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Frantz Massenat verlässt die Baskets
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Frantz Massenat verlässt die Baskets

NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Zwischen Shakespeare und Blues Brothers

20.09.2017

Nordenham /Bremerhaven Am nächsten Montag ist es wieder so weit. Diesmal soll René Maréchal einen Fahrradfahrer spielen. Zum zweiten Mal ist er für den Bremer Tatort als Komparse im Einsatz. Vor zwei Jahren hat er in „Wer Wind erntet, sät Sturm“ – unter anderem mit Thomas Heinze – einen Arbeiter gemimt. René Maréchal hat großen Spaß an diesen Kurzeinsätzen im Film. Die Schauspielerei ist seine Leidenschaft. Ob als Statist in großen Fernsehproduktionen oder beim Bremerhavener Stadttheater, ob als Hauptdarsteller auf der Bühne des Theaters Fatale in Nordenham – der 55-Jährige ist in seinem Element, wenn er in andere Rollen schlüpfen kann.

Das war nicht immer so. „Lange Texte auswendig lernen, ganz nach vorne gehen und die Rampensau spielen – das war früher nie mein Ding“, sagt René Maréchal. Deshalb haben ihn Theater-AGs an der Schule auch nie gereizt. Deshalb hat er als Gitarrist bei PST und bei Prime Time lieber in der zweiten Reihe gestanden. Im Stadttheater Bremerhaven oder beim Tatort stehen natürlich die Profis im Vordergrund. Aber bei Theater Fatale gehört René Maréchal längst zum Kreise derjenigen, die regelmäßig im Rampenlicht agieren.

Blut geleckt

„Ich hätte mir das früher nie träumen lassen“, sagt der Freizeitdarsteller, der bei den Fatalen als Bühnenmaler und Bühnenbauer eingestiegen war und gar nicht das Bedürfnis hatte, sich auf der Bühne auszuleben. Aber das änderte sich. 2004 übernahm er eine kleine Rolle als Fensterputzer in der Boulevard-Komödie „Wie wär’s denn, Mrs. Markham?“ Zwei Jahre später die erste große Rolle in „Es war die Lerche“ von Ephraim Kishon. René Maréchal spielte den Geist von William Shakespeare. Er färbte sich die Haare schwarz. Er überwand die „Angst vor dem Blackout“. Er hatte einen Riesenspaß auf der Bühne. Und er leckte Blut. Anschließend spielte der Nordenhamer, der 2011 aus privaten Gründen nach Bremerhaven gezogen ist, regelmäßig große Rollen bei den Fatalen.

Seinen ersten Statisten-Auftritt im Bremerhavener Stadttheater hatte René Maréchal 2014 in „Nathan, der Weise“. Er spielte einen Moslem. Zu sagen hatte er nichts. Später – im Musical „Anything goes“ – waren’s immerhin drei Sätze. Und in „Antigone“ – „das war der Moment, in dem es richtig losging“, so René Maréchal – waren es über 100 Worte. Der Nordenhamer spielte einen Chorführer. „So eine Rolle ist für einen Komparsen natürlich ein echtes Highlight“.

Der nächste Höhepunkt könnte im nächsten Jahr kommen. Dann wird am Bremerhavener Stadttheater das Musical „Blues Brothers“ aufgeführt. Beim Casting will der 55-Jährige auf jeden Fall mitmachen. Und er rechnet sich gute Chancen aus. Gesucht werden nämlich Männer, die singen und tanzen können. „Davon gibt es in meinem Alter nicht so viele“, sagt der 55-Jährige.

René Maréchal kann beides zumindest so gut, dass es für einen Komparseneinsatz reichen könnte. Das liegt auch daran, dass er seit einiger Zeit Mitglied im Bremerhavener Chor That’s Entertainment ist. Zum Programm dieses Chors gehören neben dem Gesang auch Tanzeinlagen und szenisches Spiel. Die Voraussetzungen, um beim Blues-Brothers-Casting zum Zug zu kommen, sind also nicht die schlechtesten. Der Chor That’s Entertainment tritt übrigens am Sonnabend und Sonntag, 11. und 12. November, in Nordenham auf – natürlich im Güterschuppen des Theaters Fatale.

„Robinson & Crusoe“

Ein weiteres Projekt hat René Maréchal für nächstes Jahr fest im Visier. Er will zum ersten Mal Regie führen bei den Fatalen. Im Herbst 2018 soll das Stück „Robinson & Crusoe“ auf die Bühne kommen. Es handelt von zwei Kampfpiloten, die sich eigentlich gegenseitig abschießen wollten, aber gemeinsam auf einer einsamen Insel gestrandet sind.

Von den Profis lernen – auch das ist eine Motivation, die den 55-Jährigen antreibt. Auch deshalb ist er gerne dabei, wenn Statisten gesucht werden. Nicht nur im Tatort hatte er einen Kurzauftritt. In der Komödie „Vorstadtrocker“, die in Bremerhaven gedreht wurde, spielte er einen Freier in einer Sex-Bar. In einem Spot für eine Spendensammlung spielte er einen Obdachlosen. Für eine Dokumentation mit Spielhandlung über den Alt-Bundeskanzler Helmut Schmidt ließ sich René Maréchal die Haare schneiden und den Bart rasieren. In dem – noch nicht veröffentlichten – Film „Was uns nicht umbringt“ mit Bjarne Mädel („Der Tatortreiniger“) ist er im Hintergrund auf einer Bowling-Bahn zu sehen – jedenfalls dann, wenn die Szene nicht herausgeschnitten wird. „Das kann immer mal passieren“, sagt René Maréchal. Ist ihm auch schon passiert, als er in „Schmutziges Blut“ einen Schwulen in Lederkluft mimte.

Kleines Taschengeld

Für seine Statisten-Einsätze bekommt René Maréchal ein kleines Taschengeld. Mehr nicht. Der Spaß steht eindeutig im Vordergrund für den Hobby-Mimen, der bei Kronos-Titan in Blexen als Chemie-Facharbeiter tätig ist. Er arbeitet im Schichtdienst, deshalb ist es manchmal nicht so einfach, Hobby und Beruf miteinander zu vereinbaren.

Inzwischen überlegt der 55-Jährige, in Sachen Schauspielerei künftig ein bisschen kürzer zu treten. Aber es gibt Gelegenheiten, bei denen ein so leidenschaftlicher und ambitionierter Hobby-Darsteller nicht Nein sagen kann. Das Blues-Brothers-Musical gehört dazu. „Da will ich auf jeden Fall dabei sein“, sagt er. Das ist genau mein Ding.“ Und das Gleiche gilt für die Regie-Arbeit bei den Fatalen.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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