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Musiker Aus Nordenham: Vom Rocker zum Regler

04.01.2016

Stollhamm Manchmal wünscht sich Hergen Hasemann, die Zeit ließe sich zurückdrehen. Dann würde er sich vermutlich in die 80er Jahre zurück switchen und versuchen, das Auseinanderbrechen einer Band zu verhindern, von der er noch heute überzeugt ist, dass sie viel Potenzial hatte und es weit hätte bringen können.

PST nannte sich die Nordenhamer Formation, in der Hergen Hasemann die Keyboards spielte und auch den größten Teil der Stücke schrieb. Doch auch ohne eine Zeitmaschine, die es ihm erlauben würde, an alte Tage anzuknüpfen, spielte und spielt Musik stets eine wichtige Rolle im Leben des heute 56-Jährigen.

Seine erste eigene Schallplatte? An die kann sich Hergen Hasemann noch gut erinnern. Es war der in den frühen 70er Jahren erschienene Titel „Wig-Wam Bam“ von den Glam-Rockern The Sweet. Die erste Langspielplatte folgte im Jahr 1975 mit Elton Johns „Captain Fantastic and the Brown Dirt Cowboy“, und mit der hatte Hergen Hasemann auch gleich einen seiner ganz großen Favoriten entdeckt.

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„Ich war immer ein Fan von Elton John, hab ihn auch mal live erlebt“, berichtet der Stollhammer, der inzwischen hadert mit seinem einstigen Idol. „Seine Stimme hat nachgelassen, und seine Songs sind auch nicht mehr so gut wie früher“, urteilt der Fachmann, der in Stollhamm seit vielen Jahren professionell ein Tonstudio betreibt.

Überhaupt, die heutige Musik: Hergen Hasemann findet, dass die meisten Titel aus den aktuellen Charts nicht viel Substanz haben. Da hält er es lieber mit seinen alten Helden. Die Eagles gehören dazu, Supertamp, die Doobie Brothers, Chicago, die Commodores, Earth, Wind & Fire. „Und natürlich Toto“, fügt Hergen Hasemann an. Deren aktuelles, 2015 erschienenes Album findet er gelungen.

Und der Auftritt von Toto im Sommer 2015 in Bremerhaven war auch das bislang letzte große Konzert, das er gesehen hat. Den Anfang eines langen Reigens bildeten Ende der 70er Jahre bei einem Konzert in Bremen Santana, die allerdings nie zu Hergen Hasemanns ganz großen Favoriten zählten. Und das beste Konzert bescherte ihm A-ha in Hamburg. „Die Leute haben lauter mitgesungen, als die Band spielen konnte. Die Stimmung war einfach unglaublich.“

Für reichlich Stimmung hatte Hergen Hasemann zu diesem Zeitpunkt längst auch selber gesorgt. Die erste Band, in der er spielte, war eine Tanzkapelle, von der sich der Stollhammer zu erinnern glaubt, dass sie Sunshine Band hieß und dass Tommy Maréchal und Gregory Steppic seine Mitstreiter waren. Sehr bald folgte eine Rockformation, die Kennern der Nordenhamer Musikszene bis heute in Erinnerung geblieben ist. Zusammen mit dem Gitarristen Andreas Plump, dem Schlagzeuger Volker Hofschildt, Matthias Strupowsky am Bass und Sänger Hartmut Buck gründete Hergen Hasemann Lilac Incense.

Und dann war es auch schon bald Zeit für Please Stop Talking, besser bekannt als PST. Mit einer Mischung aus Covertiteln und selbst geschriebenen Songs mauserte sich die aus Hergen Hasemann, Volker Hofschildt, Jörg Lübken, Thomas Maréchal, René Maréchal und Jörg „Fete“ Eilers bestehende Gruppe schnell zu einer in der ganzen Region gefragten Band.

Machtgerangel sei es gewesen, das die Gruppe in ihrer damaligen Besetzung auseinanderbrechen ließ. Hergen Hasemann bedauert das heute. Wie aus PST schließlich Prime Time, noch heute Nordenham Vorzeige-Party-Band, wurde, das hat er nur noch als Außenstehender verfolgt. „Es war eine tolle Zeit, die ich nicht missen möchte“, blickt der 56-Jährige auf die Jahre mit PST zurück.

Indes: Die Musikwelt des Hergen Hasemann ging nicht unter. Er konzentrierte sich mehr und mehr auf die Arbeit im Studio, zunächst in Nordenham zusammen Thomas Böneker, mit dem er vorrangig Jingles für Werbefilme produzierte, aber auch Lieder mit Oliver Galle aufnahm, der heute als Schlagersänger und Musikautor unter dem Namen Oliver Lukas bekannt ist.

Derweil kann auch Hergen Hasemann auf Hit-Erfolge verweisen, darunter ein Titel, den er für ein Schlagerduo aus Südtirol geschrieben hat. 2009 gab es für 50 000 verkaufte Exemplare eine Goldene Schallplatte, die eine Wand des Studios ziert, das er seit 15 Jahren in Stollhamm betreibt. Chöre aus der ganzen Region geben sich bei Hergen Hasemanns die Klinke in die Hand, um ihre Lieder auf CD bannen zu lassen. Hörspiel-Produktionen stehen auf der Liste. Und am Herzen liegt dem Stollhammer auch ein Kinderlieder-Projekt, dass er 2015 mit der Stadlander Musikpädagogin Angelika Okrey realisierte.

Mit Rock- und Popmusik hat Hergen Hasemann nur noch wenig zu tun. „Aber“, sinniert er, „jeder muss sich eben in dem Bereich finden, der ihm am besten liegt“.

Detlef Glückselig Butjadingen / Redaktion Nordenham
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