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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Der mit dem Kranich tanzt

17.04.2019

Neuenbrok Der Titel „Cranes“ ist am Samstag, 11. Mai, in der Klecksklause Programm: Literarisch und musikalisch stehen die Kraniche im Mittelpunkt des Geschehens. Und das nicht ohne Grund: Bereits in der griechischen Mythologie galten die schönen, scheuen Kraniche (lateinisch Grus) als Mittler zwischen den Göttern und den Menschen.

Edith Koschnick und der Tailwind Sänger und Gitarrist Hendrik Locksley laden am 11. Mai ab 19 Uhr zu einer Konzertlesung in die Neuenbroker Klecksklause“ (Niederhörne 29) ein. Nicht nur im asiatischen Raum sind die Kraniche ein Symbole für ein langes Leben, für Weisheit und für das Erhabene in der Natur. Der japanische Maler Hokusai hat die stolzen Vögel immer wieder gemalt. Friedrich Schiller setzte ihnen in seiner Ballade „Die Kraniche des Ibykus“ (1798) und Theodor Fontane in seinem Gedicht „Kraniche“ ein poetisches Denkmal. Und was das Logo an den Lufthansa-Flugzeugen bedeutet, weiß heute fast jedes Kind. In allen Ländern, in denen Kraniche beheimatet sind, gelten die Tiere als „Vögel des Glücks“.

Bei den Vorbereitungen auf das Repertoire der Konzertlesung machte sich der Elsflether im Internet kundig über das Leben der Kraniche. Das Ergebnis: rund 1,5 Millionen Einträge. So war es Glück und Zufall, dass er auf die Wildvogelstation Teufelsmoor stieß. In der Wildvogelstation werden kranke und verwaiste Wildvögel aller Art wieder aufgepäppelt, um sie nach erfolgreicher Genesung auszuwildern.

Seit dem Spätsommer 2018 lebt auch ein junger Kranich auf dem Areal, der auf den Namen „Grus“ getauft wurde. „Uns ist es ganz wichtig, dass er nicht als ein niedlicher, zahmer Kranich anzusehen ist. ,Grus’ ist vielmehr ein Beispiel dafür, wie man es nicht macht, wenn man ein Ei oder einen Jungvogel findet. Es steht zu befürchten, dass die ganze Familien Spaß an der Aufzucht haben, um ihn dann zu entsorgen, wenn es problematisch wird“, betonen die Betreiber der Wildvogelstation.

Sie schätzen, dass sich auch das Schicksal des „Findelkindes Grus“ so abgespielt haben könnte. Nach dem Aussetzen, von wem auch immer, irrte der Jungvogel verstört durch Wohngebiete und pickte an die Fenster der Häuser. Beherzte Tierfreunde fingen ihn schließlich ein und brachten das Tier zur Wildvogelstation im Teufelsmoor. Dort hält „Grus“ die Betreiber der Station heftig auf Trab. Inzwischen hat er perfekt fliegen gelernt, aber wenn seine Artgenossen laut trompetend über ihn hinweg ziehen, hat er für sie nur einen schrägen Blick nach oben übrig. Auf der Wildvogelstation befürchtet man, dass die Prägung auf Menschen „Grus“ künftig daran hindern wird, sich den Artgenossen einmal anzuschließen.

Einem eigentlich scheuen Kranich einmal ganz nahe zu kommen, das war für Hendrik Locksley in diesen Tagen ein unvergessliches Erlebnis. Die Wildvogelstation hatte den Elsflether Kranichfan zu einem Besuch eingeladen. Nachdem „Grus“ ganz vorsichtig an Hendriks Hand geknabbert hatte, war der Elsflether von ihm akzeptiert worden. Hendrik: „Wenn man bedenkt, dass Kraniche die scheuesten Vögel überhaupt sind und sofort die Flucht ergreifen, wenn man sich ihnen auf weniger als 200 Meter nähert, dann war diese Begegnung fast surreal und kaum fassbar. Wenn er sein Gegenüber neugierig und so lebendig anschaut, verliebt man sich auf der Stelle in ihn.“

Kein Wunder also, dass Kraniche die „Vögel des Glücks“ sind.

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