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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Laue Lüftchen und starke Stürme im Güterschuppen

20.09.2007

NORDENHAM Neben Wasser gehört der Wind zu den prägenden Elementen der hiesigen Landschaft: Stürme veränderten das Land, Wassersportler nutzen ihn, Windstille ist eine Rarität. Genug Geschichten und Empfindungen lassen sich sammeln, die der Wind aufgewirbelt hat. Das machte sich die „Wortstatt“ aus Oldenburg zunutze. Die Autorengruppe sammelte Beiträge zum Thema und verpackte sie 2005 in der Anthologie „Seitenwind". Aus der Sammlung von lyrischen Texten und Prosa gestalteten die Mitglieder jetzt eine szenische Lesung im Güterschuppen.

Eingeladen hatte der Verein Literaturplus. Dessen Vorsitzender Dr. Gernot Schenker bedankte sich bei den Fatalisten für die Gelegenheit, eine Veranstaltung in ihren kurz zuvor eingeweihten Räumen auszurichten.

„Es wehte viel Wind durch die Wortstatt“, eröffnete Helga Belschner den Abend mit einigen Versen. Und viel Wind sollte auch im Güterschuppen wehen. Die Autorengruppe malte wortstark Bilder von lauen Lüften und starken Stürmen in die Köpfe der Zuhörer. Fetzen von Küstenbildern entstanden, die eigene Assoziationen weckten. Die Schriftsteller stellten das Thema Wind vielfältig und doch komprimiert – verdichtet – dar. Personifizierungen reihten sich aneinander, Glück und Unglück, Sicherheit und Gefahr, Beziehungsglück und -pech, der stürmische Weg des Menschen zu sich selbst oder zu einer Beziehung, der Wind als Geruchsträger und Abbild einer Gesellschaft – viel mehr drückten die Künstler aus als das physikalische Phänomen. Und auch dessen Vielfältigkeit und Faszination hoben sie hervor.

Alle sechs Autoren präsentierten sich mit eigenen Text- und Sprachstilen und einer individuellen Rhetorik in der szenischen Lesung. Sie vermochten, das Publikum in andächtiges Schweigen zu versetzen, aber auch herzhafte Lacher mit friesischen Limericks hervorzurufen. Die Autorengruppe gestaltete einen unterhaltsamen und anregenden Literaturabend, der vielen Gästen das Bewusstsein für die Unterschiedlichkeit von Wind geschärft hat. In den Pausen trug Stefan Jaedtke mit seiner Keyboard-Musik ebenfalls zum Gelingen der Veranstaltung bei.

Neben Helga Belschner lasen Krimhild Stöver, Hilka Koch, Frauke Röhrs, Adriane Meinhardt und Alfred Nehring eigene Texte und Texte ihrer nicht anwesenden Gruppenkollegen Marianne Bruns, Gabriele Stutzinger-Sauer und Gisa Kossel. Die Gruppe trifft sich einmal im Monat im Oldenburger Kulturzentrum PFL – und das bereits seit 24 Jahren. Hilka Koch und Alfred Nehring gehören zu den Gründungsmitgliedern des Zirkels, der bereits sieben Anthologien herausgebracht hat.

Bei ihren Treffen stellen die Autoren ihre neuen Texte vor. Die Kollegen deuten, mäkeln und loben – ohne die Möglichkeit des Autors, sich mit in die Diskussion einzubringen. Das könne sehr am eigenen Ich zehren, meinen Adriane Meinhardt und Alfred Nehring. Aber nirgendwo sonst gäbe es eine so ehrliche Resonanz wie in diesem Kreise, ergänzen sie. Außerdem helfe das Gespräch, Schwachstellen im Text zu verbessern und Formulierungen zu glätten. Im kommenden Jahr bringt die Gruppe eine weitere Anthologie heraus. Das Thema zum Jubiläum: Zeit.

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