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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Orgelgebrause in Tossenser Oase

13.04.2006

TOSSENS TOSSENS - Andernorts werden sowohl evangelische als auch katholische Kirchen geschlossen, verkauft oder gar abgerissen – aus Kostengründen in Verbindung mit nicht mehr ausreichendem Bedarf. Im Nordseebad Tossens hat der katholische Pfarrer Alfons Kordecki gegen vielerlei Vorbehalte und auch Ablehnung vor sechs Jahren einen Neubau realisiert. Darin sah er eine Fügung Gottes.

Jetzt ist auch das für die Ausgestaltung dieses Gotteshauses noch fehlende Musikinstrument eingetroffen. Auch darin sieht der Geistliche eine Fügung Gottes. Ostersonntag wird die Orgel im katholischen Kommunikationszentrum „Oase“ – Sankt Sturmius und Sankt Benjamin – in Tossens während eines Festhochamtes eingeweiht.

Die Bezeichnung Kommunikationszentrum macht bereits deutlich: Dieses am 19. Februar 2000 von Bischof Reinhard Lettmann eingesegnete Haus ist mehr als eine Kirche im Sinne eines Versammlungsraumes für Gottesdienste. Hier, an der Strandallee im Seebad Tossens, finden auch Konzerte, Lesungen, Theateraufführungen oder auch Versammlungen christlicher Vereinigungen statt.

Für die wenigen in Tossens und umzu lebenden Katholiken wäre der finanzielle Aufwand für Bau und Unterhaltung der „Oase“ unverantwortlich. Für die zahlreichen katholischen Urlauber aber war und ist diese Kirche nach Ansicht von Pfarrer Kordecki nötig. Und Kordecki ist sicher, dass dieser Neubau ebenso wie die 1955 entstandene katholische Kirche im Nordseebad Burhave Bestand haben wird – wegen der vielen Urlauber.

Die Gottesdienste in der Oase zählen während der Tourismussaison etwa 50 bis 150 Besucher. Der Pfarrer freut sich, dass Gott hier jetzt auch mit Orgelgebrause gehuldigt werden kann.

Es handelt sich um die Hausorgel des im vergangenen Jahr verstobenen Tierarztes Dr. Rudolf Zuraw aus der Nähe von Kassel. Er besaß ein Ferienhaus im Nordseebad Burhave, war begeisterter Orgelspieler und sicherte Pfarrer Kordecki zu, dass er diese Orgel nach seinem Tod für die Oase in Tossens bekommen wird.

Die mechanische Orgel hat neun Register, aufgeteilt auf die Manuale Haupt- und Schwellwerk und das Pedal. Von den 534 Pfeifen sind 438 aus Metall und 96 aus Holz. Die längste Pfeife ist 2,4 Meter lang, die kürzeste acht Millimeter.

Pfarrer Kordecki schätzt den Wert des Musikinstrumentes auf 65 000 Euro. Eine Orgelbaufirma aus Hessen hat die Orgel zerlegt, erneuert und in der Tossenser Oase wieder aufgebaut. Das hat etwa 15 000 Euro gekostet.

Der Bildhauer Jürgen Müller aus Engelskirchen bei Köln (der bereits unter anderem den Holzaltar der Oase geschaffen hat) fertigte für 5000 Euro eine Relief-Verkleidung aus Eiche an, die das Gott huldigende Orgelgebrause darstellen soll.

Zum Teil großzügige Spenden decken einen Großteil dieser Kosten ab. Pfarrer Kordecki hofft auf weitere finanzielle Zuwendungen. Gespendet worden war für die Oase in Tossens auch das große Holzkreuz eines afrikanischen Künstlers.

Alfons Kordecki schließt nicht aus, dass mit Gottes Hilfe eines Tages auch Darstellungen der beiden Namenspatrone der Oase, des Heiligen Sturmius und des Heiligen Benjamin, hinzu kommen werden. Kordecki: „Das muss lebendig bleiben, das entwickelt sich weiter. Dieses Wort eines Heiligen bewahrheitet sich immer wieder: Der liebe Gott tut nichts als fügen.“

Fest in der Oase

Eingeweiht wird die Orgel im katholischen Kommunikationszentrum „Oase“ an der Strandallee im Nordseebad Tossens am Ostersonntag im Rahmen eines Festhochamtes, das um 17 Uhr beginnt. Zum ersten Mal zur dortigen Huldigung Gottes erbrausen lassen wird diese Orgel dann der Organist Joachim Schmitt aus Hagen.

Mitgestalten werden den Gottesdienst der emeritierte Pfarrer Franz Boos aus Köln mit seiner Jugendmusikgruppe sowie der Kirchenchor der Gemeinde und der emeritierte Militärdekan Albrecht Hey aus Burg/Fehmarn. Pfarrer Alfons Kordecki: „Zusammen mit Freunden, Bekannten und Wohltätern unserer Oase in Tossens soll es ein großes, frohes und festliches Gotteslob am Tag des Sieges unseres Gottes über Sünde und Tod, am Fest der Auferstehung Jesu Christi werden.“

Ausklingen soll das Fest mit einem frohen Zusammensein. Dazu gibt es nicht nur ein Osterei, sondern auch andere leibliche Genüsse, verspricht der Pfarrer.

„Ich hätte mir nie träumen

lassen, dass wir jemals eine

Orgel für Tossens bekommen.“

Pfarrer alfons Kordecki

Horst Lohe Nordenham / Redaktion Nordenham
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