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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Aufführung: Plattdeutsches Theater in der Kirche

12.02.2020

Rodenkirchen In Stadland gibt es eine weitere Spielstätte für plattdeutsches Theater: die St.-Matthäus-Kirche in Rodenkirchen. Etabliert wird sie am Sonnabend, 15. Februar, mit einer Aufführung des Theatervereins Spiel-Art, der anspruchsvolles niederdeutsches Schauspiel zeigt – zum Auftakt ein Zwei-Personen-Stück: „Nacht, Mudder“.

Der Kirchenraum biete sich für ein Kammerspiel geradezu an, sagt der Regisseur Thomas G. Willberger, den viele noch mit seiner Inszenierung „Dude und Gerolt“ verbinden, die der Verein Freilicht-Spektakel Stadland präsentiert hatte.

Die Aufführung beginnt um 19 Uhr und dauert eine gute Stunde. Zu sehen ist die Wiederaufnahme einer Erstaufführung in niederdeutscher Sprache. Das Stück heißt im Original „Night, Mother“ und stammt aus der Feder von Marsha Norman, einer der wichtigsten amerikanischen Dramatikerinnen der Gegenwart. Das Stück, das sich offen mit dem Thema Suizid beschäftigt, erhielt 1983 den Pulitzer-Preis in der Kategorie Drama; es wurde mit zahlreichen weiteren renommierten Preisen ausgezeichnet, als Film produziert und in mehr als 20 Sprachen übersetzt.

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Die plattdeutsche Übertragung stammt von Inske Albers-Willberger, der Frau des Regisseurs. Sie spielt auch eine der beiden Rollen – die der dominanten Mutter Selma Carstens. Nachdem der Mann gestorben und der Sohn ausgezogen ist, lebt sie allein, bis die Tochter Jule (Kerstin Umierski) nach einer gescheiterten Beziehung zurückkehrt.

In ihrer Selbstbezogenheit, ihrem Egoismus und ihrer Unfähigkeit, Jule ein selbstbestimmtes Leben zuzugestehen, schafft Selma Abhängigkeiten für sich selbst und ihre seit der Kindheit an epileptischen Anfällen leidende Tochter. Zehn Jahre geht das so, bis die kontaktarme Jule sich für den ultimativen Ausweg entscheidet.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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