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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Jahnhalle: Kein bisschen covern, kein bisschen Leichtigkeit

03.02.2020

Nordenham Er tourt durch Deutschland, Belgien, die Niederlande, Frankreich, Österreich und die Schweiz – der amerikanische Singer/Songwriter Troy Petty. Am Sonnabend war er in der Jahnhalle zu hören.

Mit seiner gleichnamigen Band präsentierte er seinen rund 90 Zuhörern gut anderthalb Stunden lang einen Mix älterer und neuerer Songs aus den jüngsten drei CDs. Und diese Zusammenstellung erntete beim Publikum viel Beifall und anerkennende Pfiffe. Am Schluss erklatschten sich die Besucher des Kulturhauses gleich mehrere Zugaben.

Musikalisch ist Troy Petty, der seit dem vergangenen Jahr in der Gemeinde Jade wohnt, mit seiner äußerst ausdrucksstarken Stimme und den aussagekräftige Liedtexten dem Indie und Alternative-Style zuzuordnen. Er bewegt sich zwischen akustischem und experimentellem Pop und Rock, ist von Bands wie Low, Placebo, Radiohead, Jeff Buckley, Nick Cave and the Bad Seeds und The National beeinflusst.

Wenn er mit seiner schwarzen Akustikgitarre auf der Bühne steht oder am Piano sitzt und seine gefühlvollen Songs wie „Bloom“ oder seine Klavierballaden vorträgt, sind die Zuschauer mitunter so still, dass man meint, eine Stecknadel fallen zu hören.

„Als ich diese Stimme zum ersten Mal gehört habe, da war ich total elektrisiert“, sagte Marlene Rembacz, die bekennender Troy Petty-Fan ist und den Musiker aus Chicago so gut es geht unterstützt und managt. Sie erzählte, dass es viele amerikanische Musiker gebe, die gerne in Deutschland auftreten. Denn hier höre das Publikum ganz bewusst zu und konzentriere sich auf die Musik.

Und das will auch Troy Petty, der ausschließlich selbst geschriebene Songs mit ausgefeilten Texten im Gepäck hat. Inhaltlich geht es da um Themen, die nichts von Leichtigkeit haben, sondern kritisch sind und zum Nachdenken anregen. Es sind ganz persönliche Erfahrungen und Erlebnisse aus der eigenen Biografie, die der Künstler musikalisch umsetzt. Mal geht es um zwischenmenschliche Beziehungen, Flucht, Freundschaft, dann um Vergänglichkeit, bewusst zu nutzende Lebenszeit oder Erlösung.

Schade nur, dass – je nach dem, wo man in der Jahnhalle gerade saß – das Schlagzeug mitunter zu dominant wirkte. „Das lässt sich nicht ändern. Das Schlagzeug ist eben laut“, sagte Drummer Niklas Herzog, der ebenso zu dem Trio gehört wie der Bassist Enno Legein. Kennengelernt hatten sich die Musiker in Bremen.

  Wer den beeindruckenden Singer/Songwriter am Sonnabend verpasst hat, sollte sich den 15. Februar oder den 26. April notieren. Denn dann wird Troy Petty, dessen neuestes Album „Director’s Cut” vergangenes Frühjahr erschienen ist, in Varel und in Jade zu hören sein.

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