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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

„Liebe kann keine Sünde sein“

02.01.2013

Brake Zwei Herren und fünf attraktive Frauen entern forschen Schrittes die Bühne des Braker Central-Theaters. Norbert Ostendorf und Jan Kuilert von der Kulturförderung Brake kündigen den 250 Besuchern mit den Dresdner Salondamen einen „krönenden Abschluss“ des veranstaltungsreichen Jahres an, dann überlassen sie dem Quintett die Bühne.

Und die Formation ist ein wahrer Hingucker, noch bevor die fünf Frauen die Instrumente ansetzen und ihre Stimmen erheben. Eigenwillige Hutkreationen gehen einher mit hinreißenden, weinroten Roben. Die etwas klerikale Farbgebung wird gemildert durch ansehnliche Dekolletés, Stolen und Rüschen, Schleifen und Stulpenhandschuhe.

Witzig oder frech

Mit ihrem facettenreichen Repertoire pusten die Dresdner Salondamen in zwei Stunden den Staub vergangener Jahrzehnte hinweg, werden sehnsuchtsvoll oder melancholisch, witzig oder schön frech, und tauchen ein in die Welt der Schlager, Couplets und Chansons der 30er und 40er Jahre. Sängerin und Geigerin Susann Jacobi gibt dem Publikum im voll besetzten Kinosaal die Richtung an: „Solange es Leben gibt, wird es Liebe geben. Ohne dieses Phänomen macht das Leben keinen Spaß!“ Was passt da besser als das Hohelied aller Beziehungskisten? Zarah Leanders Dauerbrenner „Kann denn Liebe Sünde sein?“ singt Susann Jacobi mit ihrem schönen Mezzosopran, ohne die Leander zu kopieren, im ganz eigenen Stil.

Seit fünfzehn Jahren steht das Damenquintett auf deutschen und internationalen Bühnen, immer unterwegs in einem mausgrauen Bully. Wenn jedoch das Glück mitfahren soll, ist Himmelblau angesagt, befindet die Sängerin. Ihren Traummann hat sie in einer „himmelblauen kleinen Limousine“ gesichtet. Pech nur, dass an der Haltestelle dessen Frau aus dem Wagen steigt – das war wohl nix!

Ein traumhaftes Profil

Weiter geht die Fahrt. Der „schöne Eduardo aus Kastilien“ mit der römischen Hakennase und dem traumhaften Profil ist nicht der Mann, dem die Frauen vertrauen. Da packen sie lieber ihre Utensilien und verschwinden aus Kastilien mit der Erkenntnis: „Ich weiß nicht, zu wem ich gehöre, ich bin aber zu schade für einen allein.“ Nach soviel Liebesfrust und Liebesleid kann „Frau“ mal schnell hysterisch werden, vor allem wenn sie immer noch den Mann des Lebens sucht, obwohl sie längst sieben Kerle ins kühle Grab brachte.

Das Leben und die Liebe ziehen sich – entweder schillernd oder leicht angetrübt – durch die Zeiten. Die Dresdner Salondamen sorgen dafür, dass die Freude an der musikalischen Nostalgie quicklebendig bleibt. Es gibt lange anhaltenden Applaus. Ohne Zugaben mag niemand diese tollen, salonfähigen Musikerinnen gehen lassen.

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