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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Mitreißendes Temperament steckt alle an

11.11.2016

Nordenham Bea Nyga ist ein Mensch, den muss man einfach gernhaben. Sie ist offen, witzig, herzlich, auch kritisch. Und sie singt. Am Dienstagabend im Gemeindehaus der evangelischen Kirchengemeinde an der Werrastraße saß sie neben Gitarrist Ingo Steuter am Klavier, und im Dreiviertelkreis um sie herum saßen etwa 65 Frauen – und vier Männer. Und auch sie sangen.

Bea Nyga ist Liedermacherin, Komponistin, Texterin, Musikpädagogin und engagiert sich in der Kirche ebenso wie in der Behindertenarbeit. Auch Bea Nyga ist gehandicapt. Sie ist erkrankt an Multipler Sklerose (MS), geht an einem pinkfarbenen Rollator oder sitzt – an schlechten Tagen – oft auch im Rollstuhl. Der „Blaue Bock“ und James Last prägten sie in der Kindheit, nach dem Abi studierte sie Barock-Musik. Sie lebte die späten 70er-Jahre aus und wandte sich später der Tanzmusik zu, dem Jazz und den Standards.

Die nette Sängerin mit diesem verbindlichen Wesen ist zudem ein bekennender Irlandfan. Sie habe während ihrer vielen Reisen dorthin ganz viel aufgesogen, erzählte sie. Heute könne sie krankheitsbedingt zwar viele Orte nicht mehr besuchen, doch sie habe alle Bilder in sich und könne sie also genießen. Dieses Gefühl vom Nicht-Resignieren, einer Einstellung, geprägt von Hoffnung und Lebensfreude, gab sie bei ihrem zweistündigen Konzert am Dienstagabend wieder. Es sind „die kleinen Augenblicke, die das Leben lebendig machen“, unterstrich sie.

Leben und Tod

Bea Nygas Lieder spiegelten zwar Gedanken über das Leben und den Tod wider. Sie stellten Fragen über das Verhältnis von Leben und Zeit, über Veränderungen und über die Hoffnung, dass doch etwas bleibt. Doch ihre Musik war nicht etwa melancholisch, sondern sie war leicht und der Rhythmus ansteckend. Die Kirchengemeinde Nordenham hatte das Konzert unter der Überschrift „Sei meine Reise und mein Ziel“ als Mitmachkonzert angekündigt, ein Konzert zum Zuhören und Mitsingen, zum Weinen und Lachen.

Aber geweint wurde nicht. Im Gegenteil: Schnell hatte Bea Nyga alle Gäste zu einem Chor zusammengeführt – zunächst begleitete er nur leise, dann sang er allein den Refrain, bald als Kanon, dann auch einmal mehrstimmig – oder solo. „Jetzt spätestens kommt ihr aus eurer Lethargie heraus,“ bestärkte Bea Nyga, „bringt ein Lachen auf euer Gesicht…, bestärkt mit den Händen…, lasst uns den Abend in vollen Zügen genießen!“ Viele der Lieder hatten bekannte Melodien, von Reinhard Mey beispielsweise, Gilbert Becaud oder der niederländischen Song-Contest-Band „Teach In“.

Nur die Texte waren anders – eben Texte aus der Feder Bea Nygas. Das schaffte ein „Déjà-vu“ und unterstrich das „Wir“. Nette und lebhafte Unterhaltungen deshalb beim Gläschen Sekt in der Pause und durchweg fröhlich-entspannte Gesichter nach Konzertende.

Musik als Gottesgabe

Zufriedenheit auch bei den beiden Organisatorinnen des Mitmach-Abends: „Beas Temperament reißt einfach jeden mit,“ sagte Andrea Schrimm-Heins von der Frauenarbeit der Evangelisch-Lutherischen Kirche in Oldenburg.

„Musik ist eine Gottesgabe. Wir lieben sie. Hier kann man vieles anders ausdrücken als mit dem Wort“, pflichtete Pfarrerin Heike Boelmann-Derra ihr bei.

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