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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Kabarett In Nordenham: Hier kommt die Salzstreuerin

11.03.2019

Nordenham Ausgewogen frauenlastig und mit einem anhaltenden Wortgewitter hat Inka Meyer am Freitagabend ihre Gäste in der gut gefüllten Jahnhalle überfallen. In dem Ein-Frau-Stück „Kill me, Kate!“ ließ sie einen wahren Pointen-Hagel auf sie herniederprasseln.

Den offensichtlichen Widerspruch zwischen ausgewogen und frauenlastig wusste Inka Meyer brillant auszuschmücken. Witzig kam sie rüber und scharfzüngig, mal böse, mal vergönnlich. Passgenau zum Weltfrauentag am 8. März.

Die 39-jährige Inka Meyer, deren Mutter aus Ellwürden stammt, lebt in Frankfurt, München und – auch – Tübingen. Sie studierte Kommunikationsdesign in Mainz und in London und später Schauspiel in Frankfurt und München. In der Jahnhalle stellte sie sich als „mittelfränkische Rheinhessin mit ostfriesischem Migrationshintergrund vor“.

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Eine Dramödie

Mit „Kill me, Kate“ trat Inka Meyer im Jahr 2014 erstmals auch als Kabarettistin ins Rampenlicht und eröffnete damit die Heidelberger Theatertage. „Kill me, Kate!“, so Inka Meyer, ist eine Komödie „über die Tragödie, heute eine Frau zu sein“. Sie nennt es eine „Dramödie“ und schlüpft dafür in die Rolle einer Theatermacherin, die William Shakespeares „Der Widerspenstigen Zähmung“ inszenieren soll. Dabei hinterfragt sie ausgesprochen bissig die Probleme der Gleichstellung, wie beispielsweise die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungsebenen oder die Ungleichbehandlung bei der Bezahlung und die damit drohende Altersarmut.

„Warum“, so warf Inka Meyer beispielsweise die Frage in den Raum, „werden soziale Berufe wie Krankenschwester und Erzieherin eigentlich schlechter bezahlt als unsoziale wie Chef der Deutschen Bank?“ Aber sie wiegelte auch ab: „Feminismus ist, wenn alle lieb zueinander sind.“

Bei ihrem kabarettistischen Streifzug blieb Inka Meyer in der Jahnhalle natürlich nicht nur bei Shakespeare und den Gleichstellungswidersprüchen stecken. Sondern mit ihren Sticheleien ging sie querbeet vor und hatte allenthalben die Lacher auf ihrer Seite. Bei den Frauen im Saal ebenso wie bei den Männern in deren Begleitung.

Zum Unterschied zwischen Frau und Mann etwa fand Inka Meyer heraus: „Frauen gehen weniger fremd, sind weniger aggressiv und werfen schlechter mit Bällen.“ Und zur Sprachhygiene: „Eine hartgesottene Feministin sagt nicht: Reich mir mal den Salzstreuer. Sondern: Reich mir mal die Salzstreuerin.“

Kein Mainzelfrauchen

Es habe einmal eine Anfrage beim ZDF gegeben, erzählte sie weiter, warum es nicht neben den Mainzelmännchen auch Mainzelfrauchen gebe. Die Antwort habe sie verblüfft: „Wenn eine Frau dazu käme, wäre alles komplizierter!“ Vielleicht auch gut so, sinnierte Inka Meyer, denn „Playmobilfrauen sind doch so furzlangweilig wie ein Laternenpfahl“.

Oder zum Thema Schlankheitswahn: „Fettgewebe scheint heute wichtiger zu sein als Hirngewebe.“ Zu den neuen Medien: „Früher warnten die Eltern die Kinder, Bonbons von fremden Männern anzunehmen. Heute sagen die Kinder: Mutter, wenn dir jemand einen Link schickt, klick nicht drauf.“ Oder zum Stichwort Scheidung: „Eigentlich gibt es nur drei Gründe, sich zu trennen: Er hat ‘ne Neue, sie hat ‘nen Neuen oder beide bauen ein Haus.“ Last not least zu umweltfreundlichen Produkten: „Ein Klebestift klebt heute schlechter als ein Labello.“

Die Zuhörer bedankten sich bei Inka Meyer zum Abschied mit einem kräftigen Applaus für die spritzig-satirischen Gedankenspiele.

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