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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Elektriker Aus Nordenham: Weichen stehen längst nicht auf Ruhestand

27.04.2019

Nordenham Mit seinem alten Übertragungswagen ist Harald Sommer seit 1979 unterwegs. Wie viele Veranstaltungen er damit besucht hat, kann er heute unmöglich sagen. Aber die Aufkleber an dem umgebauten Wohnwagen zeugen davon, dass Harald Sommer in seinem Leben viel herumgekommen ist. Besonders viel Platz nehmen die Aufkleber von der Sail ein. Beim Windjammertreffen in Bremerhaven war der Nordenhamer bis 2010 für den guten Ton zuständig.

Neues Projekt

Harald Sommer feiert am kommenden Montag seinen 80. Geburtstag. Ans Aufhören denkt er noch lange nicht. Stattdessen schmiedet er Pläne. Und er arbeitet an einem Projekt – einem ziemlich ambitionierten sogar. In einem Schuppen, den er sich extra dafür gebaut hat, entsteht ein neuer Ü-Wagen. Dreimal so groß wie der alte. Eine Spezialanfertigung. Den Wagen hat er nach seinen Vorgaben anfertigen lassen. Aber im Prinzip hat er nur den Bau der äußeren Hülle in fremde Hände gegeben. Harald Sommer wäre nicht er selbst, wenn er den Ausbau seines neuen Schmuckstücks anderen überlassen würde. Seit Monaten bastelt er das Innenleben zusammen. Modernste Technik wird hier verbaut. Vom Stromaggregat bis zur Küche. „Nächstes Jahr soll das gute Stück auf die Piste“, sagt der 79-Jährige.

Sein Unternehmen Sommer Audiotechnik hat er 1962 als Nebengewerbe gegründet. Der Nordenhamer ist gelernter Elektriker. Er hat bei den Norddeutschen Seekabelwerken und bei der Deutschen Bahn gearbeitet. Im Zuge der Elektrifizierung von Bahnstrecken waren in den Bahnhöfen viele Umbauarbeiten notwendig. Das gehörte viele Jahre zu den Aufgaben von Harald Sommer. Zuletzt war er für die Wartung von Signalen und Weichen zuständig, bevor er in den Ruhestand ging.

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Wobei Harald Sommer mit dem Begriff Ruhestand nicht allzu viel anfangen kann. Stundenlang tüftelt und bastelt der Rentner in seiner Werkstatt in Atens. Vor allem an den Wochenenden ist er unterwegs, um bei Veranstaltungen für die Beschallung zu sorgen. Nicht mehr ganz so oft wie früher. Aber immer noch so oft, dass seine Lebensgefährtin Sigrid Hollnagel gelegentlich mit der Nase rümpft. Eigentlich ist sie aber froh, dass Harald Sommer noch so aktiv und voller Ideen und Tatendrang ist.

Harald Sommer wurde 1939 in Schweewarden geboren. Er ist hier zur Schule gegangen und hatte in dem Dorf gemeinsam mit seinem Bruder Kurt auch seinen ersten Einsatz als Audiotechniker. Das war Ende der 50er-Jahre beim Bundesturnfest. „Damals haben wir aus alten Radios Verstärker und Lautsprecher gebaut“, erinnert sich der Rentner. Anschließend kaufte sich Harald Sommer seine erste Anlage. Und die Anfragen häuften sich.

Mobile Disco

1966, nachdem Harald Sommer sein Haus in Atens gebaut hatte, fing er mit einer mobilen Disco an. Bei unzähligen Veranstaltungen hat der gebürtige Schweewarder für den guten Ton gesorgt: bei der Kutterregatta in Fedderwardersiel zum Beispiel, beim Wischer Wiesenfest, bei der Nordenhamer Woche, bei unzähligem Hochzeiten, Polterabenden und Seniorennachmittagen. Die Musikauswahl überließ er in der Regel einem Discjockey. Das Metier von Harald Sommer ist eher die Technik. Von der versteht er so viel wie kaum ein anderer.

Aber natürlich musste er sich auch in Sachen Musik immer auf dem Laufenden halten. „Das Maß aller Dinge war für uns immer die Hitparade mit Dieter-Thomas Heck. Was hier lief, das kam auch auf der Tanzfläche gut an.“ Nach und nach stockte der Nordenhamer seine Schallplattensammlung auf. Vor allem Singles kamen auf den Plattenteller. Viele davon kaufte er sich für eine Mark von einem Unternehmen, das die Musikautomaten in den Kneipen bestückte. Die ausgemusterten Platten leisteten in der mobilen Discothek von Harald Sommer noch gute Dienste.

Der Rentner erinnert sich gerne an die Vinyl-Zeit zurück. „Heute kommen die jungen Leute mit ihrem Smartphone und zeigen dem DJ, was er spielen soll“, schüttelt Harald Sommer mit dem Kopf. Mit dieser Entwicklung kann er sich nicht so recht anfreunden. Dafür hatte aber auch das gute alte Vinyl seine Tücken. „Manchmal machten sich die jungen Leute einen Spaß daraus, so heftig auf den Dielen zu stampfen, dass die Plattennadel hüpfte.“ Die Lösung war für Harald Sommer, dass die Plattenspieler auf einen Tisch kamen, der aufgehängt wurde. Wenn allerdings beim Wischer Wiesenfest die Windböen das Festzelt bearbeiteten, war das für die Plattennadel ebenfalls eine willkommene Einladung zum Tanz.

Guter Ton bei der Auktion

Und dann kam die CD, die all diese Probleme löste. Nach und nach stellte Harald Sommer um. Bis zum Rentenbeginn im Jahre 1995 betrieb er die mobile Discothek. „Dann habe ich die Tanzmusik eingestellt.“ Seitdem beschränkt er sich auf Übertragungen. Und damit hat er genug zu tun. So hat Harald Sommer den Strukturwandel in der Landwirtschaft miterlebt wie kaum ein anderer. Wenn bei Hofauflösungen landwirtschaftliches Inventar versteigert wird, stellt Harald Sommer die Audiotechnik. Für ein Auktionshaus war er bisher 184 Mal im Einsatz. Auch für größere Veranstaltungen wird das Unternehmen nach wie vor gerne gebucht.

Was die technische Ausstattung angeht, so gibt es kaum etwas, was Harald Sommer nicht selbst baut. Er hat großen Spaß daran und legt Wert auf Qualität. Und so verbringt der Rentner einen Großteil seiner Zeit in der Werkstatt. Inzwischen hat er sich sogar mit dem Laptop angefreundet. „Aber da muss ich noch viel lernen“, sagt Harald Sommer.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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