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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Liebe und Rock’n’Roll sprengen Gitter

18.04.2005

NORDENHAM Die Leistungen genügten wieder höchsten Ansprüchen. Die Zuschauer applaudierten stehend.

von klaus turmann NORDENHAM - Es hat einige Zeit gedauert, bis die Musical-Truppe MuTaTe aus Schlicktown nach Jahren regelmäßiger Gastspiele wieder einmal nach Nordenham kam. Möglicherweise waren ihre besonderen Qualitäten dadurch in Vergessenheit geraten, vielleicht gab es auch einfach zu viele Konkurrenzveranstaltungen: Jedenfalls war die Stadthalle „Friedeburg“ am Sonnabend nur zur Hälfte gefüllt.

Das wirkte sich als lange Zeit gedämpfte Stimmung im Publikum aus, beeinträchtigte die Spielfreude der Akteure jedoch keineswegs. Mit Band, mehr als zwanzig Schauspielern und Tänzern, mit Bühnenbauern, Ton- und Lichttechnikern sowie der künstlerischen Leitung war ein mächtiger Tross aus Wilhelmshaven angereist, um gemeinsam mit treuen Nordenhamer Fans den Rock ’n Roll zu feiern.

Auf der Bühne wirkten dabei Schülerinnen und Schüler der Wilhelmshavener Integrierte Gesamtschule (IGS) und Gymnasien, aber auch Studenten aus Oldenburg und MuTaTe-Vereinsmitglieder mit. Den Tanz hatte, wie schon seit Jahren, das Studio „Let’s Dance“ kreiert und einstudiert. MuTaTe steht für Musik, Tanz, Theater.

Cry-Baby Walker (Tim Yalcin) ist die Hauptfigur. Die Zuschauer erleben erleben den Vollwaisen zu Beginn als Angestellten eines Beerdigungsunternehmens, der statt der Gospels Rock ’n Roll wählt, um den Dahingegangenen zu verabschieden. Bald verabschiedet er sich selbst und geht, auf der Suche nach Wooley, dem legendären verschollenen Bassisten, in die Stadt.

Dort gerät er an die revoltierende Rock’n’Roll-Jugend, die so gar nicht zur Anständigkeit und Prüderie der amerikanischen Gesellschaft der späten Fünfziger passen will. Zufällig lernt er Allyson (Annika Raapke) kennen und lieben. Die stammt zwar aus gutem Hause und hat gerade die Höflichkeitsschule absolviert, findet aber an Cry-Baby ebensolchen Gefallen.

Er landet zwischenzeitlich im Gefängnis – eine gute Gelegenheit für den „Jailhouse Rock“ –, wird durch die Kraft der Liebe befreit, findet den Geist von Wooley – der sich als sein Vater erweist! – und kehrt zurück, um von nun an Elvis-Doubles nach allen Regeln der Rock’n’Roll-Kunst zu beerdigen. Als Allyson ihm dorthin folgt ist, das Stück an seinem Happy Ending.

Auf dem Weg dahin tanzen und singen junge Männer und Damen zu den Rhythmen, bei denen jeder mitgehen muss – es sei denn, er sitzt in den Sitzreihen einer Stadthalle. Schrille Typen bevölkern die beiden Ebenen der Bühne und die gewundene Treppe. Sie sorgen dafür, dass immer Leben auf der Bühne ist. Klarer Fall, dass die Kostüme perfekt zum Zeitgeist passen und dabei ausgesprochen dekorativ sind.

Die Sängerinnen und Sänger überzeugen. Sie haben keine Mühe mit den 17 Titeln, singen allein, zu zweit, im Chor und – gemeinsam mit der Band – einen A-cappella-Song. Besonders die beiden Hauptdarsteller überzeugen durch druckvollen, authentischen Rock-Gesang.

Die Band mit E- und Kontrabass, Gitarre, Schlagzeug, zwei Trompeten und zweimal Saxophon ist eine Wucht. Sie ist gleichermaßen gut bei Schlagern, Balladen und fetzigem Rock. Bei „Cry-Baby“ sind die Musiker oft in der Bühnenmitte zu sehen und wirken als integraler Bestandteil des Stückes, sind also selbst Darsteller. Schließlich treten sie gar als Tänzer auf.

Am Ende tritt auch das Publikum auf. Es klatscht und trampelt mit den Füßen und bedankt sich nach der zweiten Zugabe stehend applaudierend für den tollen Abend.

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