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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Auch mit 50 Jahren atemberaubend jung

11.02.2019

Nordenham Die Friedeburg steht kopf, als die Konfettikanone knallt und die Ballerinos im Papierschnipselregen posieren. Was für ein Finale. Diesmal sind sie in silberne Schlaghosen geschlüpft, haben sich pinkfarbene Westen über die mehr oder weniger gestählten Oberkörper gestreift. Das Männerballett setzt dem atemberaubenden Spektakel, das 650 Besucher am Samstagabend in der ausverkauften Stadthalle erleben, die Krone auf. Seit 30 Jahren gibt es dieses Ensemble. Sein Jubiläumsauftritt ist auch ein Rückblick auf die Höhepunkte vergangener Shows. Sie sind als Affen zu sehen, als Udo Lindenbergs, als Clowns, in knallengen Leggins und und und. Beim blitzschnellen Umziehen dürfte es hinter der Bühne genauso turbulent zugegangen sein wie vorne im Rampenlicht.

Runder Geburtstag

Nicht nur das Männerballett feiert am Samstag einen runden Geburtstag. Der Ellwürder Karneval selbst ist 50 Jahre alt, oder besser: Er ist „sweet fifty“. So lautet das Motto der Narrenparty. Einmal mehr bekommt das Publikum ein atemberaubendes Spektakel geboten: vor allem fantastische Tanznummern und tolle Kostüme. Wer Stammgast ist bei der großen Faschingsfete, hat den Eindruck, dass es jedes Jahr noch ein bisschen bunter und verrückter wird.

Aber: Wie schafft man es bloß, in diesem Tollhaus einen humoristischen Beitrag unterzubringen, der dem entrückten Publikum wenigstens ein bisschen Aufmerksamkeit abverlangt? Alljährlich stellen sich Norbert Hartfil, der Vorsitzende des Bürgervereins Ellwürden, und sein Stellvertreter Heinrich Schröder diese Frage? Die Antwort lautet diesmal: Sie zeigen einen Imagefilm über Nordenham. Sie präsentieren die Vorzüge einer „aufstrebenden Kleinstadt“, um Ärzte, Hebammen, Fachkräfte im Allgemeinen und „was sonst noch so gebraucht wird“, anzulocken. „Henrich Tetzlaff“ und „Norbert Seyfarth“ zeigen die bröckelnden Fassaden im Einswarder Geisterviertel, die gastronomische Vielfalt der Döner-Buden, das Shopping-Paradies im Norden der Fußgängerzone. Hand in Hand und in beschwingter Eintracht stiefeln sie in den Gubbel am Weserstrand. Und fürs Picknick suchen sie sich ein idyllisches Plätzchen unweit der Bundesstraße, dort wo die Kettensägen ganze Arbeit geleistet haben. Was für ein Vergnügen. Wer da nicht die Koffer packt und nach Nordenham zieht, hat selber schuld. Ein filmisches Stadtporträt, dessen Charme nur unwesentlich getrübt wird, als „Heinrich Tetzlaff“ mit dickem Bauch und in froher Erwartung vor dem geschlossenen Kreißsaal der Helios-Klinik strandet. Mit einem Riesenapplaus wird der satirische Rundumschlag belohnt.

Beifall gibt’s für alle – und das nicht zu knapp: für die Garde, die mit traditioneller Karnevalschoreographie das Programm eröffnet, für die Jugendgruppe Space Girls, für die Sketch-Gruppe Sieben Promille. Natürlich auch für die Showtanz-Gruppe. Wobei sich in den Applaus ein wenig Wehmut mischt. Die Showtänzer kündigen ihren Abschied von der Karnevalsbühne an – schade.

Ein Höhepunkt ist der Auftritt von Jive United. Die Mädels können nicht nur Garde. Sie können auch anders. Diesmal tauschen sie ihre grün-weißen Uniformen gegen goldene Hot-Pants, Stock und Zylinder. Eine Mischung aus Eleganz und Sex-Appeal. Im Hintergrund ein Baugerüst, das bedenklich zittert unter den Tanzschritten der Jive-United-Girls. Ein wunderbares Spektakel auf mehreren Ebenen. Dazu mitreißende Musik. Zeremonienmeister Michael Wehming, der durch das Programm führt, ist genauso begeistert wie das Publikum. Klar gibt’s anschließend ein dreifach donnerndes „Ellwürden helau“ – wie nach jedem Show-Act bei der großen Sweet-Fifty-Party.

Waldmenschen siegen

Applaus gibt’s auch für die Gruppen mit den originellsten Kostümen. Bei den Waldmenschen ist er ohrenbetäubend. Platz eins bei der Kostümprämierung. Mit Kirschlorbeer, Farn und grüner Schminke haben sie sich in Fabelwesen verwandelt. Allerdings hängt auch reichlich Verpackungsmüll an den Kostümen. Ein kritischer Kommentar zur Wegwerfgesellschaft – auch dafür ist Platz beim Karneval.

Mit einem bunten Finale, bei dem sich alle Akteure auf der Bühne versammeln, endet das Programm. Die Party ist aber noch lange nicht zu Ende. Die Tische vor der Bühne werden an die Seite gestellt. Und dann ist die Tanzfläche für alle freigegeben. Bis in den frühen Morgen wird im närrischen Tollhaus gefeiert.


Mehr Bilder unter: und ein Video unter   www.nwzonline.de/fotos  oder   www.nwzonline.de/videos 
Video

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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