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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Musiker zünden ein Feuerwerk

23.09.2017

Nordenham Stefan Tönjes, Zweiter Vorsitzender der Goethe-Gesellschaft Nordenham, hatte nicht zu viel versprochen, als er für das erste Konzert nach der Sommerpause ein Feuerwerk der Barockmusik angekündigt hatte. Denn Elisabeth Champollion (Blockflöte) und das Ensemble Concerto Foscari mit Alon Sariel (Leitung, Mandoline, Laute, Barockgitarre), Franciska Anna Hajdu (Violine), Noyuri Hazama (Violine), Rafael Roth (Viola), Fernando Santiago Garcia (Violoncello), Alon Portal (Violone) und Lorenzo Feder (Cembalo) präsentieren ihrem Publikum am Donnerstagabend in der Aula des Nordenhamer Gymnasiums eine mehr als gelungene Hommage an den vor 250 Jahren verstorbenen Komponisten Georg Philipp Telemann.

Der Barockmusiker, der als Autodidakt sich selbst das Spiel auf der Flöte, Oboe, dem Kontrabass und Chalumeau, an der Gambe und Bassposaune beigebracht hatte, prägte die Musikwelt in der ersten Hälfte des 18. Jahrhunderts durch zahlreiche neue Impulse in der Komposition und Musikanschauung. Mit seinen mehr als 3600 Werken aller musikalischen Gattungen zählt Philipp Telemann zu den produktivsten Komponisten der Musikgeschichte überhaupt. Eine exquisite Auswahl davon hörten die rund 100 Besucher. Es waren überwiegend in Vergessenheit geratene Werke, alle gespielt auf Originalklang-Instrumenten.

Höfische Tafelmusik

Das Konzert begann mit höfischer Tafelmusik, der Sonata de Concert in D-Dur TWV44:1, bei der bereits das ganze Können von Alon Sariel an der Mandoline erkennbar war. Für das zweite Stück des Abends, die Suite a-moll TWV 55:a2, stand das gesamte Musikensemble Concerto Foscari einschließlich der Gastflötistin Elisabeth Champollion auf der Bühne. Alon Sariel wechselte zur Barockgitarre und überließ der Blockflöte den Solopart. Die Flötistin zeigte dabei auf ihrer historischen Altblockflöte vor allem in den schnellen Passagen, wie beispielsweise bei dem Satz Les Plaisirs I und II, ihre beeindruckenden technischen Fähigkeiten genauso wie im Largo ihre enorme Ausdrucksstärke.

Nach der Pause übernahm der Leiter des Ensembles, Alon Sariel, erneut den Solopart in dem Mandolinenkonzert TWV51:fis1. Auch ihm gelang es, auf seinem Barockinstrument eine Galavorstellung abzuliefern, die das Publikum begeisterte. In dem wunderbaren Adagio war exemplarisch zu erkennen, wie der Israeli mit seiner Mandoline lebt und in seiner Musik versinkt.

Die Triosonate in d-moll, die noch im TWV verzeichnet ist, aber wohl nach neuesten Erkenntnissen gar nicht dem Komponisten Philipp Telemann zuzurechnen ist, kam anschließend zur Aufführung. Hier dominierte das herrliche Zusammenspiel von Violine, gespielt von Franciska Anna Hajdu, und der Altblockflöte von Elisabeth Champollion. Zum Abschluss hörten die Besucher das Doppelkonzert für Blockflöte, Mandoline und Streicher von Johann Gottlieb Graun (1703-1771). Die Mandoline spielte dabei den Violinpart des Originals.

Beeindruckend, welches Klangvolumen die acht Kammermusiker auf ihren historischen Musikinstrumenten erzeugten, welche Klarheit die Soloinstrumente hervorbrachten und welch intensives Fundament bei den Streichern der Violonenspieler Alon Portal dem allem gab.

„Der Hammer“

Ein wahrlich beeindruckender Abend, diese Hommage an Philipp Telemann, den Komponisten der schönen Melodien, wie Zeitgenossen ihn bezeichneten. Entsprechend angetan zeigte sich auch das Nordenhamer Publikum. „Zauberhaft“, „Was für eine Expressivität“, „Der Hammer“, „Was für eine Lebendigkeit“ und „Da ist so viel Bewegung drin“ – solche Kommentare waren schon in der 20-minütigen Pause zu hören.

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Goethe-Gesellschaft Nordenham