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Umfrage Bei Nordenhamer Musikern: Auf der Suche nach dem Weihnachts-Hit

14.12.2018

Nordenham Die einen halten’s mit den Klassikern, die anderen finden die modernen Weihnachtslieder schöner. Die NWZ fragte bei Musikern aus Nordenham nach den beliebtesten Liedern in der Weihnachtszeit. Und dabei stellte sich auch heraus: In Familien spielen auch die klassischen Weihnachtslieder immer noch eine große Rolle.

Als Gitarrist der Nordenhamer Band Prime Time weiß Jörg (Fete) Eilers gute Musik zu schätzen. Das gilt auch für die klassischen Weihnachtslieder. Sein Favorit ist „Leise rieselt der Schnee“. An dem 1895 entstandenen Stück gefällt ihm besonders der Soul-Charakter. „Wenn der Song heute auf den Markt kommen würde, wäre er ein Nummer-eins-Hit“, meint der 60-jährige Nordenhamer, der in seinem Hauptberuf als Polizeibeamter tätig ist. Mit der besonderen Harmonik und Melodieführung sei der Schnee-Evergreen „so modern wie eine Pop-Ballade“. Platz zwei auf seiner persönlichen Hitliste mit den Weihnachtsklassikern belegt „Es ist ein Ros entsprungen“, knapp gefolgt von „Stille Nacht, heilige Nacht“.

Aber auch für weihnachtliche Pop-Songs kann sich Jörg Eilers begeistern. In dieser Kategorie schätzt er vor allem „Do you hear what I hear“, das unter anderem Whitney Houston und Carrie Underwood gesungen haben. Und weil er dazu steht, „kitschig veranlagt“ zu sein, findet der Nordenhamer auch „Last Christmas“ von Wham ganz schön gut.

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Seinen 200. Geburtstag feiert in diesem Jahr eines der bekanntesten Weihnachtslieder überhaupt: „Stille Nacht, heilige Nacht“ wurde am 24. Dezember 1818 zum ersten Mal in der St.-Nikola-Kirche in Oberndorf bei Salzburg gespielt. Der Text stammt von dem Salzburger Pfarrer Joseph Mohr, die Melodie von dem oberösterreichischen Lehrer Franz Xaver Gruber. Seit 2011 ist „Stille Nacht, heilige Nacht“ ein immaterielles Kulturerbe der UNESCO.

Als das längste Weihnachtslied der Welt gilt das „Heiligobndlied“. In der ursprünglichen Fassung, die Johanne Amalie von Elterlein aus Annaberg 1799 geschrieben hat, umfasste es 13 Strophen. Mit der Zeit kamen immer mehr hinzu. Heute besteht das Lied aus 156 Strophen.

Das meistverkaufte Weihnachtssingle ist „White Christmas“. Die von Bing Crosby gesungene Version dieses 1942 erschienenen Klassikers wurde laut Guinness-Buch der Rekorde 50 Millionen Mal verkauft. Komponiert wurde das Lied von Irving Berlin.

Traditionelle Lieder zu Weihnachten sind für den Soulsänger und Discjockey Pasquale (Pasco) Schulz alles andere als unangenehme Begleiterscheinungen. Im Gegenteil: „Klassische Weihnachtslieder gehören einfach dazu“, sagt er, „ich bin damit groß geworden und gebe das jetzt auch an meine Kinder weiter.“ Auf die Frage, welches er besonders mag, hat Pasquale Schulz schnell eine Antwort: „Ihr Kinderlein kommet“. Das hängt aber mehr damit zusammen, dass er den von der Weihnachtsgeschichte handelnden Liedtext „sehr prägend“ findet. Wenn’s um die Melodie geht, rangieren bei ihm „Alle Jahre wieder“ und „O Tannenbaum“ auf den Spitzenrängen.

