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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Kunstprojekt in Moorhausen: Manchmal verschwinden die Werke auch

26.01.2021

Moorhausen „Sie ist noch da. Aber sie ist umgekippt“, sagt Gerhard Pleus und blickt auf die kleine Skulptur, die in Moorhausen am Deich im Gras liegt. Das gut 40 Zentimeter hohe Kreuz besteht aus Metallrohren. Sie sind in einen hölzernen Block eingelassen, der wiederum auf einem steinernen Sockel steht. „Ich verwende immer altes Material. Das, was ich irgendwo finde, bringe ich dann zu einem neuen Stück zusammen“, sagt Gerhard Pleus.

Seit 1983 ist er als Clown Riccolino unterwegs. Die Kunst, in ihren vielen verschiedenen Formen, ist ein Teil von ihm, sagt er. 2006 hat er die bildende Kunst für sich entdeckt. Drei Jahre war er krankheitsbedingt „aus dem Verkehr gezogen“, erzählt der 68-Jährige. 2020 wollte er langsam wieder anfangen, sich zu zeigen, doch die Corona-Pandemie machte ihm einen Strich durch die Rechnung. Ausstellungen können derzeit nicht stattfinden.

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Die Idee zu seinem neuen Projekt sei an seinem Geburtstag entstanden, als er mit seinen Söhnen zusammen saß. Statt auszustellen wollte er seine Werke wortwörtlich „herausstellen“, erzählt er. „Ich hatte acht Kunstwerke, die ich an acht Plätzen in Oldenburg aufgestellt habe“, erzählt der Künstler, der in der Huntestadt lebt. Als Motto hatte er seine Werke mit dem Titel „Kunst findet Stadt“ überschrieben. Jedem Kunstwerk hat er ein Schild mit Motto und seiner E-Mail-Adresse beigefügt, erzählt er.

Kunst findet Land

Die Idee entwickelte sich weiter. „Ich hab’ mir überlegt, ich könnte die Aktion auch auf dem Land machen“, sagt er. Beim Blick auf die Landkarte stellte er fest, dass die Stadt Oldenburg an acht Kommunen grenzt. So entstanden erneut acht Werke, die Pleus in den verschiedenen Städten und Gemeinden verteilte. So kam auch eines seiner Werke nach Moorhausen.

Seine Skulpturen sind häufig Kreuze, Herzen oder Engel, sagt er. Eine tiefere Bedeutung haben sie nicht. Jedoch verbindet der Künstler oft mit dem Material, das er verbaut, verschiedene Orte oder Erinnerungen, sagt Pleus. Der Holzsockel des kleinen Kreuzes, das in Moorhausen steht, ist zum Beispiel aus Teilen eines alten Fensters aus seinem ehemaligen Haus in Elisabethfehn entstanden, sagt Pleus.

Fundstücke

Bei einem Ausflug machte er jüngst Halt an der Berner Juliusplate. Dort stieß er auf ein Stück dicken, rostigen, verbogenen Draht. Ein paar Meter weiter lag ein zweites Stück. „Die werde ich etwa so aneinanderlegen“, sagt Pleus und hält die Stücke zusammen. „Die Skulptur werde ich immer mit dem schönen Tag am Strand verbinden“, sagt er. Welche Reaktionen die Werke bei seinem Publikum hervorrufen, sei nebensächlich. Wichtig sei nur, dass die Leute reagieren. Selbst wenn sie sagen, „damit kann ich nichts anfangen“, meint Pleus. „Das ist wenigstens ehrlich“, sagt er.

Ab und zu schaut Pleus bei seinen Werken vorbei. Manchmal bekommt er dann ein paar Reaktionen mit. Manchmal sind die kleinen Skulpturen auch verschwunden. Genau das sei ihm in der Gemeinde Wardenburg passiert. Durch Zufall traf er dort einen Mann, der ihm erzählte, dass er die kleine Skulptur an ein paar Kinder verschenkt hatte. Es hatte geregnet und die Skulptur habe ihm leid getan, wie sie da so im Regen stand, hatte der Mann Pleus erzählt. Den Künstler freute es, denn mit dieser Reaktion auf sein Werk hatte er wahrlich nicht gerechnet.

Wenn sie nicht auch verschwunden ist, dann steht die kleine Elsflether Skulptur voraussichtlich bis zum 31. Januar am Deich in Moorhausen am Weg, der zum Moorhauser Poldertief führt.

Merle Ullrich Brake / Redaktion Brake
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