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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Niemand sieht die tiefen Wunden

14.05.2016

Brake „Ich wünschte, sie würden mich schlagen. Wenn sie mich schlagen würden, hätte ich sichtbare Wunden.“ Die Odyssee der 14-jährigen Anna vom respektierten Mädchen hin zum Opfer systematischen Mobbings konnten am Donnerstagabend rund 30 Zuhörer bei der Lesung der Kinderbuchautorin Astrid Frank in Wiechmanns Weserhotel mitverfolgen. Der intensive Roman „Unsichtbare Wunden“, der als einer der wenigen des Genres ein selbstbewusstes, hübsches Mädchen zum Mobbingopfer werden lässt, fesselte die Zuhörer und regte zum Nachdenken an. Zudem gab es einen Kurzvortrag der Autorin zum Thema Mobbing.

„Danke an die Veranstalter, die dafür sorgen, dass das Thema Mobbing wieder mehr in den Fokus gerückt wird“, sagte Bürgermeister Michael Kurz (SPD), Schirmherr der Veranstaltung, in seinem Grußwort.

Unter die Haut gehend

Die Szenen, die Astrid Frank schildert, sind fiktiv, greifen aber teilweise auf eigene Erfahrungen der Autorin und Mutter zurück. Ihr Sohn wurde im Kindergarten Opfer von Mobbing, mit Folgen, die bis heute spürbar sind. Mit viel Liebe zum Detail und Schilderungen, die unter die Haut gehen, beschreibt Astrid Frank die Entwicklungen und gruppendynamischen Prozesse. Anhand von Tagebucheinträgen, die einen der zwei Stränge des Romans ausmachen, kann mitverfolgt werden, wie sich der Ton langsam verschärft. Freundschaften lösen, Machtverhältnisse und Hierarchien verändern sich.

Die einzelnen Taten werden mit Wassertropfen verglichen. Für sich genommen, tun die einzelnen Verletzungen und Sticheleien nicht weh. Wenn aber aus den Wassertropfen ein Meer wird, dann können die Opfer überrollt werden. Die chinesische Wasserfolter ist der passende Vergleich, der auch im Buch vorkommt.

Opfer kann jeder werden

Gekoppelt wurde die Lesung mit einem kurzen Impulsreferat von Astrid Frank, in dem sie die Besonderheiten von Mobbing darstellte und die Unterschiede zwischen sporadischen, normalen Konflikten und Mobbing herausstellte. Vor allem zwei Dinge betonte sie dabei besonders: Mobbing kann jeden treffen und das Verhalten von Tätern, die häufig versuchen, eigene Probleme mit ihrem Verhalten zu verdecken, und Opfern verändert sich über die Zeit nicht. „Die Peer-Groups sind dafür verantwortlich, dass sich ein Prozess zum Mobbing wandelt.“ Es sei das Mitmachen, die stillschweigende Duldung der Taten, das Mitlaufen, welches Mobbing entstehen lässt. Soziale Isolation, bleibende, unsichtbare Wunden und im schlimmsten Fall der Tod sind die Folgen. „Opfer kann jeder werden“, stellte Astrid Frank heraus.

Netzwerk aufbauen

In der Diskussion waren die Reaktionen vielfältig, man merkte den Zuhörern an, dass die Lesung sie berührte, der Rahmen aber auch als ein geschützter angesehen wurde.

Die „Initiative gegen Mobbing und Gewalt an Schulen“, die aus betroffenen Eltern besteht, möchte ein Netzwerk aufbauen, um in Zukunft Opfern, Tätern, Eltern und auch Lehrern helfen zu können. Die Initiative organisierte die Veranstaltung zusammen mit der Gleichstellungsbeauftragten der Stadt Brake, Karin Büttner.

Claus Arne Hock Redakteur / Online-Redaktion
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