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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Discothek: Riesenspaß beim großen AC-Schwindel

21.11.2013

Nordenham Wenn Joachim Riese an die alten Zeiten zurückdenkt, dann fangen seine Augen an zu leuchten. Nein, ein Kind der Achtziger ist er nicht. Aber der 65-Jährige hat in gewisser Weise die Jugendzeit vieler Nordenhamer geprägt, für die das Atlantic City eine Art zweites Zuhause war. Von 1972 bis 1989 war das AC einer der Treffpunkte für junge Leute in Nordenham. Joachim Riese erinnert sich gerne an diese Zeit. Er war dort Mitinhaber und Discjockey. Und er kann jede Menge Geschichten erzählen.

1972 gründete Joachim Riese gemeinsam mit Jochen Troch das AC. Die beiden mieteten sich den Saal im Norddeutschen Hof an der Peterstraße und verwirklichten dort ihren Traum von einer eigenen Disco. Die Einrichtung war spartanisch. Die Technik nach heutigen Maßstäben ein Relikt aus der Steinzeit. Zwei Plattenspieler, ein Mischpult, eine Steueranlage für das Licht. Vier Boxen beschallten die Tanzfläche vor der Bühne.

Gentlemen & Lady

Immer sonnabends trat die Gruppe Gentlemen & Lady auf, eine Coverband so wie Prime Time heute. Die Idee lautete: Live-Musik im Wechsel mit angesagten Titeln vom Plattenteller. „Wir wollten die etwas ältere Generation ansprechen, die auch mal ein bisschen Geld in die Hand nimmt“, sagt Joachim Riese. Aber er gesteht, dass dieses Konzept nicht aufging. „Wir mussten die Strategie ändern.“ Fortan setzte das AC auf ein junges Publikum. „Und so haben wir in kurzer Zeit den Durchbruch geschafft.“

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Live-Auftritte waren deshalb aber nicht vom Tisch. Viele Nordenhamer Bands traten im AC auf. Aber auch internationale Künstler: Long Tall Ernie And The Shakers zum Beispiel. Oder John Kincade, Peter Petrel, Eruption und Linda & The Funky Boys. Frank Farian war viermal im AC zu hören. Den größten Coup landeten Jochen Troch und Joachim Riese im Sommer 1977. „Wollt ihr Boney M. haben? Ihr müsst euch aber sofort entscheiden“, bot der Bandmanager die Gruppe an, die damals fast so angesagt war wie heute Lady Gaga. Joachim Riese griff zu. So spielte Boney M. an einem Dienstag vor rund 1000 Besuchern – allerdings nicht im AC, sondern in der Friedeburg.

An einen Auftritt im AC erinnern sich Joachim Riese und sein damaliger DJ-Kollege Helmut Dietrich mit besonderem Vergnügen. Mit großem Tamtam kündigten die beiden 1975 die kanadische Band „Wild Confusion“ an. Weil die beiden DJs so unverfrorenen vollmundig von einer Sensation für Nordenham sprachen, war der Laden rappelvoll. Schließlich stellten sich Joachim Riese und Helmut Dietrich als Cowboys verkleidet auf die Bühne und speisten das Publikum mit einer Art Playback-Show ab. „Aber übel genommen hat uns das keiner“, sagt Helmut Dietrich, „die Leute hatten einen Riesenspaß.“

Zum neuen Konzept, das vor allem junge Leute ansprechen sollte, gehörte auch ein Billardtisch. „Außerdem waren wir die erste Disco in Nordenham, in der es Telespiele gab“, erzählt Joachim Riese.

Joachim Riese erlebte auch den Umbruch in der Discoszene. Der Nordenhamer führt ihn vor allem auf den amerikanischen Film „Saturday Night Fever“ zurück, der 1977 in den Kinos lief. Der Film spielte in einer Disco mit ziemlich edler Ausstattung, die völlig im Gegensatz zum schlichten AC-Ambiente und dem abgenutzten Mobiliar stand. Joachim Riese glaubt, dass sich infolge des Tanzfilms die Ansprüche der Discogänger verändert haben. Mahagoni statt Sperrholz: Mit zeitlicher Verzögerung setzte sich dieser Trend auch in der deutschen Discoszene durch. „Wir mussten darauf reagieren“, erinnert sich Joachim Riese. 1981 wurde das AC umgebaut.

Neue Musiktrends

Auch die Musik änderte sich. In den Siebzigern drehten sich Rock- und Popscheiben auf den Plattentellern. In den Achtzigern wurde viel Musik speziell für die Disco­theken produziert: Donna Summer und Barry White sind für Joachim Riese gute Beispiele dafür.

Später kam die Neue Deutsche Welle dazu. Nena ließ ihre „99 Luftballons“ fliegen. Markus wollte Spaß und gab Gas. Das AC passte sich diesen Musiktrends an. Auch die Technik wurde immer aufwendiger.

Jens Milde Nordenham / Redaktion Nordenham
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