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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Ausstellung Im Museum Nordenham: Späte Ehre für eine fast vergessene Künstlerin

23.07.2019

Nordenham Bei der Feier zur Verleihung der Auszeichnung „Frauenort“ im Museum Nordenham gab es viele schöne Festreden und ein Lied über Emy Rogge zu hören. Außerdem eine Geburtstagstorte und sogar einen Käse, der nach Emy Rogge benannt wurde. Wolfgang Sarodnick ist sich ziemlich sicher, dass Emy Rogge das ganze Brimborium zu viel gewesen wäre.

Die Ausstellung

mit Werken von Emy Rogge sowie Briefen und Dokumenten aus ihrem Leben ist noch bis April 2020 im Museum Nordenham zu sehen. In der Sommersaison, die bis zum 14. September dauert, ist das Museum dienstags bis freitags von 10.30 bis 17 Uhr geöffnet sowie Samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 10.30 bis 17 Uhr. Aquarelle, Radierungen und eine Selbstporträt sind im Erdgeschosse ausgestellt. Im 2. Obergeschoss sind unter anderem Ölgemälde zu sehen.

Der Großneffe der Künstlerin, der die Stadt Nordenham die Auszeichnung zum „Frauenort“ verdankt, hat Emy Rogge als bescheidene Frau in Erinnerung. Der 80-Jährige denkt gerne an die Zeit zurück, als er mit seinen Eltern im VW Käfer nach Worpswede gefahren ist, um die Großtante zu besuchen. Und an die Spaziergänge in der Umgebung. „Merkst du, wie schön das hier riecht? Hörst du die Vögel?“ habe sie ihn gefragt. „Emy Rogge war eine naturverbundene Frau“, erinnert sich Wolfgang Sarodnick. Aber ohne ihren Bruder Johannes Cornelius hätte sie von ihrer Kunst möglicherweise nicht leben können. Der war ein gewiefter Kaufmann, kam in der ganzen Welt herum und verkaufte die Bilder seiner Schwester.

Seit gut zwei Wochen ist die Ausstellung mit Werken von Emy Rogge sowie Briefen und Dokumenten aus ihrem Leben im Museum Nordenham zu sehen. Viele der Ausstellungstücke haben Wolfgang Sarodnick und Klaus Dahle, der Urgroßneffe der 1959 verstorbenen Künstlerin, zur Verfügung gestellt. Für Susanne Randhage war das natürlich ein Glücksfall. Die Musealogin hat die Ausstellung konzipiert. Sie ist dadurch zu einer Emy-Rogge-Expertin geworden.

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Ausnahmekünstlerin

Nach den Worten von Susanne Randhage war Emy Rogge eine Ausnahmekünstlerin ihrer Zeit. Warum? Weil die gesellschaftlichen Konventionen im 19. Jahrhundert eigentlich einen Lebensweg als Hausfrau und Mutter für sie vorsahen. Emy Rogge wollte aber unbedingt malen. Und sie schaffte es, von ihrer Kunst zu leben. Das war damals keine Selbstverständlichkeit.

Emy Rogge ist in Schweewarden geboren und in Atens aufgewachsen. Sie nahm privaten Zeichenunterricht. Die treibende Kraft dahinter dürfte ihre Mutter Clara gewesen sein, die aus einer kunstverbundenen Familie stammt. Emy Rogge nahm ein Zeichenstudium in Dresden auf. Später arbeitete sie als Zeichenlehrerin in Oldenburg. Um die Jahrhundertwende zeigte die inzwischen etablierte Künstlerin ihre Werke bei Ausstellungen des Oldenburger Künstlervereins. 1902 wurde Berlin ihre neue Heimat. Dort war auch ihre erste eigene Ausstellung zu sehen. Später bekam sie eine Festanstellung im Kaiser-Friedrich-Museum, wo sie viele Alte Meister kopierte. Für ihre Kopie des Bildes „Kaufmann Gisze“ von Hans Holbein wurde sie von Kaiser Wilhelm II. persönlich hoch gelobt. Dieses Bild hat Wolfgang Sarodnick der Stadt als Leihgabe zur Verfügung gestellt. Es hängt künftig im Sitzungsraum A des Rathauses, der jetzt „Emy-Rogge-Zimmer“ heißt.

Kindheitstraum

1922 zog Emy Rogge im Alter von 56 Jahren mit ihrer Mutter und ihrem Bruder Johannes Cornelius nach Worpswede und erfüllte sich damit einen Kindheitstraum.

Frauengeschichte und Frauenkultur

Nordenham ist der 41. „Frauenort“ in Niedersachsen. „Frauenorte“ ist eine Initiative des Landesfrauenrates Niedersachsen. Es geht darum, Frauengeschichte und Frauenkultur in der Erinnerungskultur von Städten und Regionen und nicht zuletzt im Land noch fester zu verankern. Der Landesfrauenrat will neue Wege im Kulturtourismus eröffnen. Landesweit werden Stadt- und Regionalgeschichte aus dem Blick von historischen Frauenpersönlichkeiten betrachtet. Erzählt wird von ihren Leistungen, die sie auf politischem, kulturellem, sozialem, wirtschaftlichem und/oder wissenschaftlichem Gebiet vollbracht haben.

Das Werk Emy Rogges umfasst zumeist menschenleere Landschaften, in denen es jedoch häufig Hinweise auf ländliches Leben in Form von Bauernkaten oder Windmühlen gibt. Überliefert sind außerdem eine Reihe von farbintensiven, lebhaft gestalteten Blumenstillleben sowie wenige Porträts. In der Worpsweder Zeit sind auch viele Postkarten mit Landschaftsmotiven entstanden.

1953 zog Emy Rogge in das Bremer Altersheim Diedrichs­hof. Sie verstarb am 7. April 1959 und fand auf dem Riemsberger Friedhof in Bremen ihre letzte Ruhestätte.  Für Susanne Randhage waren die Recherchen des inzwischen verstorbenen Dieter Auffarth eine wichtige Quelle für ihre Arbeit. Die 36-Jährige hat in Göttingen Kunstgeschichte, Alte Geschichte und Ägyptologie studiert. In Nordenham ist sie als Musealogin beschäftigt. Musealog qualifiziert arbeitssuchende und arbeitslose Akademiker für die Arbeit in Museen und Kul­tur­ein­rich­tun­gen. Innerhalb von acht Monaten erwerben sie das Zertifikat zum Fachreferenten für Sammlungs­management und Qualitäts­standards in Museen.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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