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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Lieber in Stadland als vor großem Publikum

18.05.2016

Hartwarderwurp Vor 30 Jahren ging Martin Gerschwitz in die USA nach Los Angeles, weil ihn die Neue Deutsche Welle unter Druck setzte. Englischsprachige Rockmusik war nicht mehr so angesagt in Deutschland,und so versuchte der damals 33-Jährige sein Glück in Übersee. Dort konnte sich der gebürtige Solinger durchsetzen und wurde ein gefragter Musiker, der in verschiedenen Bands mitspielte und auch seine eigene Solokarriere vorantrieb.

Viele Geschichten und nette Storys aus seinem bewegten Musikerleben brachte Gerschwitz am Pfingstsonnabend mit ins Wirtshaus Hahnenknooper Mühle, wo er ein ganz intimes Clubkonzert gab. Wer bedenkt, was der gestandene Keyboarder schon alles erlebt hat, muss sich bewundern, dass er immer noch den engen Kontakt zum Publikum liebt und die kleinen Bühnen nicht scheut. „Ich spiele lieber hier in Stadland als in einer Halle mit 3000 Leuten, wo ich keinen kenne“, erklärte Martin Gerschwitz, und das kam durchaus ehrlich rüber. Ohnehin kommt ihm eine solche Nähe sehr entgegen, denn er liebt die One-Man-Show, in der er total aufgeht. Dank seiner L.A.-Schule in Sachen Performance wirkt es bei Gerschwitz auch keinesfalls dick aufgetragen oder affektiert.

Er spielte 1988 in der Vorgruppe von Bon Jovi, bekam kurze Zeit später einen Anruf von Meat Loaf, der ihn unbedingt in seiner Band haben wollte. Nur wenige Tage später war sein erster Gig in der Band von Meat Loaf in Bahrain. Es sollten viele weiter folgen. Das Notenmaterial erhielt er per Fax über Nacht. Auch so kann Musikerleben gehen – glückliche Zufälle gepaart mit Können und Leidenschaft.

Gerschwitz stimmte in der Hahnenknooper Mühle „Heaven can wait“ an, einen der berühmtesten Songs von Meat Loaf, und interpretierte ihn auf seine ganz eigene Art. Diesen Song hatte er 25 Jahre zuvor alleine zusammen mit Meat Loaf auf einer großen Bühne vor 150  000 Zuhörern gespielt – wer kann das schon von sich behaupten? Martin Gerschwitz versteht es auch heute noch mit seinem Publikum zu spielen, er nimmt es mit, integriert es, animiert es und gibt ihm das Gefühl, hautnah dabei zu sein. Der 63-Jährige geht zwei Mal im Jahr auf Deutschlandtournee und schaut fast immer in Nordenham vorbei, wo ein guter Freund und ehemaliger Bandkollege wohnt. Helmut Dietrich war es auch, der ihm den Auftritt in der Hahnenknooper Mühle ans Herz gelegt hat.

Der Nordenhamer nutzte außerdem die Gelegenheit, Gerschwitz bei einem Stück am Bass zu begleiten. Es war ein altes Lied von Iron Butterfly „In a Gadda da Vida“, welches die beiden schon zu einem früheren Zeitpunkt bei den Animals gemeinsam gespielt hatten. Im Original dauert das Stück 70 Minuten, für die Mühle gab es eine abgespeckte Version von rund 30 Minuten mit einem imposanten gerockten Vorspiel von Beethovens berühmter „Für Elise“ am Keyboard. Hier konnte Gerschwitz seine ganze Klasse, seine Kreativität, seine sphärischen Klangteppiche vollständig ausbreiten – ein wahrer Hörgenuss..

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Deutsche Welle | Bon Jovi | Hahnenknooper Mühle

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