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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Auszeichnung für Nordenham – die Stadt ist jetzt ein Frauenort

28.11.2018

Nordenham Die Entscheidung der Jury hat sich länger hingezogen als erwartet, doch nun ist es geschafft: Nordenham darf sich ab sofort „Frauenort“ nennen. Mit dieser Auszeichnung, den der Landesfrauenrat Niedersachsen bislang an 38 Städte und Gemeinden vergeben hat, sollen historische Frauenpersönlichkeiten gewürdigt werden. In Nordenham ist es die aus Schweewarden stammende Künstlerin Emy Rogge (1866-1959). Die offizielle Titelvergabe erfolgt bei einer feierlichen Auftaktveranstaltung am 4. Juli 2019 – dem Geburtstag der Malerin und Zeichnerin.

NMT erstellt Konzept

Die Idee, die Unterweserstadt in den Kreis der Frauenorte aufnehmen zu lassen, stammt von der Nordenhamer Gleichstellungsbeauftragten Karin-Windheim Czichon. Vor gut zwei Jahren liefen die ersten Überlegungen an. Die Geschäftsführerin des Vereins Nordenham Marketing & Touristik, Ilona Tetzlaff, war von dem Gedanken sogleich angetan und bot ihre Mitarbeit an. So kam es, dass NMT das Konzept und den Antrag für die Bewerbung erstellte. Darum kümmerte sich zuletzt die Auszubildende Annika Ahrens.

In Schweewarden geboren, in Worpswede gestorben

In Schweewarden auf Hof Picksburg ist Anna Emilie Clara Rogge am 4. Juli 1866 zur Welt gekommen. Ihr Vater betrieb dort eine Landwirtschaft, später verdiente er als Privatbankier sein Geld. 1869 zog die Familie nach Atens um. Die Mutter Clara entdeckte früh Emy Rogges künstlerisches Talent und förderte es.

Ab 1887 lebte Emy Rogge in Münster. Vier Jahre später zog sie nach Dresden um. Dort und in anderen Städten nahm sie Zeichen- und Malunterricht.

In Berlin war Emy Rogge ab 1902 für etwa 20 Jahre im Kaiser-Friedrich-Museum tätig. Ihre Aufgabe war es, alte Meister zu kopieren. Obwohl sie in Berlin lebte, gehörte Emy Rogge zu den Gründungsmitgliedern des Oldenburger Künstlerbundes. Sie malte überwiegend Landschaftsbilder und farbintensive Blumenstillleben, aber auch Portraits.

Mit ihrem Bruder, dem Maler Cornelius Rogge, zog sie 1922 nach Worpswede. Dort starb Emy Rogge unverheiratet am 7. April 1959.

Die Hoffnung, schon im April 2018 einen Bescheid zu erhalten, erwies sich allerdings als zu optimistisch. Denn der Landesfrauenrat forderte zusätzliche Dokumente an, um sicher zu gehen, dass Emy Rogge während der Hitler-Diktatur nicht als Nazi-Aktivistin aufgefallen war. NMT fragte unter anderem beim Bundesarchiv in Berlin nach und bekam die Auskunft, dass es keine Hinweise auf eine braune Vergangenheit der Künstlerin gibt. Damit war der Weg frei.

Die 2008 gestartete Aktion Frauenort soll dazu beitragen, die Frauenkultur und -geschichte stärker in den Blickpunkt zu rücken. Dabei wird der Landesfrauenrat von der niedersächsischen Sozialministerin Dr. Carola Reimann unterstützt.

Dass Nordenham mit Emy Rogge zum Zuge gekommen ist, hängt mit der außergewöhnlichen Biografie der Schweewarderin zusammen. Als Tochter aus gutem Haus im 19. Jahrhundert war für sie damals ein Lebensweg als Hausfrau und Mutter vorgezeichnet. Doch Emy Rogge ließ sich von ihren Zielen nicht abbringen und wollte unbedingt Künstlerin werden. Mit ihrem Traumberuf verdiente sie sich später selbst den Lebensunterhalt, blieb unverheiratet und war damit ihrer Zeit weit voraus.

Nicht nur Ilona Tetzlaff und Karin Windheim-Czichon freuen sich, dass es mit der Frauenort-Auszeichnung geklappt hat. Auch Bürgermeister Carsten Seyfarth ist begeistert: „Das ist ein gutes Aushängeschild für Nordenham.“ Er will sich dafür einsetzen, dass schon bald eine Straße im Nordenhamer Stadtgebiet nach Emy Rogge benannt wird. Dafür könnte womöglich die Eduard-Krüger-Straße in Betracht kommen, die auf Beschluss des Abbehauser Ortsrates umbenannt werden soll.

Dem Nordenhamer Bürgermeister ist die Künstlerin Emy Rogge übrigens schon seit seit seiner Kindheit ein Begriff. Das hängt damit zusammen, dass in seinem Elternhaus einige Gemälde der Schweewarder Künstlerin hängen.

Glückwünsche

Glückwünsche zum Frauenort-Titel gibt es auch von der Gleichstellungsbeauftragten des Landkreises Wesermarsch. Ursula Bernhold betont, dass Frauengeschichte ein „sehr wichtiges Thema“ sei. Nicht nur berühmte Männer hätten es verdient, öffentlich gewürdigt zu werden.

Wie Nordenham sich künftig als Frauenort präsentieren will und welche Veranstaltungen dazu passen, soll Anfang des nächsten Jahres festgelegt werden. Vorgesehen sind zum Beispiel historische Stadtrundgänge auf Emy Rogges Spuren. Das Programm möchte NMT-Geschäftsführerin Ilona Tetzlaff in Kooperation mit dem Kunstverein, dem Museum und anderen Organisationen zusammenstellen. Mit im Boot sind auch die Lions-Club-Frauen aus der Wesermarsch. Und das aus gutem Grund: Sie haben ihren Service-Club schon vor Jahren nach Emy Rogge benannt.

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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