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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Liebe zu den Wurzeln des Blues

25.10.2016

Elsfleth Er sei der „intellektuelle Siegelbewahrer alter Musik“ – dieses Etikett heftete einst ein Fachmagazin dem Blues-Gitarristen Thomas Schleiken an. Das heißt aber noch lange nicht, dass seine Konzertbesucher ob dieser Auszeichnung vor Ehrfurcht erstarren.

Im Gegenteil: Schleikens konzertantes Können, seine Bandbreite und die Liebe zu den Wurzeln des Blues, aber auch seine sympathische Bescheidenheit sind für seine Fans immer wieder ein guter Grund, die Konzerte des Musikers zu genießen. Auch in Elsfleth hat Thomas Schleiken seine treue Fanfamilie, aber leider ist diese bei seinem vierten Konzert in der St.-Nicolai-Kirche am Sonntag nicht so vollzählig vor Ort wie bisher gewohnt.

Der Qualität seiner Songs, Spirituals und Gospels tut das keinen Abbruch, dem Repertoire auch nicht und den Blues bekommt der Künstler deswegen schon gar nicht. Schleiken spielt eigene Kompositionen und Stücke legendärer amerikanischer Blues-Größen wie Elizabeth Cotton, John Hurt, Gary Davis, Robert Johnson oder Bluesmaster Jack Owens.

Das Publikum dankt nicht nur nach jedem Stück mit Applaus, es folgt dem Gitarristen gerne in die Gefilde, in denen der Blues seine Wurzeln hat. Thomas Schleiken hat diese Pilgerstätten bei mehreren USA-Reisen besucht, und das spiegelt sich in seinem virtuosen Gitarrenspiel – die drei Instrumente sind gestimmt in der Vintagetechnik – wieder: der Mississippi-Delta-Blues klingt hinreißend und bleibt ewig jung.

Der Titel der neuen Schleiken-CD „Echoes“ – insgesamt eine Reminiszenz an Orte wie das 500-Seelen-Örtchen Bentonia in Mississippi. Dort gibt es nur ein Blue Front Café und ein Baptistenkirchlein, aber dennoch ist das Städtchen für sein Blues-Festival berühmt. Oder an die Soco-Road, wo vor einer Motorcycle-Werk-statt ein furchteinflößender Indianertotem Reisende in die Flucht schlägt.

Alle diese Orte haben den deutschen Musiker inspiriert, aber das Blues-Feeling ist nicht an spezielle Gegenden gebunden. „Der Blues kann einen auch zu Hause ereilen, wenn man unter dem Weidenbaum sitzt und die untergehende Sonne betrachtet“, hat Thomas Schleiken in seinem Heimatort Bookholzberg erfahren. Flugs sollte darauf eine Hymne entstehen, aber wie übersetzt man Bookholzberg ins Amerikanische? Ganz einfach: der nächste Blues wird den Gitarristen in „Beech Mountain Hill“ ereilen.

Nach langem und dankbaren Applaus wünscht sich eine Konzertbesucherin den Song „Grandpa Henry“ als Zugabe. Schleiken erfüllt ihn gerne und widmet seinem niederrheinischen Großvater eine Hommage mit musikalischen Szenen aus dessen Leben.

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