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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Ganz neu aufgestellt – und doch wie immer

14.01.2019

Nordenham Die gute Nachricht zuerst: Die Ruhwarder Saitenhiebe treten nach ihrem krankheitsbedingten Ausfall im vergangenen Jahr wieder öffentlich auf. Und jetzt die noch bessere Nachricht: Beide Konzerte am Wochenende waren wieder ausverkauft und lösten bei den insgesamt rund 320 Zuhörern in der Jahnhalle trotz der erforderlich gewordenen Umstrukturierungen viel Begeisterung aus.

„Wir mussten uns komplett neu aufstellen“, erläuterten Kathrin Torkel und Hanne Müchler am Samstagabend. „Vieles ist anders geworden. Aber wir verfügen zum Glück über ein breites Musikrepertoire, auf das wir zurückgreifen können. Vieles Altes erscheint jetzt sozusagen im neuen Gewand.“

Die Vorarbeiten zu dem alljährlichen Doppelkonzert mit dem mehrdeutigen Titel „Schlagsaiten“ begannen bereits im Herbst und umfassten neben den regelmäßigen Treffen ein zusätzliches Proben-Wochenende.

Tupperdose statt Gitarre

Nach einleitenden Worten des Multiinstrumentalisten Uwe Kessens und dem mehrstimmigen Gesang aus dem Beach-Boys-Stück „Barbara Ann“ lässt Bernd Bultmann alias Bulti das Publikum denn auch ziemlich schnell wissen, dass er krankheitsbedingt zumindest vorerst keine Gitarre mehr spielen kann. „Ein Schlaganfall – mal was anderes“, sagt er lapidar, bevor er sein Alternativinstrument – eine Tupperdose, der er mit einem Stück Styropor quietschende Töne entlockt, zückt.

Sehr schnell wird klar, dass Bulti trotz dieses heftigen Schicksalsschlags seinen einzigartigen Humor nicht eingebüßt hat.

Das zeigt sich nicht nur, wenn er die einzelnen Musikstücke ankündigt, Witze rezitiert und den Zuhörern literarische Einlagen wie zum Beispiel den humoristischen Text des Berliner Autors Horst Evers über den Nordenhamer Weihnachtsmarkt präsentiert.

Und auch der Jingle der beiden Konzertveranstaltungen – das A-cappella-Stück „Aber ansonsten gesund“ – ist gut gewählt und passt zum Motto des Abends. Um die 20 Lieder sind in den beiden Sets zu hören. Klassiker aus Folk und Pop, aber auch Unbekanntes wie beispielsweise „Crow on the cradle“ von der britischen Folkband Show of Hands, die im vergangenen Jahr selbst in der Jahnhalle aufgetreten ist. Die Ruhwarder Saitenhiebe spielen eben das, was ihnen gefällt.

Die Texte handeln diesmal überwiegend von der Seefahrt, dem maritimen Leben, das mitunter auch tragisch mit Untergang und Tod endet. Zwei Mal steht Gastmusiker und Gitarrist Sven Lüdtke am Freitag und Sonnabend mit auf der Bühne.

Dem Quintett, das in der nördlichen Wesermarsch zweifelsohne eine große Fangemeinde hat, gelingt es auch problemlos, sein Publikum zum Mitsingen und Mitklatschen zu motivieren. Das liegt an der Vielseitigkeit der Ruhwarder Saitenhiebe. Da sind zum einen die ganz verschiedenen Musikstücke mit eigener Note, eine enorme Vielfalt von eingesetzten Musikinstrumenten – das Spektrum reicht von zwei Geigen über unterschiedliche Flöten bis hin zur Bodhrán, einer irischen Rahmentrommel – und eingeschobener A-cappella-Musik, zum anderen die von Bulti ganz trocken vorgetragenen Witze. Diese sind mitunter recht derbe, aber nicht minder unterhaltsam.

Zündende Wortspiele

Ebenso die kurzen und wie beiläufig eingeworfen wirkenden Wortspiele zwischendurch. Ist eine nymphomane Hündin zwangsläufig? Oder wird ein Katholik auf einer Demo zum Protestanten? Solche und ähnliche Wortbeiträge ziehen im Publikum, das immer wieder spontan mit in den Ablauf einbezogen wird, viele Lacher nach sich. Die Ruhwarder Saitenhiebe, die in diesem Jahr ihr 25-jähriges Bühnenjubiläum feiern, stehen eben für ganz besondere Konzertabende.

Da bleibt nur zu hoffen, dass das bunte Ensemble mit Bernd Bultmann, Uwe Kessens, Hanne Müchler, Kathrin Torkel und Dominique Wempe der nördlichen Wesermarsch noch lange erhalten bleibt.

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