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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Musikszene braucht Frischzellenkur

06.09.2017

Nordenham Die Nordenhamer Musikszene hat eine lange Tradition, die bis weit ins vergangene Jahrhundert zurückreicht. Da gab’s die 60er-Jahre mit The Bottles, Just Us und The Muskrats, die 70er-Jahre mit Bad Habit, Lilac Incense und Kwalm und die 80er-Jahre mit Una Banda De Musica und reichlich Rock- und Punkbands, die in verrauchten Übungsräumen probten und auf zerfledderten Sperrmüllsofas an ihren Songideen feilten. Eine Szene, die sich ohne Kulturförderung selbst generierte, ein lebendiger Organismus, der ständig neue Ableger bildete. Wenn Stefan Jaedtke, selbst ein Teil dieser Szene und zudem Chef der Jahnhalle, die Nordenhamer Musiklandschaft jetzt unter die Lupe nimmt, stellt er fest, dass vieles von dieser Vielfalt verloren gegangenen ist und weiteres verloren zu gehen droht.

Die alten Haudegen

Nach wie vor können die Nordenhamer stolz sein auf ihre Musikszene. Im Vergleich zu anderen Städten ähnlicher Größenordnung hat die Stadt in dieser Hinsicht viel zu bieten. Tatsache ist aber auch: Es sind vor allem die alten Haudegen, die die Szene am Leben halten. Nordenhamer Nachwuchsbands, die einst wie Pilze aus dem Boden schossen, lassen sich inzwischen an einer Hand abzählen. Zwei von ihnen sind Bands, die von der Jahnhalle gefördert werden. Um die Gruppe Hard Birth kümmern sich der Bassist Dennis Eickermann und der Sänger Anthony Carney. Um die Gruppe The Giants kümmert sich Stefan Jaedtke selbst.

Der Jahnhallen-Chef und sein Mitarbeiter Sven Lüdke arbeiten an einem Konzept, um der Szene neue Impulse zu geben. Stefan Jaedtke setzt vor allem auf eine engere Zusammenarbeit mit den Schulen. Mit dem Gymnasium gibt es eine solche Kooperation schon seit Jahrzehnten. Stefan Jaedtke weiß aber, dass gerade bei Gymnasiasten die Wahrscheinlichkeit recht hoch ist, dass sie nach dem Abitur die Stadt verlassen. „Aus diesem Grund sind viele Nachwuchsbands wieder zerbröselt.“ Bei Jugendlichen, die eine der beiden Oberschulen besuchen, sei diese Gefahr nicht so groß. Deshalb glaubt Stefan Jaedtke, dass eine Nachwuchsförderung an diesen Schulen nachhaltiger wäre. Er will deshalb Kontakt mit den Musiklehrern aufnehmen. Und er will darüber hinaus auch die Grundschulen mit ins Boot holen. Ziel ist der Aufbau eines Netzwerks, das sich um die Förderung des musikalischen Nachwuchses kümmert.

Stefan Jaedtke weiß, dass es viele Jugendliche gibt, die ein Instrument lernen wollen und dies auch tun, zum Beispiel bei privaten Musikschulen. Aber eher selten entstehen daraus neue Bands. „Früher war man als Jugendlicher ein Held, wenn man Gitarre gespielt hat und öffentlich aufgetreten ist. Heute ist Musikmachen ein Hobby unter vielen“, vermutet der Jahnhallen-Chef. Außerdem glaubt er, dass die Konsumhaltung unter den Jugendlichen viel stärker ausgeprägt ist als früher und die Eigeninitiative darunter leidet.

Weitere Workshops

Ivan Romero ist der Saxophon-Lehrer beim Musik-Workshop

Rock- und Jazzworkshop in der Jahnhalle

Die Jahnhalle lädt Musiker, die sich weiterbilden wollen, zum Rock- und Jazzworkshop ein. Er findet von Freitag, 15., bis Sonntag, 17. September, in der Nordenhamer Jahnhalle und im Gymnasium statt. Das Angebot richtet sich nicht an Anfänger. Grundkenntnisse in der allgemeinen Musiklehre werden vorausgesetzt. Erfahrene Musiker und Musiklehrer geben ihre Kenntnisse weiter. Der Workshop beginnt am Freitag um 17 Uhr in der Jahnhalle. Schwere Instrumente können bereits um 16.30 Uhr zum Neubau des Gymnasiums gebracht werden.

Zum Programm gehören unter anderem Theorie, Chor, Instrumentalunterricht und Bandproben. Der Workshop endet am Sonntag um 16 Uhr mit einem Teilnehmerkonzert in der Jahnhalle. Der Eintritt zu diesem Konzert ist frei.

Die Dozenten sind Gabriela Koch (Gesang), Helmut Reuter (Bass), Frank Schultz (Gitarre), Jan-Olaf Rodt (Gitarre), Oli Poppe (Piano, Keyboards, Bigband), Mathias Büssler (Schlagzeug), Ivan Romero (Saxophon) und Benny Troschel (Trompete).

Anmeldungen nimmt die Jahnhalle per E-Mail an jahnhallenordenham@gmx.de entgegen. Dabei sollten das Instrument und das Alter angegeben werden. Außerdem möchte die Jahnhalle wissen, ob eine Teilnahme am Mittagessen im Mehrgenerationenhaus gewünscht wird. Die Gebühr für den Workshop beträgt 95 Euro für Erwachsene, Schüler zahlen 80 Euro.

Der Jahnhallen-Chef sieht die Gefahr, dass die Nordenhamer Musikszene langfristig vom Aussterben bedroht ist. Er will gegensteuern. Neben einer stärkeren Zusammenarbeit mit den Schulen will er das Workshop-Angebot erweitern. Das Aushängeschild der musikalischen Fortbildung in der Jahnhalle ist der Rock- und Jazzworkshop, der vom 15. bis zum 17. September bereits zum zehnten Mal stattfindet. Der Jahnhallen-Chef hat dafür wieder eine erlesene Auswahl an Musikern und Musiklehrern angeheuert. Vor allem bei den Blasinstrumenten gibt es aber noch viele freie Plätze. Deshalb will Stefan Jaedtke Kontakt aufnehmen mit Blasorchestern aus Nordenham und Umgebung, um Musiker für dieses Angebot zu begeistern. Geplant ist, bei dem Workshop eine Bigband zusammenzustellen.

Für die Zukunft plant Stefan Jaedtke weitere Workshops, um neue Impulse zu geben und der Nordenhamer Musikszene einen nachhaltigen Schub zu geben.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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