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Segelschulschiff „Gorch Fock“ wird fertig gebaut
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Aktualisiert vor 12 Minuten.

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Segelschulschiff „Gorch Fock“ wird fertig gebaut

NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Eine Hymne auf das Kult-Festival

25.05.2019

Nordenham Am Freitag und Samstag, 14. und 15. Juni, steigt wieder das Fonsstock-Festival. 25 Jahre ist es inzwischen alt. Das sind die Fakten zum Festival:

Der Nordenhamer Shantychor

Die Männer vom Nordenhamer Shantychor guckten ziemlich verunsichert aus der Wäsche, als sich die Besucher auf dem Marktplatz die Schuhe auszogen und in die Luft hielten. Die meisten von ihnen kannten den Monty-Python-Film „Das Leben des Brian“ nicht, sonst hätten sie gewusst, dass diese Geste ein Ausdruck allerhöchster Anerkennung ist. Überhaupt war der erste Auftritt des Shantychors bei der Fonsparade, mit der die Organisatoren des Festivals von 1998 bis 2001 ein sicht- und vor allem hörbares Zeichen in der Innenstadt setzten, ziemlich kurios. Jens Locker, der von Anfang an dabei war und heute für die Pressearbeit des Fonsstock-Vereins zuständig ist, erinnert sich noch gut daran, wie sich einige Mitglieder des Chors in der Marktpassage sammelten, verstohlen um die Ecke lugten, um erstmal aus der Ferne einzuschätzen, was da eigentlich abgeht. Als Shantychor bei einem Punk- und Skafestival aufzutreten, ist ja auch eine gewagte Idee. Aber sie funktionierte. Der Shantychor wurden von den Punkfans so euphorisch gefeiert, dass er ein Jahr später nicht in halber, sondern in voller Besetzung antrat. Inzwischen ist er die Gruppe, die in 25 Jahren Fonsstock am häufigsten zu hören war. Fonsstock ohne den Shantychor ist natürlich auch bei der Jubiläumsausgabe undenkbar.

Fonsstock 2019:Der Fahrplan

Warm-up-Party: Für diejenigen, die es nicht erwarten können, beginnt Fonsstock in diesem Jahr schon eine Woche früher. Am Samstag, 8. Juni, bekommen Fonsstock-Freunde in der Nordenhamer Jahnhalle einen Vorgeschmack auf das Festival. Ab 19 Uhr sind dort vier Bands zu hören: Not Scientists, Sewer Rats, Damniam und die Lokalmatadoren von Die Meldung. Schwerpunkt ist natürlich Punkrock.

Das Festivalprogramm:

Freitag, 14. Juni: 16 Uhr: Shantychor Rodenkirchen; 17 Uhr: Not My Art (Metal, Hardcore, Alternative/Nordenham), 18 Uhr: Empire me (Melodic Punkrock/Osnabrück), 19 Uhr: 20 Belows (Pop-Punk/Kopenhagen, Dänemark); 20.15 Uhr: Macsat (Punk, Rock/Münster); 21.30 Uhr: Bitume (Punkrock/Oldenburg); 23.15 Uhr: Red City Radio (Punkrock/Oklahoma City, USA). Samstag, 15. Juni: 11 Uhr: Radau (Rock für Kinder/Hamburg); 12.45 Uhr: Shantychor Nordenham; 14.15 Uhr: Hush Puppies (Punkrock/Oldenburg); 15.30 Uhr: Zatopeks (Pop-Punk/London, England); 16.45 Uhr: The Porters (Folk-Punk/Düsseldorf, Duisburg); 18.15 Uhr: Tequila and the Sunrise Gang (Reggae-Ska-Punk/Kiel); 19.45 Uhr: The Apers (Punkrock/Rotterdam, Niederlande); 21.15 Uhr: The Real McKenzies (Folk-Punk/Vancouver, Kanada); 23 Uhr: The Baboon Show (Punk, Garage, Powerpop/Stockholm, Schweden).

Tickets für das Fonsstock-Festival gibt es in allen Vorverkaufsstellen der Nordwest-Zeitung. Inklusive aller Gebühren kosten sie 28,85 Euro. Kinder bis zu 12 Jahren, die das Konzert von Radau sehen möchten, haben freien Eintritt.

    www.nordwest-ticket.de

Fonsstock: Die Anfänge 1994

Zurück zum Anfang: Es war einmal im Jahre 1994. Ein gewisser Sascha Killmer (Spitzname Fons) und ein gewisser Ingo Berends (Spitzname Igor) wollten gemeinsam ihren Geburtstag feiern. Beide besuchten die Oberstufe des Nordenhamer Gymnasiums. In der Schulmensa entstand die Idee, die Fete etwas größer aufzuziehen als üblich. In einer eher kleinbürgerlich geprägten Wohnsiedlung in Atens fand die Fonsstock-Premiere statt. Als Bühne für die erste Live-Band namens Kick L’amour diente ein Garagendach. 70 Besucher feierten im Garten.

