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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Ein lebendiges Bild alter Musik

26.02.2019

Rodenkirchen Eine gute Resonanz hat am Sonntagnachmittag das Konzert des Collegium Vocale Jever in der St.-Matthäus-Kirche zu Rodenkirchen gefunden. Viele Musikliebhaber waren gekommen, um den erst 2016 gegründeten Projektchor mit einem anspruchsvollen Programm zu hören.

Lebendig interpretiert

Unter der Leitung des Gründers und Dirigenten Simon Kasper präsentierten die jungen Sängerinnen und Sänger ein Programm aus Motetten, Chorälen sowie Orgelmusik aus dem 17. und 18. Jahrhundert.

Bereits die ersten Töne dieses erinnerungswürdigen Konzertes aus der Motette „Selig sind die Toten“, SWV 391 von Heinrich Schütz (1585 bis 1672), machten deutlich, dass an diesem Nachmittag neben einem sehr homogenen Chorklang lebendige Interpretationen von meist unbekannten Werken alter Meister zu erwarten waren.

Dem Chor begleitend zur Seite stand an diesem Nachmittag Thorsten Ahlrichs, Kreiskantor aus Ganderkesee, der sehr kurzfristig bereit war, den einen Tag zuvor erkrankten Orgelsolisten Markus Nitt aus Wilhelmshaven zu vertreten. Die von ihm zur Basso- Continuo-Begleitung des Chores gespielte Truhenorgel fügte sich perfekt in den ausgewogenen Klang des motivierten Chores ein.

Klar, durchsichtig und mit meditativer Ausstrahlung zog die Aufführung dieser frühen Motette das Publikum sogleich in ihren Bann.

Obwohl die musikalischen Stilelemente – beispielsweise imitatorische oder dialogische Einsatze der verschiedenen Stimmen, auch längere melismatische Passagen auf ausgehaltenen Orgeltönen oder auch die Gleichwertigkeit unterschiedlicher Melodien, die nebeneinander mit verschiedenen Texten gesungen wurden – in mehreren Werken zu hören waren, gelang es den Sängern unter dem souveränen Dirigat ihres Leiters durch ausdrucksstarke dynamische Bögen und gute Textverständlichkeit ein lebendiges Bild dieser alten Kirchenmusik darzubieten.

Arp Schnittgers Freund

Zu den aufgeführten Chorwerken an diesem Nachmittag gehörten unter anderem die vierstimmigen Motetten „Alles Fleisch ist wie Gras“ von Johann Adam Hiller (1728 bis 1804) und „Dennoch bleibe ich stets an dir“ von Gottfried August Homilius (1714 bis 1785). Natürlich durfte in diesem Reigen nicht ein Werk aus der Feder von Johann Sebastian Bach (1685 bis 1750) fehlen. Aus seinem Oeuvre war die Kantate „Komm, Jesu, komm“, BWV 229, mit feinfühliger Dynamik und barocker Leichtigkeit in der idealen Akustik der St.-Matthäus-Kirche zu hören.

Thorsten Ahlrichs hatte sich nicht nur in seiner kurzfristigen Vertretung an der Orgel für die Continuo-Begleitung des Chores verpflichtet, sondern übernahm ebenfalls das solistische Programm an der Orgel. Mit verschiedenen Registrierungen bei der Aufführung des Präambulum ex E, LübWV 7, von Vincent Lübeck (1654 bis 1740), einem engen Freund des berühmten Orgelbauers Arp Schnittger, und dem Präludium und Fuge in C-Dur, BWV 547 von Johann Sebastian Bach demonstrierte Thorsten Ahlrichs nicht nur die Klangschönheit der Kirchenorgel, sondern auch die Lebendigkeit und Kraft dieser jahrhundertealten Musik.

Nach etwas über einer Stunde war das musikalische Eintauchen in die Welt sakraler Chor- und Orgelmusik vorbei. Langanhaltender Applaus des begeisterten Publikums bescherte noch eine kleine Zugabe, die das Programm harmonisch abrundete.

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