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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

4 Stimmen, 20 Finger, 100 Mal Staunen

24.02.2018

Nordenham Mangelnde Vielseitigkeit bei der Zusammenstellung ihrer Konzertabende muss sich die Nordenhamer Goethe-Gesellschaft wahrlich nicht vorwerfen lassen. Gaben beim jüngsten Konzert noch die Blasinstrumente beim Konzert eines Tubisten-Trios den Ton an, so bestimmten am vergangenen Donnerstag die Gesangsstimmen und das vierhändige Klavierspiel den Abend in der Aula des Gymnasiums Nordenham. Auf Einladung von Stefan Tönjes, dem Leiter der Musiksparte, hatte sich das Brahms-Ensemble aus dem Rheinland auf den Weg nach Nordenham gemacht, um im gut gefüllten Konzertsaal vorwiegend Liebeslieder von Johannes Brahms (1833-1897), Felix Mendelssohn-Bartholdy (1809-1847) sowie dessen Schwester Fanny Hensel-Mendelssohn (1805-1847) vorzutragen.

Die Gesangssolisten Katharina Woesner (Sopran), Verena Tönjes (Alt), Lorenz Rommelspacher (Tenor) und Johannes Wedekind (Bass) wurden dabei vierhändig am Klavier von Shushan Hunanyan und Robert Weinsheimer begleitet. Die vier Nachwuchssängerinnen und -sänger haben unter anderem an der renommierten Robert-Schumann-Hochschule in Düsseldorf ihre Gesangsausbildung durchlaufen. „Hauskonzerte waren noch vor 150 Jahren die einzige Möglichkeit, um Musik in den eigenen vier Wänden zu erleben“, erklärte die aus Nordenham stammende Mezzosopranistin Verena Tönjes den rund 100 Besuchern.

Auftakt mit Brahms

Das Ensemble begann seinen Auftritt mit dem Liebeslieder-Walzer von Johannes Brahms, op.52. Diese insgesamt 18 Lieder gaben jedem der vier Gesangssolisten – ebenso wie die gegen Konzertende folgenden 15 neuen Liebeslieder, op.65 – immer wieder die Gelegenheit, ihre gut ausgebildeten Gesangsstimmen zu Gehör zu bringen. Beide Liederzyklen bieten zudem genug Raum, um die chorische Klangfülle der vier unterschiedlichen Singstimmen zusammen hervorzuheben. Die Liedtexte legen dabei die musikalische Ausdrucksform nahe. Von energisch bis wehmütig – einfach alles wurde von den vier Singstimmen sehr schön umgesetzt.

Doch auch ohne Gesang zeigte sich an diesem Abend ein Höhepunkt, als die beiden Pianisten das Allegro in a-Moll, D 947, von Franz Schubert (1797-1828) anstimmten. Diese Komposition – „Lebensstürme“ genannt – gelang den beiden Künstlern hervorragend. Die musikalische Umsetzung des menschlichen Lebensweges – von ruhig, über fließend, bis hin zu turbulent mit dem wiederkehrenden Motto des Sturms – bot den beiden Pianisten den ganzen Raum des ausdrucksvollen Klavierspiels.

Die aus Armenien stammende Shushan Hunanyan tritt seit ihrem siebten Lebensjahr als Solistin und Kammermusikpartnerin auf. An der Robert-Schumann-Hochschule ist sie seit 2011 Lehrbeauftragte für Bläser- und Streicherkorrepetition. Robert Weinsheimers Konzertreisen gingen unter anderem nach Frankreich, Spanien, Japan und Brasilien. Der Pianist ist Dozent für Korrepetition an der Folkwang-Universität der Künste in Essen. Korrepetitoren sind an Theatern diejenigen Musiker, die mit den Sängern die Opernstimmen einüben.

Nach der Pause hörten die Konzertbesucher dann wieder einen glänzenden Auftritt von Katherina Woesner (Sopran), Verena Tönjes (Alt) und Shushan Hunanyan (Klavier), die gemeinsam sowohl drei Duette für zwei Frauenstimmen und Klavier von Felix Mendelssohn-Bartholdy sowie ein Liedwerk seiner Schwester Fanny Hensel-Mendelssohn vortrugen.

Zwei Zugaben

Das Publikum feierte die Künstler zu Recht, und das Ergebnis waren gleich zwei Zugaben. In perfekt vorgetragener Mehrstimmigkeit präsentierte das Quartett schließlich noch das Abendlied von Johann Abraham Peter Schulz (1747-1800), das wohl jeder kennt: „Der Mond ist aufgegangen“. Der deutsche Musiker und Komponist hatte seinerzeit das Gedicht von Matthias Claudius (1740-1815) vertont.

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