Natürlich teilten nicht alle Nachbarn den Musikgeschmack der Gäste. Und es ging auch etwas lauter zu als im ZDF-Fernsehgarten. Die Polizei beendete die Fonsstock-Premiere vorzeitig. Und dennoch war jene Fete am 28. Mai 1994 die Geburtsstunde einer Veranstaltung, die bei ihren Fans längst Kultstatus genießt. Die Polizei schaut nach wie vor gelegentlich vorbei beim Fonsstock-Festival. In der Regel, um anschließend festzustellen, dass die Party friedlich verläuft. Und das ist keineswegs selbstverständlich für ein Festival, bei dem manch ein Besucher auch gerne mal einen über den Durst trinkt.

Die Punkszene: Radaubrüder? Hottentotten? Kiffer?

„Aber was haben wir uns nicht alles anhören müssen in den Anfangsjahren,“ erinnert sich Jens Locker. Radaubrüder, Hottentotten, Krawallmacher, Kiffer und und und. Die Punk-Szene genießt nicht den allerbesten Ruf. „Da kursierten viele schlimme Vorurteile“, weiß Jens Locker. Aber die sind längst ausgeräumt. Inzwischen ist das Festival im Nordenhamer Veranstaltungskalender so etabliert wie Garten & Ambiente und Klassik im Park.

Locations: Anfänge im Garten

In der ersten drei Jahren war Fonsstock eine Gartenparty für einen ausgewählten Kreis – mit Live-Musik und in der Regel mit Besuch der Ordnungshüter. Ein Problem war zudem, dass der Rasen anschließend aussah wie nach einem zweiwöchigen Rugby-Trainingslager.

Das erste öffentliche Festival fand auf dem Hof Iggewarden in Butjadingen statt. Vorverkauf: 15 D-Mark, Abendkasse: 18 D-Mark. „Saufen und Essen frei“ – so stand’s auf der Eintrittskarte. An der Fonsparade, die einmal um den Stadtkern herumführte, nahmen 300 Leute teil. Auf dem Wagen spielten die Hush Puppies. Den Saft dafür lieferte ein Notstrom-Aggregat. „Die Leute staunten“, erinnert sich Thomas Neumann alias Newman, der heute Vorsitzender des Fonsstock-Vereins ist. „In der Hafenstraße wurden wir richtig abgefeiert.“ Zum Festival kamen 430 Besucher. Legendär ist die Viagra-Bowle, die damals ausgeschenkt wurde.

Nach der öffentliche Premiere stand für die Fonsstocker relativ schnell fest, dass sich der Hof Iggewarden als Festival-Standort nicht wirklich eignet. 1999 fand das Festival auf einer Wiese in Grebswarden statt. Ein Jahr später wieder – und zwar erstmals über zwei Tage. 1500 Besucher kamen. 2001 und 2002 richteten sich die Fonsstocker auf der Osterfeuerwiese am Weserstrand ein. Und nach einem Abstecher auf das ehemalige Gelände der Gute-Hoffnungs-Hütte in Blexen (heute Steelwind) im Jahr darauf wurde die idyllische Lichtung unweit der inzwischen geschlossenen Jugendherberge zur Heimat der Fonsstocker.

Das ist die Fonsstock-Hymne

Es gab schonmal eine Fonsstock-Hymne. „We Call It Fonsstock“ heißt sie, erstmals live gespielt von der Band Mr. Bubble B. and the Coconuts beim Festival 2000. Jetzt gibt es wieder eine. Aufgenommen von der Gruppe Macsat zusammen mit Christian Maasland, dem Sänger der Oldenburger Punkband Bitume. „Doch ich möchte lieber zum Fonsstock, ich möchte lieber entspannt zum Weserstrand“ heißt es im Refrain.

Nicht nur bei den Besuchern, auch bei vielen Bands genießt das Festival Kultstatus. „Und deshalb schaffen wir es auch immer wieder Bands zu verpflichten, die größere Locations gewohnt“, erzählt Jens Locker.

Die Helfer beim Fonsstock

Ohne sie geht nichts. Ohne sie hätte das Festival nicht die familiäre Atmosphäre, für die es geschätzt wird. Ohne sie müsste ein Fonsstock-Ticket locker das Doppelte kosten: die Helfer. Rund 80 von ihnen sind während des Festivals im Einsatz, ohne einen Cent dafür zu erwarten. Ein harter Kern von etwa 15 Ehrenamtlichen kümmert sich um die Organisation und den Aufbau. Seit 1999 ist Fonsstock ein gemeinnütziger Verein. „Wir brauchten einfach eine gewisse Struktur, als sie das Festival immer größer wurde“, erzählt Jens Locker. Aktuell gehören rund 140 Mitglieder dem Verein an

Wie sieht das Fonsstock der Zukunft aus?

Die Fonsstocker der ersten Stunde sind inzwischen alle Mitte 40. „Ob wir das in 30 Jahren auch noch machen, kann ich natürlich nicht sagen“, erzählt Jens Locker. Aber zurzeit haben sie noch alle große Lust. Trotzdem machen sich Volker Neumann und seine Mitstreiter Gedanken darüber, wie sie den Nachwuchs einbinden und für ihr Festival begeistern können. Und auch deshalb wagen sie ein neues Experiment. Im Jubiläumsjahr wird erstmals eine Kinderband bei Fonsstock auftreten. Sie heißt Radau und eröffnet am Samstag um 11 Uhr das Programm. An sämtlichen Nordenhamer Grundschulen hat der Verein Flyer für das Konzert verteilt.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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