• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Die Suche nach der verflixten Entengrütze

30.03.2019

Nordenham Manchmal will einem das richtige Wort einfach nicht einfallen. So ging es auch Hella Brehmer, als sie über das grüne Zeug nachdachte, das auf dem Grabenwasser schwimmt. Für eine authentische Geschichte aus ihrer Kindheit und ihrer früheren Heimat Einswarden sind solche vermeintlichen Kleinigkeiten von großer Bedeutung. Aber das verflixte Wort ließ sich einfach nicht hervorlocken. Schon gar nicht in Kanada, wo Hella Brehmer lebte, als sie ihren Roman schrieb.

„Das letzte Dorf vor Amerika“ – so heißt das Buch, das Hella Brehmer jetzt veröffentlicht hat. Eigentlich ist der Roman schon seit 1995 fertig. Es hat aber gedauert, bis ein Verlag anbiss. In Oldenburg ist sie schließlich fündig geworden, beim Schardt-Verlag.

Hella Brehmer verwebt in drei Erzählebenen die Schicksale verschiedener Menschen zu einem sehr anschaulichen Stück Zeitgeschichte. Auch wenn der Ort im Roman Drewürden heißt, dürften ihn vor allem die älteren Einswarder beim Lesen schnell wiedererkennen. Für die zehnjährige Hanne ist Drewürden ein Kosmos voller Abenteuer. Aber es ist auch eine Welt voller Geheimnisse und Tragödien – so wie die Geschichte der schönen Isabella, die 1954 das Leben hinterm Deich erschütterte. Autobiographische Elemente mischen sich in dem Roman mit Fiktion.

Hella Brehmer ist 1945 geboren und in Einswarden aufgewachsen. Sie hat hier die Volksschule besucht, ging anschließend zur „Pudding-Akademie“, wie sie die ehemalige Haushaltungsschule in Nordenham nennt, und später zur Mittleren Handelsschule. Anschließend arbeitete Hella Brehmer hauptsächlich im Büro. In ihrer beruflichen Laufbahn ist sie viel herumgekommen. Sie hat unter anderem in London, Paris und Johannesburg gearbeitet. Von 1978 bis 2000 war sie am Goethe-Institut im kanadischen Vancouver tätig. Als dieser Standort aufgelöst wurde, ging Hella Brehmer zurück nach Deutschland. Sie fand einen Job in Berlin, wo sie seit 19 Jahren lebt.

Die Arbeit an ihrem Roman begann Hella Brehmer 1991, und zwar bei einem Flug von London nach Vancouver. Sie erinnert sich noch genau: „Die Reisetasche durfte nicht an Bord. Es gab kein Buch, keine Zeitung, aber neun Flugstunden Zeit, um die Idee für einen Roman zu konkretisieren.“ Hella Brehmer legte los. Später ließ sie sich Lokalseiten der Nordwest-Zeitung aus dem Jahre 1954 nach Vancouver schicken. Schließlich wollte sie so authentisch wie möglich aus dieser Zeit berichten.

Das ist wahrlich gelungen. 1995 war der Roman fertig. Sie hat ihn nach den ersten Absagen zunächst in die Schublade gelegt. Aber sie hat sich nicht entmutigen lassen, ihn immer wieder herausgeholt und überarbeitet. Und zum Glück ist ihr auch dieses verflixte Wort wieder eingefallen. Es ist natürlich die Entengrütze.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
Rufen Sie mich an:
04731 9988 2205
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.