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46 Millionen Euro für „Seute Deern“
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Aktualisiert vor 11 Minuten.

Bremerhavener Wahrzeichen
46 Millionen Euro für „Seute Deern“

NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Moderne Schlichtheit und Tonvielfalt

02.11.2019

Nordenham /Wesermarsch Die Orgeln in der St.-Petri-Kirche in Burhave, in der Martin-Luther-Kirche in Nordenham und in der St.-Vitus-Kirche in Schweiburg entspringen demselben Stammbaum. Sie wurden vom Orgelbau-Unternehmen Walcker konzipiert und erbaut. Daher weisen sie stilistisch viele Gemeinsamkeiten auf. Auch zeitlich stehen sich die Instrumente nahe: Die Drei sind Kinder der 1960er Jahre. Doch trotz aller Gemeinsamkeiten ist jedes für sich einzigartig.

Schlichtes Design

Die Älteste der drei ist die Orgel in der Martin-Luther-Kirche in Nordenham. Sie wurde 1963 vom Ludwigsburger Unternehmen Walcker in die Empore der Kirche integriert. Dort wirkt das Tasteninstrument in einer Ecke fast versteckt. Auch optisch ist die Orgel zurückhaltend gestaltet. Die Front, das sogenannte Orgelprospekt, besticht durch Offenheit: Außer einer partiellen Holzverkleidung gibt es kein Gehäuse für die Pfeifen. Durch den schlichten Stil passt sie sich dem restlichen Innenleben der Atenser Kirche an. „Die Angepasstheit ist charakteristisch für den Orgelbau des 20. Jahrhunderts“, sagt Natalia Gvozdkova, Orgelsachverständige aus der Wesermarsch. Ziel sei es damals gewesen, das Instrument mit dem Raum verschmelzen zu lassen, statt es hervorzuheben.

Mit zwei Tastaturen, den sogenannten Manualen, einem Pedalwerk und vierzehn Registern ist diese Orgel ein vielfältiger Typ. Als Register bezeichnet man die verschiedenen Pfeifenreihen, die nach Klangfarben angeordnet sind. Durch das Betätigen der Registerzüge werden die Pfeifenreihen entweder zum Spiel hinzugefügt oder davon ausgeschlossen. Vierzehn Register bieten also eine Vielzahl an Möglichkeiten, um verschiedene Klangfarben zu kombinieren.

„Diese Orgel ist das Kind einer Fabrik“, sagt Natalia Gvozdkova. Denn das Unternehmen Walcker produzierte zu dieser Zeit bereits in Serie. Aufwändige Handarbeiten in Manufakturen waren nicht mehr gefragt. Der Fokus lag damals auf Schlichtheit und Bezahlbarkeit.

Größer und auffälliger als das Nordenhamer Exemplar ist hingegen der Walcker-Bau in der St.-Petri-Kirche in Burhave aus dem Jahr 1967. Mit vier Gehäuseteilen breitet sich die Orgel auf der Empore der Kirche aus, statt sich wie ihre Nordenhamer Schwester zu verstecken. Trotzdem ist auch sie stilistisch schlicht gehalten. Nur das markante rote Gehäuse umhüllt die Pfeifenreihen. Dieses ist jedoch an die ebenfalls markanten Bänke und Dekorationen der Kirche angepasst.

Barocke Elemente

Das Besondere an diesem Instrument ist ein sogenanntes Rückpositiv. Hierbei handelt es sich um ein zusätzliches Orgelwerk, welches sich im Rücken des Organisten befindet. An der Brüstung der Empore nimmt es seinen ganz speziellen Platz ein. Durch seine Platzierung erklingt es frei in den Kirchenraum hinein und ist näher an seiner Zuhörerschaft. Auch klanglich bildet es einen Kontrast zum Hauptwerk und bietet andere Stimmen.

„Rückpositive waren besonders in der Barockzeit beliebt“, sagt Natalia Gvozdkova. Dass bei der Burhaver Orgel auf dieses Element zurückgegriffen wurde, liege daran, dass sie zu Zeiten des Neobarock entstanden sei. Diese Epoche wird auch als zweites Barockzeitalter betitelt.

Insgesamt hat die Orgel in der St.-Petri-Kirche in Burhave sechzehn Register – also noch mehr Klangfarben als die Verwandtschaft in Nordenham. Die Registerzüge, auch Manubrien genannt, ähneln denen der Orgel in der Martin-Luther-Kirche. „Das ist eines der Merkmale, an denen man eine Walcker-Produktion erkennt“, betont die Orgelsachverständige. Generell ist sie davon überzeugt: „Wenn man ein paar gesehen hat, erkennt man die Walcker-Orgeln sofort.“

Ein drittes Exemplar befindet sich in der St.-Vitus-Kirche in Schweiburg. Auch sie wurde 1967 erbaut. Hier sticht jedoch das Werk mit seiner Holzverkleidung aus der restlichen Einrichtung heraus und wirkt weniger angepasst als die Geschwister-Orgeln in Nordenham und Burhave. Trotzdem zeichnet auch sie sich durch Schlichtheit aus.

Geschichte der Firma

Gegründet wurde die Firma Walcker im Jahr 1780 von Johann Eberhard Walcker. Zeitweilig gehörte das Unternehmen zu den größten und renommiertesten weltweit. Ob Ägypten, Australien oder Costa Rica: Überall lassen sich Walcker-Werke finden. Auch heute existiert die Firma noch und fokussiert sich auf die Orgel-Restaurierung.

Sarah Schubert Volontärin, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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