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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Nordenham ist jetzt ein „Frauenort“

06.07.2019

Nordenham Jetzt ist es offiziell: Nordenham ist „Frauenort“. Genauer: „Frauenort Emy Rogge“. In einem Festakt, der am Donnerstagabend im Museum Nordenham stattfand, hat die Stadt die Auszeichnung vom Landesfrauenrat Niedersachsen bekommen. Nordenham ist jetzt eine von 41 Städten und Gemeinden mit diesem Prädikat.

Die 2008 gestartete Aktion Frauenort soll dazu beitragen, Frauenkultur- und Frauengeschichte stärker in den Blickpunkt zu rücken. In Nordenham rückt eine ganz besondere Frau in den Fokus. Eine Künstlerin, die am Donnerstag 153 Jahre alt geworden wäre. Sie heißt Emy Rogge, lebte von 1866 bis 1959 und wäre wohl in Vergessenheit geraten, wenn der inzwischen verstorbene Dieter Auffarth nicht zufällig auf sie aufmerksam geworden wäre und ihre Lebensgeschichte recherchiert hätte. Emy Rogge ist in Schweewarden geboren. Als Tochter aus gutem Haus war für sie im 19. Jahrhundert eigentlich ein Lebensweg als Hausfrau und Mutter vorgezeichnet. Doch sie wollte unbedingt Malerin werden und verdiente später mit ihrem Traumberuf selbst ihren Lebensunterhalt.

Diese ungewöhnliche Biografie würdigte beim Festakt am Donnerstag auch die niedersächsische Ministerin für Soziales, Gesundheit und Gleichstellung, Dr. Carola Reimann. Und sie nutzte die Gelegenheit, um darauf hinzuweisen, dass Frauen einen maßgeblichen Anteil an Entwicklungen und Erfindungen haben. In der Geschichtsschreibung sei die Rolle der Frau aber lange ignoriert worden. Carola Reimann forderte auch einen Wandel in der politischen Kultur.

„Rauchen, Saufen, Jungs verhau’n“ ist der Titel eines Vortrags, den Gabriele Beckmann vom Zentrum für Frauengeschichte Oldenburg am Sonntag, 7. Juli, ab 11 Uhr im Museum Nordenham hält. Die Referentin wirft einen Blick auf die Theorie und Praxis von Erziehung zu Emy Rogges Zeiten. Eintritt: 7 Euro.

Bürgermeister Carsten Seyfarth sprach beim Blick auf die Bewerbung Nordenhams für die Auszeichnung „Frauenort“ von einer großartigen Gemeinschaftsleistung. Er lobte die Initiatoren für ihren Einsatz: die Gleichstellungsbeauftragten von Stadt und Landkreis, Karin Winheim-Czichon und Ulla Bernhold, den Rüstringer Heimatbund, das Museum, den Kunstverein, den Lions Club Emy Rogge Wesermarsch und den Verein Nordenham Marketing & Touristik. „Es ist toll, was ihr auf die Beine gestellt habt“, sagte der Bürgermeister.

Mechthild Schramme-Haack vom Landesfrauenrat Niedersachsen bezeichnete Emy Rogge als Vorbild für Gleichberechtigung. Landrat Thomas Brückmann sagte, Frauengeschichte müsse einen festen Platz im öffentlichen Raum in der Wesermarsch haben. Einen Vortrag zu Emy Rogge hielt die Musealogin Susanne Randhage. Sie hat auch die Ausstellung mit Werken, Dokumenten und Briefen zusammengestellt, die im Museum zu sehen ist. Vieles davon haben Angehörige der Künstlerin beigesteuert. „Ein echter Glücksfall“, sagte Museumsleiter Timothy Saunders.

Die Idee, Nordenham zu einem „Frauenort“ zu machen, war von Karin Windheim-Czichon ausgegangen. Auch sie drückte ihre Freude darüber aus, dass dies nun gelungen ist. Sie gehe davon aus, dass über kurz oder lang eine Straße nach Emy Rogge benannt wird.

Im Rathaus bekommt der Sitzungsraum A den Namen „Emy-Rogge-Zimmer“. Und hier wird das Gemälde „Kaufmann Gisze“, die Kopie eines Hans-Holbein-Werkes, einen Platz bekommen. Der Großneffe der Künstlerin, Wolfgang Sarodnick, stellt es der Stadt als Leihgabe zur Verfügung. Der Hamburger nahm am Donnerstag ebenfalls an der Feier teil.

Als Moderatorin leitete NMT-Geschäftsführerin Ilona Tetzlaff durch das Programm, das mit einem Beitrag des Lions Clubs Emy Rogge Wesermarsch begann. Die Frauen trugen ihren selbstkomponierten Emy-Song vor und bekamen dafür viel Applaus. Sehr gut kamen auch der Emy-Rogge-Käse vom Hof Butendiek und der Emy-Rogge-Prosecco an. Sogar an eine eine Geburtstagstorte für Emy Rogge war gedacht worden. Das Büfett nach dem Festakt untermalte das Duo The Hunky Dories mit Dominique Wempe und Oliver Morawietz mit Musik.


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Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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