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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Mit Erich Honeckers Lieblingsinstrument

04.04.2018

Rodenkirchen „Erich Honeckers Lieblingsinstrument“ – so nennt Andreas Decker scherzhaft die Schalmei. Sie spielt seit etwa 15 Jahren im Jugend- und Musikzug Rodenkirchen eine tragende Rolle, dessen Vorsitzender Decker ist. Jetzt besteht der Musikzug 50 Jahre, und dass soll am dritten April-Wochenende groß gefeiert werden.

Party mit Bernd Bohlen

Für Sonnabend, 21. April, bereiten die Musikanten eine öffentliche Jubiläumsparty vor. Sie beginnt um 19 Uhr in der Markthalle mit Ansprachen – unter anderem von Bürgermeister Klaus Rübesamen – und Ehrungen. Anschließend wird zur Musik des Blexer Disc-Jockeys Bernd Bohlen getanzt. Der Eintritt ist frei.

Die Faszination der mobilen Orchester – der Marching Bands, wie die Engländer sagen – soll am Sonntag, 22. April, auf das Publikum überspringen. Andreas Decker hat ein gutes Dutzend Musikzüge aus der näheren und weiteren Umgebung zu einer großen Show eingeladen. Gegen 13.15 Uhr nehmen sie in einem kleinen Sternmarsch von der Gartenstraße, der Schulstraße und dem Rathaus Kurs auf die Markthalle.

Dort beginnt um 14 Uhr eine Show, bei der sich jeder Musikzug etwa eine Viertelstunde lang vorstellen kann. Gegen 18 Uhr setzt das große Finale dem Konzert die Krone auf: Alle Musikzüge treten gemeinsam auf dem Marktplatz auf. Dass an dem Wochenende auch das Frühlingsfest, ein kleiner Jahrmarkt, gefeiert wird, sieht Andreas Decker eher als Vorteil: Zuschauer und Teilnehmer der Musikshow können zwischendurch einen kleinen Marktbummel unternehmen.

Die weiteste Anreise unter den Musikzügen haben die Freunde aus der brandenburgischen Hauptstadt Potsdam, die das ganze Wochenende in Rodenkirchen verbringen. Zugesagt haben außerdem die Musikzüge Burgdorf Ovelgönne, Neuenkoop-Köterende und Sillenstede, die Marchingband Brake, der Fanfaren- und Spielmannszug Seefeld, die drei Musikzüge aus Elsfleth und der Spielmannszug Friedeburg. Die Gastgeber treten gleich doppelt auf: in der aktuellen Formation mit Schalmeien und als Ehemaligen-Gruppe ohne diese Instrumente.

Gegründet wurde der Musikzug im April 1968 als Spielmannszug der Verkehrswacht Rodenkirchen. Deren damaliger Erster Vorsitzender Karl Böning und der Rodenkircher Gemeindedirektor Heinrich Ficke hatten die Initiative ergriffen. Die Ortsverkehrswacht gibt es schon lange nicht mehr, aber das Orchester besteht ohne sie weiter.

Andreas Decker trat 1982 als Neunjähriger ein. Das galt damals als übliches Alter, erzählt er: „Die neuen Mitglieder sollten das Bruchrechnen beherrschen, denn es gibt ja nicht nur ganze Noten, sondern auch halbe, Viertel- oder Achtelnoten.“ Inzwischen sehen die Musikzüge das nicht mehr ganz so eng.

Vorsitzender war damals Gerriet Stoll, an den sich viele Rodenkircher noch erinnern. Vor 20 Jahren übernahm Andreas Decker, damals 24, den Vorsitz von Ralf Strahlmann.

Wie einst im Osten

2003 bekam die Kapelle einen neuen musikalischen Leiter: Steffen Timming aus Oldenburg. Er leitete eine Wende ein, die den Musikzug bis heute prägt: Als gebürtiger DDR-Bürger und Untertan des Staats- und Parteichefs Erich Honecker hatte er in einem Schalmeienzug gespielt. Und auch in Rodenkirchen dirigierte er den Umstieg von Querflöten und Trompeten auf den Vorläufer der Oboe. Das hatte vor allem praktische Gründe, wie Andreas Decker erzählt: Die Schalmei ist schneller zu erlernen. Kinder, die Querflöte oder Trompete beherrschen wollen, müssen zwei Jahre investieren – im Grundschulalter eine furchbar lange Zeit.

Henning Bielefeld
Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2203

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