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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Dat kölsche Mädche lästert wie eh und je

11.05.2019

Nordenham Das kölsche Original Gaby Köster hat viele Fans, und auch in Nordenham waren die Karten für ihre Lesung „Sitcom“ in der Jahnhalle schnell vergriffen. Applaus gibt es für die Künstlerin am Donnerstagabend, bevor sie überhaupt die Bühne betritt. Rund anderthalb Stunden dauert der satirische Abend. Und diese Zeit reicht, um so ziemlich alles durch den Kakao zu ziehen. Angefangen von den unzureichenden Serviceleistungen im Dienstleistungsgewerbe über die sozialen Netzwerke und die neuen Medien, die angesagten Ernährungsgewohnheiten, modernen Erziehungsmethoden bis hin zum nicht multitaskingfähigen männlichen Geschlecht.

Kaum ein Thema aus dem Alltag im 20. Jahrhundert, das außen vor bleibt und im Publikum nicht für Lacher sorgt. Die Gags reihen sich nahtlos aneinander und zeitweise geht es da mitunter recht derbe zu. Aber das kennt man von der Schnodderschnauze aus dem Rheinland mit der tiefen Stimme schon. Viele kennen sie aus dem Fernsehen. In dem einen Moment mokiert Gaby Köster sich noch über die Berliner Taxifahrer, die den Ku’damm nicht kennen, im nächsten Moment sind es die hippen Smoothies mit Rollmops und Aspirin oder die vielen Frauen mit Lego-Schäufelchen-Fingernägeln. Wer heute beim Versand Hermes arbeitet, hat laut Gaby Köster wahrscheinlich als Kind schon immer Klingelmännchen bei den Nachbarn gemacht.

Männer, die sich in den Schritt greifen, würden wahrscheinlich an Phantomschmerzen leiden. Und dann sei da dieser bekloppte Donald Trump mit der uringelben Frisur. Auch Gesundheitsminister Jens Spahn bekommt in der kurzweiligen Lesung sein Fett weg. Er solle doch im Zuge der Organspende am besten sein Gehirn spenden. Klare Worte ebenso beim Thema Rassismus: Alle Menschen seien Ausländer, fast überall. Alle Rassisten seien Arschlöcher. Überall.

Ihre Schnodderschauze hat die Kölner Schauspielerin und Komikerin, die 2008 einen schweren Schlaganfall erlitt, nicht eingebüßt. Aber sie ist seitdem halbseitig gelähmt, kann die Bühne in der Jahnhalle nur langsam und mit Unterstützung betreten, sitzt während der gesamten Lesung.

Ihre Texte trägt sie mit Blick auf ihr Tablet vor. Aus ihrer Behinderung macht macht sie kein Hehl. Nach der Pause begrüßt Gaby Köstner ihre Nordenhamer Fans mit den Worten: „Es geht weiter mit Teil zwei vom betreuten Auftreten.“ Und am Ende des gelungenen Comedyabends mit eingebauter Zugabe heißt es: „Bevor ich nach vorne gekommen bin und mich verneigt habe“, haben wir Wochenende.“

Gaby Köster hat trotz des heftigen Schicksalsschlags ihren Humor nicht verloren. Mit ihrer aktuellen Lesung „Sitcom“ unterhält sie ihr Publikum gekonnt. Die Nordenhamer applaudieren begeistert, pfeifen anerkennend, einige trommeln mit den Füßen, bevor sie den Heimweg antreten.

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