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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Jahnhalle: Nicht nur Jesus ist wieder auferstanden

19.04.2010

NORDENHAM Im Hintergrund ein Paravent mit blauem Tuchvorhang, davor ein weißer Ledersessel im Scheinwerferlicht – das ist die Bühne für die aberwitzige Geschichte, die Reiner Kröhnert von nicht weniger als 14 Figuren der Zeitgeschichte vorstellen lässt. Er verkörpert sie alle.

Kinski als Jesus

Als Regisseur Werner Herzog leitet der Kabarettist am Freitagabend in der Jahnhalle mit blumigen Worten und großen Künstler-Allüren das Geschehen ein: Klaus Kinski – damals viel geschmähter „Jesus“-Darsteller in eigenem Bühnenprogramm – ist unter der Golden Gate Bridge in San Francisco wieder auferstanden als neuer Messias.

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Das bezweifelt Michel Friedmann, Ex-Vize-Vorsitzender des Zentralrats der Juden in Deutschland und Talk-master. Er sieht sich selbst in jener Rolle, hat er doch die Passion des Drogen-Prostitutions-Promi-Milieus am eigenen Leib erlitten und weiß sein Leiden mit großer Eloquenz zu schildern. Dennoch geht er scheinbar auf die Wiederkehr von Jesus-Kinski ein und verkauft ihn Peter Hintze und Ronald Profalla als neue Heilsfigur der CDU.

Diese beiden allerunterwürfigsten Diener ihrer Herrin wollen Jesus Kinski gleich zum neuen Ehrenvorsitzenden machen. Angela Merkel tritt auf und fragt sich, wie sie wohl in die „Betschwestern-Partei“ gelangt ist. Sie gibt sich anti-klerikal und kritisch gegenüber dem „bayerischen Stellvertreter-Ersatz“ Ratzinger.

Papst Benedikt XVI., Ex-Kardinal Joseph Ratzinger, rechtfertigt die Vergebung der Sünden von Holocaust-Leugnern und Alt-Nazis sowie die Handlungsweise der Inquisition.

Nach einer Erholungspause erscheint, wie vom Double Hintze-Profalla angekündigt, Klaus Jesus Kinski in Personam. Dramatischer Gestus, deftige und präzise Wortwahl, Schwulst der Formulierung und das Zucken der Gesichtsmuskeln – alles da, Kinski lebt!

Sogleich rechnet der „lachende Jesus“ mit seiner Darstellung als „fleischgewordenes Opfersymbol“ und „vegetativ erschaffenem Gottes-Clon“ ab und predigt Anarchie.

Bei der anschließenden Diskussion sitzt Kröhnert im Sessel und wechselt fließend von Norbert Blüm zu Friedrich Merz zum Papst zu Wolfgang Schäuble zu Merkel zu Hintze/Profalla. Eine kleine Veränderung der Haltung, Mimik und des Sprachgestus, dazu ein bisschen Akzent oder Dialekt, und die Täuschung gelingt verblüffend gut, obwohl keine Kostüme oder Requisiten im Spiel sind.

Wieder da: Honecker

Es wird beschlossen, Jesus Kinski müsse ein weiteres Wunder vollbringen: einen Toten erwecken, wie einst sein Vorgänger. Und siehe da: Hinter dem Vorhang erscheint Erich Honecker. Er wähnt sich im Jahre 1987 nach einem Bankett mit Kohl und Genscher und berichtet von einem Alptraum – der Geschichte der vergangenen 20 Jahre mit dem Untergang der DDR. Am Ende seines Traumes verwandelt er sich in einen großen dicken Pfälzer: Helmut Kohl.

Jesus Kinski tritt zu seiner letzten Rede an und verdammt in einer Tirade den Afghanistan-Krieg mit seinen vielen unschuldigen Opfern – was Betroffenheit auslöst im Publikum, das sich fragt, wie viel Kröhnert wohl in Kinski stecken mag.

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