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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Acht Jahre harte Haft für einige Einbrüche

09.02.2019

Rodenkirchen Im Vergleich zu heute war das 19. Jahrhundert auch in Rodenkirchen eine gemütliche Zeit. Im Vergleich zu den Jahrhunderten davor brachte es jedoch rasante Veränderungen. Das machte Dr. Jens Schmeyers, der Autor der neuen Rodenkirchen-Chronik, in der Jahreshauptversammlung des Kirchbauvereins deutlich.

Deutsch bis ins Mark

Mit dem Initiator Ummo Wedelich stellte er ein weiteres Kapitel aus dem Werk vor, das im Herbst als Jahresgabe des Rüstringer Heimatbundes erscheint. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts waren die Rodenkircher in kurzer Folge Oldenburger, Holländer und Franzosen, am Ende waren sie deutsch bis ins Mark.

Weil die politische Modernisierung ausblieb, brach sich die Frustration in übersteigertem Nationalismus Bahn, erläuterte Jens Schmeyers. Zu Beginn des 19. Jahrhunderts bestand das heutige Rodenkirchen noch aus den auseinander liegenden Dörfer Rodenkirchen, Absen, Strohausen und Hartwarden; am Ende des Jahrhunderts waren sie zusammengewachsen.

Der Maire regiert

Den ersten Modernisierungsschub brachten ab 1810 die Franzosen, die die Kirchenbücher durch Zivilstandsregister ersetzten, die der Bürgermeister, auf Französisch Maire genannt, führte. Nach der Rückkehr der alten Landesherrschaft 1813 wurden Geburten, Taufen, Hochzeiten und Todesfälle wieder in den Kirchenbüchern vermerkt – bis Bismarck das endgültig abschaffte.

Die Gemeinde wurde von einem Vogt geführt, der ehrenamtlich tätig war – also reich genug sein musste, um sich diesen Posten überhaupt leisten zu können. Die Strafgesetze wurden massiv verschärft – vor allem für Eigentumsdelikte. So wurde ein Rodenkircher Kahnschiffer in den 1820er Jahren wegen mehrerer Einbruchdiebstähle zu acht Jahren Strafarbeitshaus verurteilt. Verschärft wurde die Strafe in jedem August, wenn der Arme weniger zu essen bekam und dazu 40 Peitschenhiebe erhielt.

Im Revolutionsjahr 1848 gab es auch in Rodenkirchen politische Versammlungen, doch das alte System überlebte noch einmal und lenkte den Überdruss der Untertanen auf äußere Feinde. Viele machten das freudig mit, wie das zweitägige große Kriegerfest im Juni 1900 zeigte.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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