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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Qual der Wahl beim Gründungsdatum

11.03.2017

Nordenham Im Rüstringer Heimatbund gibt es zwar viele ausgewiesene Kenner der Regionalgeschichte, aber auch für die ist nicht ganz einfach gewesen, das genaue Gründungsdatum ihres Vereins herauszufinden. Denn für dieses bedeutende Ereignis kommen verschiedene Termine in Betracht. Letztlich einigten sich die Heimatforscher auf den 6. April 1892. An jenem Mittwoch kamen im Friesischen Hof in Nordenham die Obermänner des „Rustringer Heimathbundes“ zusammen, um einen Vorstand zu wählen.

Reine Männerrunde

Zur Führungsriege der ersten Stunde gehörten der Blexer Gemeindevorsteher Christian Mengers (1. Vorsitzender), der aus Klippkanne bei Brake stammende Landwirt Wilhelm Kloppenburg (2. Vorsitzender), der Nordenhamer Kaufmann Edo Hitzen (Schriftführer) und der in Pumpe bei Stollhamm wohnende Landwirt Peter Cornelius (Schatzmeister).

Als Gründungsdatum hätte aber auch der 12. März 1892 in Betracht kommen können. Laut alter Protokolle fand an dem Tag die konstituierende Versammlung des „Vereens für Heimathkunn“ statt, der zu dem Zeitpunkt schon 110 Mitglieder hatte. An dieser Zusammenkunft nahm auch der Marschendichter Hermann Allmers (1821-1902) aus Rechtenfleth teil. Der Landwirt, Schriftsteller und Heimatkundler von der anderen Weserseite hatte den Anstoß für die Gründung des Nordenhamer Vereins gegeben und über seine freundschaftlichen Verbindnungen im Butjadinger Land den Weg dafür bereitet.

In der konstituierenden Sitzung las Hermann Allmers ein Gedicht vor, das er dem Heimatbund gewidmet hatte. In der Niederschrift von damals ist notiert, dass es für das „Rustringerlied“ viel Beifall gab und dem Dichter „ein dreifaches Hoch gebracht wurde“.

Weitere besondere Termine in der Entstehungsphase des Rüstringer Heimatbundes waren die Eröffnungsfeier am 8. Mai und ein halbes Jahr zuvor eine Versammlung am 3. November 1891, bei der ein Ausschuss bestimmt wurde, der die Vereinsstatuten ausarbeiten sollte. Auch der Zweck des Vereins wurde da schon festgelegt: „...welcher sich zur Aufgabe stellt, das Interesse für Heimathkunde zu beleben.“

Dass Hermann Allmers auch nach der Vereinsgründung die treibende Kraft des Heimatbundes blieb, ist in vielen Schriftstücken dokumentiert. Der Rechtenflether hatte ein leidenschaftliches Interesse an der Geschichte und Kultur der Marschenregion. Mit unermüdlichem Einsatz sorgte er zunächst dafür, dass 1882 der Heimatbund der Männer vom Morgenstern auf seiner Weserseite aus der Taufe gehoben wurde.

Zehn Jahre später folgte in der Wesermarsch der Rüstringer Heimatbund, den Hermann Allmers am liebsten „Bund der Männer von der Friedeburg“ genannt hätte. Mit diesem Vorschlag konnte er sich allerdings nicht durchsetzen. Die Gründungsväter – Frauen durften damals nicht mitwirken – bevorzugten stattdessen einen Namen, der dem alten friesischen Gau Rüstringen gewidmet ist.

In beiden Vereinen hatte Hermann Allmers großen Einfluss. Im Rüstringer Heimatbund machte er sich besonders dafür stark, dass die Wurten erforscht werden und in Blexen ein Denkmal zur Erinnerung an die Franzosenzeit entsteht. Auch die Archivarbeit lag ihm am Herzen. Zur Gründung schenkte er dem Nordenhamer Verein einen mit Schnitzereien verzierten Schrank zur Aufbewahrung von Büchern und anderen Schriftstücken.

Selten auf Platt

In einem Widerspruch zu seinem ausgeprägten Heimatbewusstsein stand Hermann Allmers’ Einstellung zur plattdeutschen Sprache. Er war davon überzeugt, dass die niederdeutsche Mundart keine Zukunft habe und bald „unrettbar verschollen“ sein werde. Hermann Allmers griff daher in seinen Werken auch nur selten auf die Heimatsprache zurück: „Meine wenigen plattdeutschen Gedichte sind eigentlich nur Kunstprodukte, keine Herzensklänge.“

Norbert Hartfil Redaktionsleitung Nordenham / Redaktion Nordenham
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