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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Premiere für die Kleine Kultur-Kapelle

06.10.2016

Stollhamm Remmidemmi wollen sie nicht. Statt dessen setzen die Digels lieber auf gemütliche Salon-Atmosphäre. Und das passt auch viel besser zu dem unter Denkmalschutz stehenden Gebäude, in dem bis vor zweieinhalb Jahren immerhin noch Gottesdienste gefeiert wurden.

Heidelinde und Frank Digel haben die ehemalige katholische Kirche am Gartenweg in Stollhamm zu einem neuen Kulturzentrum umfunktioniert. An diesem Sonntag, 9. Oktober, hat die Kleine Kultur-Kapelle Premiere. Und der Titel der dann stattfindenden Veranstaltung, die den Abschluss der Kunst- und Kulturwochen „Gezeiten“ bildet, passt ein bisschen auch zum mutigen Unterfangen der Digels: „Tanz auf dem Vulkan.“

Die aus Würzburg stammende Heidelinde Digel (65) und ihr in Tübingen geborener Mann Frank (62) entdeckten Butjadingen vor 30 Jahren als Urlauber. Inzwischen leben sie seit zehn Jahren fest in Ruhwarden. Zu Stollhamm haben die Eheleute eine Beziehung, seit sie sich dort vor vier Jahren eine alte, reetgedeckte Kate anlachten und sie in einen Traum von Ferienhaus verwandelten. Direkt gegenüber liegt die 1952 gebaute ehemalige katholische Kirche mit ihren beiden Ende des 19. Jahrhunderts errichteten Nebengebäuden.

Die Digels fanden von Anfang an, dass ihr Ferienhaus und die Kapelle mit dem früheren Pfarr- und dem Gemeindehaus zusammengehören, geradezu ein Ensemble bilden. Nachdem der ehemaligen Pfarrer Alfons Kordecki bei Frank Digel nachgefragt hatte, ob er nicht eventuell Interesse habe, die Gebäude zu kaufen, brüteten die beiden Ruhwarder ein Dreivierteljahr lang über dieser Idee, führten Gespräche mit dem Bürgerverein, versicherten sich, dass niemand am Ort sonst Interesse an der Kapelle hat und stürzten sich schließlich „kopfüber ins Abenteuer“, wie Frank Digel es ausdrückt.

Inzwischen hat sich eine Menge getan. Die Ruhwarder haben damit begonnen, das frühere Gemeindehaus und das Pfarrhaus zu Ferienhäusern auszubauen. Dabei setzen sie wie bereits gegenüber in der alten Kate auf ein Mix aus Alt und Neu sowie auf Qualität und Schick. Vor bösen Überraschungen sind die Digel bislang verschont geblieben. Sie hoffen, zur Saison 2017 das erste Ferienhaus fertig saniert zu haben.

Die 75 Quadratmeter umfassende alte Kapelle, die rund 60 Gästen Platz bietet, haben die Digels derweil im Wesentlichen so belassen, wie die katholische Kirche sie nach der Entweihung im Oktober 2014 hinterlassen hatte. Viel ändern dürfen hätten sie wegen des Denkmalschutzes ohnehin nicht. Und Details wie etwas die schönen Glasmalereien in den Fenstern sorgen auch so für eine ganz besondere Atmosphäre.

Heidelinde und Frank Digel haben die Wände gesäubert, Steckdosen aufgerüstet, für Mobiliar gesorgt. Und nun ist alles bereit für den „Tanz auf den Vulkan“. Zum „Gezeiten“-Abschluss werden am Sonntag ab 11 Uhr unter diesem Titel die Butjadinger Schauspielerin Sylva Springer sowie die Gruppe Salonlöwen die goldenen 20er Jahre wieder aufleben lassen. Wer keine Karte hat, wird die Premiere der Kleinen Kultur-Kapelle indes nicht miterleben – die Veranstaltung ist ausverkauft.

Aber natürlich soll es das noch nicht gewesen sein in der „K 3 Stollhamm“, so der Name des neuen Kulturzentrums. Vier bis fünf Kulturveranstaltungen im Jahr schweben den Digels vor. Entsprechende Anfragen gebe es bereits. Zudem wollen die Ruhwarder die Kleine Kultur-Kapelle für private Gesellschaften zur Verfügung stellen.