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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Goethe-Gesellschaft Nordenham: Von Weimarer Klassik bis Poetry-Slam

12.01.2021

Nordenham Die Programmgestalter der Nordenhamer Goethe-Gesellschaft sind um ihre Aufgabe nicht zu beneiden. Denn was in diesem Jahr geht und was nicht, können sie zurzeit nicht mal erahnen. Die Corona-Pandemie macht Planung für Kulturanbieter zu einem Glücksspiel. Auch für Stefanie Seyfarth. Seit einem Jahr ist sie Vorsitzende der Nordenhamer Goethe-Gesellschaft. Und erstmals ist sie verantwortlich für das „Wortprogramm“. Sechs Veranstaltungen hat sie auf die Beine gestellt. Die Goetheaner können sich auf einen bunten Themenmix freuen.

Für die Nordenhamer Goethe-Gesellschaft beginnt das Jahr 2021 mit einer Premiere. Erstmals in der 75-jährigen Geschichte des Vereins gibt es einen Online-Vortrag. Anders geht’s während des Corona-Lockdowns auch gar nicht. Am kommenden Donnerstag, 14. Januar, ab 19.30 Uhr referiert der Präsident der Goethe-Gesellschaft Weimar, Professor Dr. Stefan Matuschek, zum Thema „Goethe, Schiller und Knigge – über den politischen Wert der Höflichkeit“.

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Die politische Haltung der Weimarer Klassik lasse sich nicht pointierter zusammenfassen als in der Beobachtung, dass sie die Französische Revolution mit der Ermahnung zur Höflichkeit beantwortet, meint der Referent. „Für heutige Ohren klingt das unpassend läppisch, für damalige provokant. Denn um 1800 bedeutet höflich noch konkret: wie bei Hofe.“ In seinem Vortrag geht Stefan Matuschek auch der Frage nach, wie weit es mit der politischen Höflichkeit in heutigen Parlamenten her ist. Interessierte können sich anmelden per E-Mail an info@goethegesellschaft-nordenham.de.

Der Leitende Dramaturg des Oldenburgischen Staatstheaters ist am Donnerstag, 11. Februar, ab 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums zu Gast. Sein Thema ist die Initiative, Deutschlands außergewöhnlich große und vielfältige Theaterlandschaft als immaterielles Weltkulturerbe anerkennen zu lassen.

„Die Weimarer Klassik – eine Klassik der Moderne?“ ist das Thema von Prof. Dr. Uwe Hentschel, der am Donnerstag, 11. März, ab 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums referiert. Nach seinen Worten waren die Frühromantiker sowie Kleist und Hölderlin ihrer Zeit voraus. Sie erspürten das Neue und entwickelten eine zivilisationskritische Sicht auf ihre Wirklichkeit. Den Weimarer Klassikern werden Modernität und eine kritische Einstellung zu ihrer Zeit oftmals abgesprochen. Diesen Befund will der Referent in seinem Vortrag begegnen.

Poetry-Slam aus Berlin: Bas Böttcher präsentiert am Donnerstag, 16. September, ab 20 Uhr in der Jahnhalle seine Sprach-Zauber-Schau „Die verkuppelten Worte“. Mit der musikalischen Präzision einer Jazzband bringt der Künstler Worte zum Tanzen. Sie werden gereimt, gegen den Strich gebürstet, auseinandergenommen jongliert und wieder zusammengesetzt. Bas Böttcher gilt als Pionier der Poetry-Slam-Bewegung.

„Herausforderungen der liberalen Demokratien durch den Rechtspopulismus“ ist das Thema von Dr. Andreas Püttmann aus Bonn. Der Politikwissenschaftler, Journalist und Publizist referiert am Donnerstag, 4. November, ab 19.30 Uhr in der Aula des Gymnasiums.

Über das Thema „Wir sind alle Migranten – neueste Forschungsergebnisse der Archäogenetik“ referiert Prof. Dr. Johannes Krause vom Max-Planck-Institut für Menschheitsgeschichte in Jena am Donnerstag, 2. Dezember, ab 19.30 in der Aula des Gymnasiums.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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