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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Charismatisch, klug und voller Poesie

05.09.2017

Nordenham Sie ist seit über 40 Jahren Songwriterin, Poetin und Sängerin. Ulla Meinecke beendete jetzt Sommerpause in der Nordenhamer Jahnhalle mit einem äußerst stimmungsvollen Konzert.

Die mittlerweile 64-Jährige war in den 80er-Jahren eine der erfolgreichsten Vertreterinnen der deutschsprachigen Popmusik und ist zusammen mit den verschiedensten Künstlern aufgetreten, unter anderem mit Udo Lindenberg und Rio Reiser. Ihre Band tourt seit langem quer durch alle Bundesländer bis hin nach Österreich. Es entstehen ständig neue und melodienstarke Stücke, die von Liebe, Glück, zwischenmenschlichen Beziehungen und vielem mehr handeln. Außerdem nimmt sich das Trio Stücke anderer Künstler und arrangiert sie neu.

In der Jahnhalle stellten Ulla Meinecke, Ingo York (Gitarre, Bass, Percussion, Keyboard, Mundharmonika, Gesang) und Reinmar Henschke (Klavier, Gesang) zahlreiche Songs ihrer jüngsten Live Doppel-CD vor.

Auf der Bühne zu Hause

Los ging es mit dem Lied „Geh mir aus dem Licht“ aus dem Jahr 2002, gefolgt von dem bekannten „Schlendern ist Luxus“ aus den 80er-Jahren. Mit ihrer tiefen und samtigen Stimme, der poetischen Sprache und der nachdenklichen, aber auch ironischen Sichtweise auf die alltäglichen Dinge zieht die Berlinerin ihre Zuhörer schnell in den Bann, sorgt mitunter für Gelächter, wenn sie zum Beispiel die Industrie für Wellness, Beauty und Anti-Aging aufs Korn nimmt. Man merkt der Künstlerin mit der charismatischen Ausstrahlung sofort an, dass sie schon lange auf der Bühne zu Hause ist. Ihr ausdrucksstarkes und kraftvolles Timbre, die wohl überlegten Texte, an denen sie – wie sie selbst im Gespräch verrät – immer sehr lange sitzt, die jahrzehntelange Erfahrung, die gekonnte Leichtigkeit ihrer Moderation – all das zeichnet die Frau aus. Sie braucht keine großartigen Lichteffekte, wenn sie in Jeans und mit schwarzem T-Shirt, weißer Bluse und flachen Ballerinas auf der Bühne steht und überwiegend mit geschlossenen Augen singt. Das gilt gleichermaßen für ihre beiden Bandmitglieder, die zwischendurch wiederholt kunstvoll arrangierte Instrumentensoli an der Gitarre und am Keyboard einschieben, dann zeitweise selbst auch mitsingen.

Die Drei sind eben ein in jeder Hinsicht aufeinander eingespieltes Trio. Neben noch nicht veröffentlichten Stücken wie „Zu alt“ wurde während des gut zweistündigen Konzertabends auch gecovert. Da war Tom Waits, der „unendliche Meister des Trosts“ mit „Grapefruit Moon“ zu hören oder auch Marc Cohns „Walking In Memphis“. Den Originalen kommen die drei Musiker trotz der eigenen Interpretation sehr nahe. Angetan zeigen sich die Besucher der Jahnhalle ebenso von der irischen Ballade „The Star Of The County Down“, ein Tribut an die Großbritannienreise im vergangenen Jahr. Zum Schluss gab es zwei Zugaben: „Schlaf“ (2002) und das legendäre, wohl jedem bekannte „Die Tänzerin“ (1986).

Bunter Querschnitt

Bei einem solch bunten Querschnitt durch die teils melancholische, dann wieder rockige und jazzige Musik wippten von Anfang an so einige Füße der rund 90 Besucher unter den Stühlen. So auch bei Jürgen Oltmanns. „Die Musik geht so rein. Man muss gar nicht tanzen“, meinte der Butjenter lachend, der mit seiner Frau Ilona Seebeck in die Jahnhalle gekommen war und seine erste LP von Ulla Meinecke schon in den 80er-Jahren gekauft hatte. „Ein super Konzert“, fand auch Nordenhams Bürgermeister Carsten Seyfarth, „Sie hat einfach eine Wahnsinns-Ausstrahlung“ fügte Stefanie Seyfarth hinzu.

Viele Fans nutzten nach dem Konzert die Gelegenheit, um an ein Autogramm oder eine CD mit Widmung der Musikerin zu kommen, die zum zweiten Mal in Nordenham gastierte. So auch An­dreas Koopmann aus Wiefelstede, der gleich diverse alte LP’s und CD’s mit im Gepäck hatte, um sie signieren zu lassen. Für ihn war es der mittlerweile achte Besuch eines Ulla Meinecke-Konzerts und bestimmt nicht der letzte.

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