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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

„Ich bin ein Vollblutmusiker“

15.01.2018

Rodenkirchen „Ich bin ein Vollblutmusiker – ohne Musik läuft gar nichts“, sagt Alfons Faß. Er möchte auch andere für Musik begeistern. Jüngst dürfte ihm das mit seiner Konzertmesse „Missa Jubilate Deo“ gelungen sein. Die Messe wurde im November vor vollen Rängen in der Rodenkircher St.-Matthäus-Kirche uraufgeführt.

Doch Alfons Faß möchte sein Publikum am liebsten dazu bringen, auch selbst Musik zu machen. So rief er, kurz nachdem er 2013 mit seiner Frau, Pastorin Birgit Faß, nach Stadland gezogen war, den St.-Matthews-Choir in Rodenkirchen ins Leben. „Wir haben den Chor mit fünf Leuten gegründet. Den ersten Auftritt hatten wir im Februar 2014, da waren wir schon 27 Leute“, freut sich der heute 69-Jährige. Mit derzeit 29 Mitgliedern hat er diesen Schnitt gehalten. „Wir arbeiten ohne Druck“, betont der Chorleiter, so bleibt auch bei den Proben immer Zeit für einen Klönschnack oder eine Tasse Kaffee. Schließlich soll die Musik Spaß machen.

Inzwischen leitet Alfons Faß auch den St.-Matthäus-Kirchenchor. Als die damalige Chorleiterin und Kirchenmusikerin Lydia Jung erkrankte, übernahm Alfons Faß den Chor vertretungsweise – wie auch die Singgemeinschaft Rodenkirchen. Als die Kirchenmusikerin fit genug war, die Chorarbeit wieder aufzunehmen, einigten sich die beiden darauf, dass Alfons Faß die Leitung des Kirchenchores dauerhaft übernehmen sollte. 14 Mitglieder hat der Chor zurzeit.

Alfons Faß rührt gerne die Werbetrommel für die Chöre. „Meistens behaupten die Leute, sie könnten nicht singen“, berichtet er schmunzelnd. „Aber jeder kann es lernen“, ist er sich sicher, denn auch große Opernsänger müssen regelmäßig üben. Einmal in der Woche probt er mit seinen Chören: der St.-Matthews-Choir montags, der Kirchenchor mittwochs. „Vor Konzerten üben wir natürlich öfter“, sagt der Chorleiter.

Mit den Proben ist seine Arbeit aber nicht getan. Er ist verantwortlich für die Musikauswahl. „Ich suche die passenden Arrangements und das Notenmaterial heraus. Dann schreibe ich die Stücke so um, dass sie für den Chor passen“, berichtet er.

Arbeit am Computer

Begleitet werden die Chöre von einem „elektronischen“ Orchester. Jedes Musikinstrument spielt der Chorleiter auf seinem Keyboard ein. Am Computer setzt er die Tonspuren zusammen.

Nach der „Missa Jubilate Deo“ arbeitet Alfons Faß bereits an seinem nächsten großen Werk, das die Schöpfung zum Thema haben wird. Wenn ihn die Musik vereinnahmt, kann er auch mal einen ganzen Tag damit verbringen. „Manchmal fange ich um 10 Uhr an und höre erst um 23 Uhr auf“, erzählt er. Schließlich könne er diese Arbeit nicht einfach unterbrechen.

In Kirchengemeinde aktiv

Ganz nebenbei ist er – auch durch die Arbeit seiner Frau – in der Kirchengemeinde aktiv. Er begleitet Gottesdienste, organisiert Videovorführungen und übernimmt Arbeiten, die eben gemacht werden müssen, wie zum Beispiel das Rasenmähen auf dem Kirchengelände. Außerdem betreut er die Homepage der Kirchengemeinde und der Chöre. „Das nimmt viel Zeit in Anspruch, aber es dienst ja auch der Bevölkerung“, meint Alfons Faß.

Während der Flüchtlingswelle 2015 war er auch in diesem Bereich aktiv. Er hat Flüchtlingsfamilien betreut, begleitete sie bei Behördengängen und fuhr mit ihnen zu Anhörungen bei der Ausländerbehörde in Braunschweig. „In der Zeit, in der die Familien noch kein Wort Deutsch gesprochen haben, war das natürlich schwierig“, sagt Alfons Faß, doch irgendwie konnten sie sich immer verständigen. Inzwischen brauchen die Familien kaum noch seine Hilfe. „Sie sind in Deutschland angekommen“, freut er sich. Doch sollten wieder mehr Flüchtlingsfamilien nach Stadland kommen, würde er sofort wieder eine Betreuung übernehmen, sagt er. Denn „es gibt nichts Schöneres als statt in verzweifelte in strahlende Augen zu sehen“, findet der 69-Jährige.

Auch mit seiner Musik möchte er die Augen der Menschen – seiner Sänger wie auch die des Publikums – zum Strahlen bringen. Denn gerade in der heutigen Zeit komme die Musik in den Familien oft zu kurz, bedauert der Chorleiter. Dabei könne Musik so viel geben. Wer selbst musiziert, beanspruche das gesamte Gehirn, ist sich der Musiker sicher.

Merle Ullrich
Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2202

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