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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Sie will auf die große Opern-Bühne

17.02.2018

Nordenham /Düsseldorf Sie trinkt viel Ingwertee, wäscht sich oft die Hände und hat in diesen kalten Tagen immer einen Schal dabei. Räume, in denen es laut zugeht, meidet sie. Und Raucherkneipen sowieso. Verena Tönjes stellt so einiges an, um ihre Stimme zu schützen.

Während Husten, Heiserkeit und Halskratzen für die meisten Menschen ein kaum vermeidbares, aber harmloses Winterübel sind, kann sich eine Erkältung für Verena Tönjes schnell zu einem ernsthaften Problem entwickeln. Das hängt mit ihren beruflichen Ambitionen zusammen: Die 28-jährige Nordenhamerin ist auf dem besten Weg, Karriere als Opernsängerin zu machen. Die Pflege der Stimme hat daher eine ganz besondere Bedeutung für sie. „Der Körper ist mein Instrument“, sagt Verena Tönjes.

Dass sich die Nordenhamerin für einen Beruf in der Musikwelt entschieden hat, ist angesichts ihrer familiären Vorbelastung keine Überraschung. Mutter Barbara, Vater Stefan und die drei Geschwister musizieren alle gerne.

Im Alter von sechs Jahren begann Verena Tönjes mit dem Klavier- und dem Geigenunterricht. Als Schülerin wirkte sie 2005 in der legendären „Grease“-Aufführung zum 100-jährigen Bestehen des Gymnasiums Nordenham mit und begeisterte als Solosängerin. Dieser Musical-Auftritt in der Friedeburg war eine Art Initialzündung. Denn er löste ihre seitdem ungebrochene Leidenschaft für das Singen aus. Das war auch ein Grund für sie, sich der jungen Rockband Barfuß anzuschließen und in dem Vokalensemble Vocalicious mitzuwirken. Aber der Traum, als Mezzosopranistin eine Profi-Laufbahn einzuschlagen, hat erst später an Fahrt aufgenommen.

Nachdem Verena Tönjes 2008 ihre Abiprüfungen bestanden hatte, wollte sie Lehrerin werden und damit einen in der Familie Tönjes weit verbreiteten Beruf ergreifen. Dazu passte die Aufnahme eines Lehramtsstudiums in den Fächern Spanisch und – natürlich – Musik. In Köln besuchte sie die Universität und die Musikhochschule, an der sie sich im Nebenfach für klassischen Gesang eingeschrieben hatte. Und das war letztlich der Auslöser: „Dabei habe ich entdeckt, dass mir das Singen mehr gefällt als alles andere“, sagt Verena Tönjes. Auf einmal spielte der Lehrerberuf nur noch eine untergeordnete Rolle. „Obwohl ich ihn nach wie vor toll finde“, wie sie beteuert.

Nachdem Verena Tönjes in Köln das Erste Staatsexamen absolviert hatte, bewarb sie sich an der renommierten Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf für ein Gesangsstudium. Sie meisterte die schwere Aufnahmeprüfung und wurde 2014 in die Klasse von Stella Doufexis aufgenommen. Seit deren Tod ist der britische Opernsänger und Gesangspädagoge Konrad Jarnot ihr Professor. In diesem Sommer will Verena Tönjes das Studium in Düsseldorf mit dem Bachelor-Titel abschließen. Das ist das Sprungbrett in ihren Traumberuf als Opernsängerin.

Die 28-Jährige ist sich darüber im Klaren, dass ihr Weg nicht ohne Risiko ist und sie sich starker Konkurrenz stellen muss. „Es gibt mehr Sänger auf der Welt, als man braucht“, weiß Verena Tönjes. Daher sind die festen Jobs an den Opernhäusern hart umkämpft. Das gilt besonders für Solisten.

Aber Verena Tönjes hat ihr großes Ziel vor Augen und will dafür alles geben. „Ich möchte mir später nicht vorwerfen müssen, es nicht wenigstens versucht zu haben“, sagt sie.

Als Lehrerin hätte sie es wahrscheinlich leichter. Aber darum geht es der 28-Jährigen nicht. „Wenn man einen großen Wunsch in sich trägt, ist die Frage nach der Sicherheit nebensächlich.“

Verena Tönjes möchte auch weiterhin als Konzertsängerin auf der Bühne stehen. Sie gibt Liederabende und ist als Solistin in Oratorien, Messen und Kantaten zu hören. Dazu gehört auch lebenslanges Lernen. „Man muss immer an seiner Technik arbeiten“, sagt die Mezzosopranistin.

Mit dem Brahms-Ensemble aus Düsseldorf ist Verena Tönjes am Donnerstag, 22. Februar, in Nordenham zu Gast. Ihr Heimspiel auf Einladung der Goethe-Gesellschaft beginnt um 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums. Dort, wo sie einst ihre Abiprüfungen geschrieben hat.

Norbert Hartfil
Redaktionsleitung Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2201

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