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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Von Drachen und Säufern

16.04.2019

Neuenbrok „Home is, where the heart is!” – Nicht ohne Grund hat der Musiker und Songwriter Jochen Kaboth am vergangenen Sonnabend seinem Konzert in der Neuenbroker „Klecksklause“ diesen Titel gegeben. Seit vierzig Jahren ist Kaboth in Sachen Irish Folk musikalisch unterwegs, 1974 bezog er ein Cottage im irischen County Roscommon, seit einigen Jahren lebt der Künstler in Stollhamm.

„Am liebsten singe ich die eher balladesken Songs, die Lieder mit Herz und Schmerz, Songs von Krieg und Frieden, von verschmähter Liebe und Abschied – das ganze Zeugs halt“, schmunzelt der Sänger, stimmt sein Banjo und beginnt den irischen Abend jedoch mit einem Tanzlied im Dreivierteltakt, wie es in Irland in den Community Halls gespielt wird.

Aber das noch vorweg: Die Liebe zum Banjo sei keine Liebe auf den ersten Blick gewesen, gesteht Kaboth, sein erstes Instrument hätte ihm fast die Fingerkuppen zerrissen. Erst der Erwerb eines Gibson-Banjos stimmte versöhnlich und ist seitdem eine Liebe fürs ganze Leben. Einen Teil der Zuneigung hat auch seine Gitarre abbekommen. Sie begleitet am Sonnabend einen Großteil des Repertoires, in dem Kaboth zur Freude der zahlreichen Besucher auf die irischen Folkdauerbrenner, wie beispielsweise „Whiskey in the Jar“, verzichtet. Seinen Songs ist anzuhören, dass er lange vor Ort mit irischen Musikern zusammen arbeitete. Seine Songs und der Dialekt: Alles ist so authentisch wie seine „irische Seele“.

Irische Folksongs werden nie einfach nur gesungen, alle erzählen Geschichten von gestern und heute. So auch die Ballade vom Landhändler „Henry Norman“. Ein Drache stiehlt dem Normannen ein silbernes Döschen und erbost verflucht dieser den tierischen Dieb.

Nicht nur die Iren sind begnadete Sänger, auch im schottischen Glasgow entstand eine dramatische Ballade: Eric Brogles Song „Glasgow Lullaby“ erzählt von saufenden Männern, die ihren Liebsten das Leben schwer machen.

Zwischen Jigs, Reels und Hornpipes schleicht sich ein deutscher Song ein: „Der Tod in Basel“, bei dem die Gäste schmunzelnd den Refrain mitsingen. „Das ist ein Lied über ein böses altes Weib“, grinst der Sänger, „aber es ist nur ein ganz kleines bisschen frauenfeindlich“.

Supermarktfreundlich dagegen die Hymne auf zwei deutsche Discounterketten. Bei der Ballade „Lidldialdidilidldialdidilidldeedee“ gibt es für das Publikum eine Menge zu lachen. Für viel Applaus sorgen die gemeinsamen Duette Kaboths mit seiner Gastgeberin Edith Koschnick. Am Schluss dieses schönen Abend steht eins fest: „Home is, where the heart ist“ – für zwei Stunden war es die „Klecksklause“.

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