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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Hier ist der Name Programm

15.11.2017

Nordenham That’s Entertainment – wenn das nicht nur ein Name, sondern auch Programm, quasi eine Standortbeschreibung sein soll, dann kann man nur zustimmen. Und direkt noch ein dickes Ausrufezeichen dahinter setzen. Ja, das ist Unterhaltung, und zwar vom Allerfeinsten. Der Meinung war jedenfalls das Publikum im zwei Mal ausverkauften Güterschuppen an der Müllerstraße, als That’s Entertainment aus Bremerhaven dort eindrucksvoll zeigte, wie viel Spaß es machen kann, wenn ein Chor nicht nur ein Chor ist.

That’s Entertainment besteht seit zehn Jahren. Dass die Gruppe nach vielen Auftritten in der Seestadt nun endlich auch auf dieser Seite der Weser zu erleben war, ist René Maréchal zu verdanken. Der stammt aus Nordenham, wohnt inzwischen in Bremerhaven und schloss sich dort vor fünf Jahren That’s Entertainment an. Nun hatte er dem Chor den Weg für die Gastspiele in seiner Heimatstadt geebnet.

Doppeltes Heimspiel

Ein Heimspiel war es für den 55-Jährigen auch noch in anderer Hinsicht: Auf der Bühne des Güterschuppens war René Maréchal schon in zahlreichen Stücken des Theaters Fatale als Schauspieler zu sehen. Jetzt durfte er den Nordenhamer beweisen, dass neben dem Schauspiel auch Gesang und Tanz sein Metier ist.

Was für das gesamte 20-köpfige Ensemble unter der Leitung von Gesangspädagogin und Regisseurin Renate Priebe gilt. Gesang, Tanz und Schauspiel gehören bei That’s Entertainment fest zusammen, so dass man sich fast in einem Musical wähnt. Aus diesem Genre bedient sich die Gruppe auch gerne. Dem „König der Löwen“ statten die Bremerhavener im ersten Teil einen Besuch ab, beim „Glöckner von Notre Dame“ schauen sie im zweiten Teil vorbei, ehe es haarig wird.

Songs vom Broadway passen ebenso ins Programm wie Rock- und Pophits. So stapfen die Akteure bei Michael Jacksons „Thriller“ gekonnt als Zombies über die Bühne, spannen im nächsten Moment zu einem toll arrangierten „Singing in the Rain“ die Schirme auf, lassen „99 Luftballons“ aufsteigen und rocken in einem Medley Gassenhauer von Queen.

All das klingt nicht zusammengewürfelt, sondern wie aus einem Guss. Und nicht nur das Ensemble begeistert, sondern auch die Solisten, die bei Balladen für Gänsehaus-Momente und bei den schnelleren Nummern einfach nur für gute Laune sorgen.

„Time Warp“ als Zugabe

Den „Jump to the left“ im „Time Warp“ aus der Rocky Horror Picture Show können die Zuhörer direkt mitmachen, weil sie praktischerweise ohnehin gerade aufgestanden sind, um sich die Zugabe zu erklatschen.

Zu etwas Besonderem wird das Programm auch durch die von Lars Priebe verfassten Texte, mit denen die Akteure reihum jeweils den nächsten Titel ankündigen. Es sind Appelle für eine bessere Welt. Das klingt nach erhobenem Zeigefinger – und ist es auch. Aber der ist allemal erlaubt, wenn er derart sympathisch erhoben wird. That’s Entertainment? Das und noch ein bisschen mehr.