Und wie steht der 38-Jährige Programmierer zu modernen Weihnachtssongs? Die mag er ebenfalls in (fast) allen Variationen. „Es geht ja nicht darum, ob es Kitsch ist, sondern um die allgemeine Einstellung zu Weihnachten.“ In seinem adventlichen Pop-Ranking schafft es „All I want for Christmas“ mit deutlichem Abstand auf Platz eins. Allerdings nicht in der ursprünglichen Fassung von Mariah Carey, sondern in der Version von Sasha. „Da ist viel Reggae drin“, sagt Pasquale Schulz. Silber- und Bronze gehen an Nina Simone für „I am blessed“ und an Marvin Gaye für „I want to come home for Christmas“.

Für Elmar Stamm ist der Favorit unter den Weihnachtsliedern „Tochter Zion“, „weil das Stück nicht so abgenudelt ist wie viele andere und weil es sich sehr gut auf der Trompete spielen lässt“. Der 47-Jährige ist Musiklehrer und leitet eine Bläserklasse am Nordenhamer Gymnasium. Natürlich spielte die Bläserklasse bei der jüngsten Weihnachtsfeier des Gymnasiums am vergangenen Mittwoch viele Weihnachtslieder. In der persönlichen Hitliste der klassischen Weihnachtslieder landet „O du fröhliche“ bei dem Lehrer auf dem zweiten Platz.

Den modernen Weihnachtsliedern kann Elmar Stamm nicht viel abgewinnen. „Obwohl, ich habe kürzlich ein Weihnachtslied im Radio gehört, in dem es um einen hässlichen Pulli ging. Das fand ich ganz gelungen.“ Aber „Last Christmas“ von Wham habe er einfach zu oft gehört, sagt der Musiklehrer. Hausmusik ist in der Familie von Elmar Stamm durchaus ein Thema. „Ich denke, das werden wir auch zu Weihnachten wieder machen.“ Er selbst spielt Trompete und seine Frau Saxofon. „Und unsere fünfjährige Tochter singt Weihnachtslieder sowieso rauf und runter.“

Der Jahnhallen-Chef und Musiker Stefan Jaedtke alias Yeti Mansena hat eine eindeutige Vorliebe für die klassischen Weihnachtslieder. Sein Favorit ist „In Dulci Jubilo“ knapp gefolgt von „Es ist ein Ros entsprungen.“ „Ich bin ja eher ein Romantiker“, erklärt der 56-Jährige seine Zuneigung für die Lieder aus dem 19. Jahrhundert. „Ich mag die besinnliche Stimmung. Außerdem finde ich die Melodien sehr schön.“ Die neueren Lieder mag Stefan Jaedtke größtenteils nicht. „Da steht mir der kommerzielle Aspekt zu sehr im Vordergrund. Oftmals bleibt das Feierliche auf der Strecke.“

Dass in der Weihnachtszeit Weihnachtslieder gespielt und gesungen werden, ist im Hause Jaedtke eine Selbstverständlichkeit. Für ihn ist Weihnachten ein schöner Anlass dafür, dass Kinder etwas vortragen können. Der Esenshammer denkt dabei an seine Klavierschüler, von denen er weiß, dass die meisten von ihnen das sehr gerne machen.

Welche Rolle spielen Weihnachtslieder in einer Familie, die eher auf krachende Beats und harte Gitarrenriffs steht? Michael Ehré, Schlagzeuger unter anderem in der Band The Unity, gibt zu, dass ihn weder die Weihnachtsklassiker noch die modernen Weihnachtslieder vom Hocker hauen. Aber in der Regel läuft an Heiligabend auch mal ein Weihnachtsalbum im CD-Player. „Oder wir schalten einen Radiosender ein, der Weihnachtslieder spielt.“ Auch in einem Metal-Haushalt ist also Zeit für musikalische Besinnlichkeit.

„Natürlich“, sagt der 47-Jährige, „bin auch ich in meiner Kindheit mit Liedern wie ,Stille Nacht’ aufgewachsen. Aber ich habe mich nie großartig damit beschäftigt.“ Einen Favoriten unter den Weihnachtsliedern hat Michael Ehré nicht. „Last Christmas“ von Wham steht auf der persönlichen Hitliste des Drummers nicht weit oben. „Aber ich könnte auch nicht behaupten, dass mich solche Lieder besonders nerven.“

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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