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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Klönabend: Wechselvolle Geschichte der Johanniter

13.06.2019

Nordenham Der Johanniterorden ging aus einem um 1070 gegründeten Pilgerspital an der Grabeskirche in Jerusalem, dem Muristan, hervor. Kaufleute aus dem italienischen Amalfi hatten es bereits lange vor dem ersten Kreuzzug gestiftet, um Pilger zu pflegen.

Johannes der Täufer

Sie nämlich waren, so begann Prof. Dr. Rolf Schäfer während des heimatkundlichen Klönabends des Rüstringer Heimatbundes seinen Vortrag über die wechselvolle Geschichte des Ordens, zumeist reich und gesund in Europa gestartet, nach vielen Monaten auf dem Pilgerpfad, nach vielen Entbehrungen und Mangelernährung, Überfällen und Überanstrengung schließlich jedoch bettelarm und krank in Jerusalem angekommen. Das Hospital, das zeitweise bis zu 2000 Kranke versorgte, war seinerzeit Johannes dem Täufer geweiht worden – und wurde so zum Namensgeber auch für die dortigen Ordensbrüder.

Nach der Vertreibung 1187 durch die Heerscharen des Sultans Saladin zogen die Johanniter nach Zypern. 1320 gründete der Orden auf Rhodos ein Hospital. Als 1523 auch diese Insel von den Türken erobert wurde, nahm ein Teil der Pflegebruderschaft aus Priestern, Pflegern und Ordensrittern ein Lehen auf Malta an und nahm entsprechend den Namen Malteserorden an.

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Die Johanniter sind heute der evangelische, die Malteser der katholische Zweig der alten Ordensgemeinschaft. Aber was hat die Geschichte des Johanniterordens mit der Geschichte der Rüstringer zu tun? „Sehr viel,“ versicherte Rolf Schäfer.

Das Netzwerk der Johanniter nämlich hatte sich damals rasant über ganz Mitteleuropa ausgebreitet. So auch hier im Norden, zumal viele Friesen sich im frühen 13. Jahrhundert maßgeblich am 5. Kreuzzug des römisch-deutschen Kaisers Friedrich II beteiligt hatten.

Allein in unserem Küstenstreifen zwischen Groninger Land und Weser, erzählte der ehemalige Oberkirchenrat, seien in jener Zeit sechs Klöster gegründet worden, so auch ein Kloster in Inte zwischen Moorsee und Stollhamm, in Roddens und bei Strückhausen und Dangast.

In diese Ordenshäuser zogen sich seinerzeit viele Wohlhabende zurück, um hier ihren Lebensabend abzuschließen. Sie waren getrieben durch die Furcht vor dem Fegefeuer und kauften sich durch beträchtliche Vermögensspenden von ihren Sünden frei. Die friesischen Häuser wiederum führten feste Summen an das Mutterhaus auf Rhodos ab.

Dienststelle Nordenham

Im zweiten Teil des heimatkundlichen Klönabends des Rüstringer Heimatbundes berichtete der Ortsbeauftragte der Nordenhamer Johanniter, Mattias Dirksen, von der Arbeit vor Ort. Der Ortsverband ist eine von 40 Dienststellen im Regionalverband Weser-Ems. In Nordenham haben die Johanniter in der Viktoriastraße inzwischen ein festes Zuhause gefunden.

Das Aufgabenspektrum ist breit: Neben dem Rettungsdienst für Nordenham und Butjadingen betreuen sie den Hausnotruf für 380 Ältere, bieten eine Tagespflege im Haus Tongern für 15 Senioren an und einen mobilen sozialen Hilfsdienst für die Begleitung zum Arzt, bei Spaziergängen oder beim Einkaufen sowie einen Fahrdienst.

Sie helfen ebenso bei der Breiten- wie auch der Betriebshelferausbildung und laden unter dem Titel Hilde (Hilfe bei Demenz) Angehörige von dementiell Erkrankten zu regelmäßigen Gesprächsrunden ein.

Nicht zuletzt leisten die Johanniter Jugendarbeit, stellen im Katastrophenfall schnelle Eingreifgruppen und organisieren halbjährlich die Auslandshilfe für Litauen und Lettland. Allein im vergangenen Jahr, so schloss Mattias Dirksen, seien von den 160 aktiven Mitgliedern 24 000 Dienststunden geleistet worden. Bis auf sieben Kräfte in der Tagespflege, drei „Buftis“ im Bundesfreiwilligendienst und eine Sekretärin arbeiteten alle 160 aktiven Mitglieder ehrenamtlich.

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