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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Arien mit Witz von der Moorriemer Deern

02.10.2019

Moorriem „Wat makt eegentlich de Moorriemer Chronique Scandaleuse?“ Wer darauf eine Antwort haben will, der ist in der Neuenbroker Klecksklause genau an der richtigen Adresse. Ihrem, auf ihre vielfältigen Talente maßgeschneiderten Liederabend „Na, sowas“ im vergangenen Jahr hat Edith Koschnik mit „Na, sowas – mehr freche Lieder in der Klecksklause“ musikalisch und komödiantisch eine umjubelte zweite Auflage hinzugefügt.

Nicht nur dem Publikum gefällt das breit gefächerte Repertoire, Edith Koschnick und ihr Bühnenteam haben selber einen Heidenspaß daran, die unterschiedlichen Befindlichkeiten der Geschlechter auf die Spitze zu treiben. Mit im Bunde sind Jens und Heike Sieberg, Nicole Speckels, Jens Koschnick, Anke Praetsch und das Akkordeonduo Cornelia und Klaus.

Los geht’s mit dem Hit der Trude Herr. Mit Kleinmädchenstimme kräht Edith, dass sie lieber einen Mann als Schokolade möchte und das der richtige Zeitpunkt, ein bisschen Aufklärung für Ahnungslose zu betreiben. Wie’s zur Sache geht, demonstriert die Koschnick mit Kugelschreibermann und Kugelschreiberfrau. Aber bevor „er“ so richtig aufdreht, kommt der Frust. „Sie“ trägt ’ne Spirale!

Für die nächste große Arie braucht die Diseuse einen Schnaps und ganz viel Mut, um zu beweisen, dass man nicht Cecilia Bartoli heißen muss, um die Arie des Cherubino „Voi che sapete“ (Figaros Hochzeit) zu schmettern. Edith umschifft unbekümmert alle mozart’schen Klippen, um gleich danach ins Berlinerische zu wechseln. Wegen „Emil seine unan-ständ’ge Lust“ ist Frau längst nicht bereit, sich ihr Fett aus den Oberschenkeln und anderen strategischen Stellen kratzen zu lassen.

Es sei denn, der Kerl fürs Date ist erheblich jünger, da schminkt man sich ein bisschen mehr auf jugendlich, fragt: „Ham’se nicht ’nen Mann für mich?“ und ist einer im Angebot, fährt „Frau“ zum One-Night-Stand mit dem Liebsten ins Heu, ins Heu. Nur nicht aus Liebe weinen, wenn´s mal schief geht, lieber mit Freundin Nicole kräftig einen hinter die Binde kippen.

Angeschickert philosophieren die beiden Moorriemer Deerns über Heirat und Treue, geschlechtliche Orientierung, die Ehe für alle, mit steigender Promille quatschen beide hemmungslos aneinander vorbei.

Danach widmet sich „Frau“ dem weiblichem Katzenjammer über Schokolade, die nur angeschaut wird und sich trotzdem auf Hüften und Co. etabliert. „In jeder Frau steckt ein Stück Hefe“ jammern die (Hefe-)Teilchenbeschleuniger Edith und Nicole.

Das Mitleid des Publikums hat nur eine kurze Halbwertzeit, lieber lachen die Gäste über den genervten „Erwin“, der nur in Ruhe sitzen möchte und damit demonstriert, dass Männer und Frauen einfach nicht zusammen passen.

Klar, dass das die Rotlichtprinzessinnen, Gelegenheitsbräute und Dominas ganz anders sehen.

Das beweist die Koschnik mit der umgetexteten Arie der „Adele“ – und die Frage „Warum sollte Frau kein Verhältnis haben“ erübrigt sich, denn „So ein Mann, so ein Mann“ macht alle Frauen an.

Diese Moorriemer „Chronique Scandaleuse“ hat den donnernden Schlussapplaus wieder einmal mehr als verdient.

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