirchenrätin fest, dass es nicht genug sei, nur zum Festgottesdienst zu kommen. Sie wünschte sich jeden Sonntag eine volles Gotteshaus. Und „Genug ist nicht genug“ gelte auch hinsichtlich der Restaurierung, denn an zwei Stellen im Gebäude bröckele es schon wieder.

Im Anschluss an den Gottesdienst erläuterte Achim Knöfel, beim Oberkirchenrat für Kirchenbau, Kunst- und Denkmalpflege zuständig, das Restaurierungsprojekt. Bei der Sanierung der Wände wurde ein direkt unter der Decke befindlicher umlaufender Blattfries freigelegt und wieder sichtbar gemacht. „Das kannte vorher keiner und ist in dieser Art einmalig“, sagte Achim Knöfel. Der Fries, der sich unter zwei Farbschichten befand, zeigt ein wiederkehrendes Motiv aus Akanthusblättern.

Bei der Restaurierung des Orgelgehäuses sei Wert auf die Wiederherstellung der ursprünglichen barocken Fassung gelegt worden. Dazu gehörten aufwendige Vergoldungsarbeiten. Zudem wurden die Nordempore und der Orgelspieltisch restauriert. Damit wurde dem Kirchenraum ein „neues helles Farbkleid“ gegeben, sagte Achim Knöfel.

Die Sanierungskosten in Höhe von 415 000 Euro wurden durch Fördermittel des Bundes, der Europäischen Union, des Landes Niedersachsen, der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, der Kirchbaustiftung der oldenburgischen Kirche und durch Eigenmittel der Kirchengemeinde aufgebracht.

Sozusagen geadelt wurde die restaurierte St.-Laurentius-Kirche mit einer jetzt an der Pforte angebrachten Bronzetafel mit der Aufschrift „Deutschen Stiftung Denkmalschutz – Gefördert durch die treuhänderische Johann-Emkes-Stiftung“. Deren Stifter Marianne und Dr. Harro Lührmann aus Regensburg hatten die Tafel mitgebracht und übergaben sie Annemarie Cornelius. Die Stiftung unterstützte die Restaurierung der nördlichen Emporen in der Langwarder Kirche mit 39 000 Euro.

„Spannende Geschichte“

Wiebke Dreeßen, vor wenigen Wochen in den Ruhestand verabschiedete Referatsleiterin des niedersächsischen Landesamts für Denkmalpflege, würdigte besonders das Zusammengreifen verschiedener staatlicher und privater Fördertöpfe. Als eine „spannende Geschichte“ bezeichnete Horst Gumprecht vom Oldenburger Architektenbüro Angelis & Partner die Kirchenrestaurierung.

„Sehr gelungen“ findet Butjadingens Bürgermeisterin Ina Korter die Restaurierung eines der Wahrzeichen der Nordseebädergemeinde. Die St.-Laurentius-Kirche sei ein großer Kulturschatz und habe somit auch eine erhebliche touristische Bedeutung. Dass sich der Gemeindekirchenrat dieser großen Herausforderung gestellt hat, verdiene sehr viel Respekt.

Musikalisch wurde der Festgottesdienst von Professor Stefan Baier aus Regensburg begleitet. Er ließ das volle Volumen der aus dem Jahr 1650 stammenden Kröger-Orgel erklingen.

Rolf Bultmann Nordenham / Redaktion Nordenham
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