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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Museum: Im Gleichschritt mit den Nazis

25.11.2017

Nordenham Sie marschieren im Gleichschritt, es wird getrommelt und geturnt. So wie überall in Deutschland während des Nationalsozialismus wird auch die Abbehauser Hitlerjugend in militärischer Disziplin gedrillt. So fremd die bewegten Schwarz-Weiß-Bilder erscheinen mögen, die in einer Endlosschleife im Nordenham-Museum zu sehen sind, waren sie doch bittere Realität während der NS-Zeit. Die Aufnahmen, die zur neuen Ausstellung des Hauses an der Hansingstraße 18 gehören, sind nicht irgendwo entstanden, sondern in Nordenham – und das macht sie für die Nordenhamer so wertvoll.

Die Ausstellung

ist nach der Eröffnung samstags von 14 bis 17 Uhr und sonntags von 10.30 bis 17 Uhr geöffnet. An der Verwirklichung haben mitgewirkt: der Historiker Dr. Joachim Tautz, der Museumsleiter Dr. Timothy Saunders, die Musealogen Jan-Nikolas Döllinger und Christian Schnoor, die Museumsmitarbeiterin Malgorzata Stachowiak und die ehrenamtlichen Helfer Horst Höpken und Helga Hölscher. Außerdem hat das Militärhistorische Museum in Grebswarden einige Leihgaben beigesteuert.

Das Buch

„Rüstringer Heimatbund und Nationalsozialismus“ ist zum Preis von 14,80 Euro in diesen Verkaufsstellen erhältlich: Buchhandlung von Bestenbostel in Nordenham, Raiffeisenbank Abbehausen, Schreibwarengeschäft Blohm in Burhave, Schreibwarengeschäft Manzke in Rodenkirchen, Buchhandlung Gollenstede in Brake und Buchhandlung Müller in Varel.

In der Ausstellung „Rüstringer Heimatbund und Nationalsozialismus“ wird ein nationales Phänomen auf lokaler Ebene gezeigt. An diesem Sonntag um 11 Uhr beginnt die Eröffnung. Und mit dabei ist auch Dr. Joachim Tautz. Der Historiker hat seine Forschungsergebnisse zum Thema in einem Buch aufgeschrieben. Ab Sonntag bis einschließlich 18. März ist die dazugehörige Ausstellung im Museum zu sehen.

Der Vorsitzende des Rüstringer Heimatbundes, Hans-Rudolf Mengers, machte bei einem Pressegespräch am Freitag deutlich, worum es dem Verein geht. „Wir wollen reinen Tisch machen. In unseren Chroniken ist die NS-Zeit bisher immer ausgeblendet worden. Das hat uns beschwert.“ Die unabhängige wissenschaftliche Aufarbeitung bezeichnet Hans-Rudolf Mengers als eine Erleichterung. „Wir hoffen, dass sie Modellcharakter für andere Heimatbünde hat.“

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Buch und Ausstellung zeigen, dass der Heimatbund tief verstrickt war in die Ideologie der Nationalsozialisten. Ungewöhnlich sei dies freilich nicht gewesen. Als weiteres Beispiel nannte Museumsleiter Dr. Timothy Saunders die Friesensportler.

„Wir haben versucht, niemanden zu verschonen. Zugleich  soll die Ausstellung nicht wertend, sondern beschreibend sein.“ So erklärt Timothy Saunders die Herangehensweise an die Ausstellung. Bei der Konzeption haben der Museumsleiter und sein Team aus der Not eine Tugend gemacht. Das Problem bestand darin, dass es für die Illustration des Themas außer einigen Schriftstücken kaum Anschauungsmaterial gibt. Deshalb ist die Ausstellung weiter gefasst worden. Sie zeigt auch das Umfeld, in dem sich der Rüstringer Heimatbund bewegte. Sie zeigt Fotos von Aufmärschen und Kundgebungen in der Stadt, von fröhlich tanzenden Mädchen am Weserstrand, von zerstörten Häusern nach einem Bombenangriff in der Fuldastraße. Sie zeigt Kinder in Uniform, die Hakenkreuzbinde am Arm. „Sie waren in erster Linie die Opfer der NS-Diktatur“, sagt Timothy Saunders. Die Menschen, deren völkisch-rassistische Äußerungen dokumentiert sind, darunter führende Köpfe des Heimatbundes, tragen dagegen Anzüge.

„Die Ausstellung soll zum Nachdenken anregen“, sagt Timothy Saunders. „Wie war es, damals zu leben. Wie hätten wir uns verhalten? Und vor allem: Wie können wir verhindern, dass so etwas wieder passiert.“


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Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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