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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Meister der scharfen Zunge seziert die Medienwelt

03.12.2019

Nordenham Als Meister der scharfzüngigen Satire präsentierte sich Arnulf Rating bei seinem Auftritt in der Jahnhalle. Für einen etwas anderen Jahresrückblick öffnete der Kabarettist im Nordenhamer Kulturzentrum sein Kuriositätenkabinett des Mediendschungels.

In seinem knapp zweistündigen Soloprogramm mussten seine Zuhörer tüchtig die Ohren spitzen. Im Turbotempo haute Arnulf Rating ihnen seine Sätze um die Ohren. Dabei gab er sich tiefgründig und dem aktuellen Zeitgeist gnadenlos auf der Spur.

Ob das Phänomen Greta Thunberg, das Klimapaket oder Nazis in der Bundeswehr – den bundesweiten Gazetten gingen die Themen nicht aus. Eindeutig bezog Arnulf Rating Stellung für die Freiheit von Satire und Presse. Allerdings wüssten junge Leute mit gedruckten Exemplaren nur noch wenig anzufangen: „Stets wischen sie über das Papier, drücken an vielen Stellen und nichts tut sich, dann denken sie der Akku sei leer“. Schöne neue digitale Welt, es wächst eine papierlose Generation heran.

Material aus dem Koffer

Weitere Anregungen für sein aktuelles Programm entnahm der Kabarettist der politischen, wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Großwetterlage, indem er große Stapel Tageszeitungen aus dem Koffer holte und nach langem Vortrag wütend auf den Tisch knallte. Auch die Journalisten bekamen dabei ihr kabarettistisches Fett weg. Er beschrieb sie als „Rudelpresse mit Leitwölfen“.

Seinem Publikum gefiel es. Auch wenn es bei der hohen Wortdichte pro Minute manchmal schwer war, dem Kabarettisten auf seinem Ritt durch die Medienwelt zu folgen. Aber es gibt auch viel zu sagen, ist Arnulf Rating überzeugt. Es gilt, das Tagesgeschehen zu kommentieren. Und an seine Heimatstadt Berlin zu erinnern, als sie noch als sicherste Metropole der Welt galt: „Kein Wunder, es war auch eine Mauer drumherum.“

Begehbare Handys

Arnulf Rating blickte zurück in eine Zeit, als es noch Telefonzellen gab: „Für die Jüngeren unter Ihnen – das waren begehbare Handys“.

Wie immer bei den Abenden von und mit Arnulf Rating gab es einen Rundumschlag. Wie immer präsentierte er eine ganz spezielle Form der Presseschau voller Sarkasmus. Wie immer wurde nichts und niemand von der scharfen Zunge des Kabarettisten verschont. Auch nicht die eigene Klientel. „Warum machen wir das alles eigentlich mit?“, fragte er, um darauf Friedrich Schiller zu zitieren. „Die Großen hören auf zu herrschen, wenn die Kleinen aufhören zu kriechen.“

Auch am Ende war es wie immer bei Arnulf Rating: Neben der rekordverdächtigen Wortdichte des Kabarettisten stimmte die Lachfrequenz beim Publikum. Allerdings fühlte man sich als Zuhörer fast erdrückt von der Informationsmenge, den immer wieder eingeschobenen sprachlichen Boshaftigkeiten und der Hektik seines Vortags.

Seinem Spruch „Trump, den schaffen wir auch“ würde fast jeder zustimmen. Dem Fazit seiner Presseschau jedenfalls ist nichts hinzuzufügen: „In der Welt ist die Hölle los.“

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