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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Lesung In Lemwerder: Mit nur 50 Euro um die Welt

13.05.2019

Lemwerder „Einfach mit wenig anfangen. Für eine komplette Weltreise hätte ich sowieso nie genug gehabt.“ Das dachte sich Christopher Schacht und entschloss sich deshalb, seinen Traum zu verwirklichen. In der Begegnungsstätte Lemwerder berichtete der junge Mann von seiner abenteuerlichen Reise, zu der er am 1. Juli 2013 mit 50 Euro Startkapital in Sahms (Schleswig-Holstein) aufbrach. Vier Jahre und rund 100 000 Kilometer später kehrte der Weltenbummler nicht nur mit jeder Menge unbezahlbaren Erfahrungen zurück und fand unterwegs zum Glauben, sondern lernte auch die Frau seines Lebens kennen.

Seine Erlebnisse hielt er in seinem Buch „Mit 50 Euro um die Welt“ fest, mit dem er aktuell neben dem Vollzeitstudium bei mit vielen Bildern und jeder Menge Humor gewürzten Lesungen nahezu jeden in seinen Bann zieht.

Wenn man mit wenig weit kommen will, muss gespart werden. Und sparen lasse sich beim Transport, der Behausung oder beim Essen.

Los ging es für den Pastorensohn, dessen Eltern ihn gern von dem Vorhaben abgehalten hätten, direkt nach dem Abitur. Vorbereitet mit Spanisch, den nötigen Impfungen und 50 Euro nahm der heute 25-Jährige erst einmal per Anhalter Kurs auf Amsterdam, Paris und Barcelona. Dort verdiente er sich unter anderem als Partyguide oder auf einer Pferderanch seinen Lebensunterhalt.

Für die Atlantiküberquerung heuerte er auf einer privaten Segelyacht an – eine ganz schön schaukelnde Angelegenheit. Aber für den Allerwertesten war das weitaus angenehmer als die 18-stündige Fahrt, mit der es später auf Dieselfässern sitzend in den venezolanischen Regenwald zum Goldschürfen ging.

Durch Südamerika und den Panama-Kanal setzte Schacht seine Reise Richtung Pazifik fort. Dabei übernachtete er im Ghetto bei Crack-Dealern oder unter einem Lkw. Zu essen gab es Leguaneier, frittierte Spinnen und andere „Köstlichkeiten“.

Unterwegs traf er immer wieder absolut gastfreundliche und aufgeschlossene Menschen. Gefährlich wurden ihm erfreulicherweise weder Räuber noch Giftschlangen. Nur Insekten schafften es, seinen Fuß ordentlich zum Anschwellen zu bringen.

31 Tage dauerte die anschließende Pazifiküberquerung. Paradiesische Südseestrände, feuerspeiende Vulkane, fünf Monate Australien, ein tosender Sturm auf dem Meer vor Südkorea und immer wieder überwältigende Gastfreundschaft folgten.

In Mumbai fand das erste Treffen mit der Frau statt, mit der Christopher Schacht seit Monaten gechattet hatte; einige gemeinsame Tage in Goa folgten, bevor es alleine, aber mit der Gewissheit, die Traumfrau gefunden zu haben, langsam durch Länder wie Pakistan, den Iran oder Afghanistan wieder Richtung Heimat ging.

Geld verdiente er unterwegs als Tellerwäscher, Tankwart, Modell oder Golflehrer. Die nicht weniger als 30 verschiedenen Jobs sorgten immer wieder für Kontakte zur Bevölkerung und Einblicke in deren Leben. Die junge Deutsche, die er in Mumbai erstmals traf, ist inzwischen seine Ehefrau.

Ganz begeistert von all dem war das Publikum, dem der Weltenbummler in der Pause und im Anschluss genauso geduldig wie persönlich alle Fragen beantwortete und Bücher signierte.

Der größte Teil des Erlöses wird Hilfsprojekten in Afrika zufließen. Von Stress ist dem Vollzeitstudenten, der am Vormittag in Frankfurt eine Hebräisch-Klausur geschrieben hatte, wie er verriet, nichts anzumerken.

Andere Menschen glücklich zu machen, sei sein Traum, beantwortete Christopher Schacht im Anschluss eine der Fragen. Die Beziehung mit Gott habe er unterwegs immer wieder als überwältigend empfunden. Das sei für ihn auch der Grund gewesen, statt Physik und Informatik ein Theologiestudium aufzunehmen.

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