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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

Ärger um große Attraktionen

05.08.2017

Rodenkirchen Das Feuerwerk ist alle Jahre wieder ein aufregender Ausklang des Rodenkircher Marktes. Doch diesmal erregt es schon Wochen vor der Eröffnung des Volksfestes einige Gemüter, denn Marktmeister Hannes Miek hat den Bewohnern von zehn Häusern in der Nähe des neuen Abbrennplatzes empfohlen, Wohnung und Grundstück während des Spektakels am Dienstagabend aus Sicherheitsgründen zu meiden. Das ist bei den Betroffenen gar nicht gut angekommen.

Jetzt will Hannes Miek die Aufregung dämpfen und bietet den Betroffenen ein Gespräch mit dem Feuerwerker an. Nach seinen Angaben handelt es sich um etwa zwei Dutzend Bürger. Ein Termin ist aber noch nicht vereinbart worden.

Wie Hannes Miek erläutert, soll der Abbrennplatz zur Ladestraße verlegt werden; bisher wurde das Feuerwerk unweit der Raiffeisen-Warengenossenschaft gezündet. Mit dem neuen Platz soll es weniger Beeinträchtigungen außerhalb des Marktplatzes geben. Dazu soll auch beitragen, dass es in geringerer Höhe abgebrannt wird. Im Gegenzug soll es opulenter werden, verspricht Bürgermeister Klaus Rübesamen.

Post kommt zu spät

Das Gemeindeoberhaupt nimmt seinen Mitarbeiter in Schutz. Ein wesentliches Problem sei die schlechte Zustellqualität der Post. Miek hatte die Briefe an die Bürger nach eigenen Angaben am 17. Juli abgeschickt und ihnen eine Einspruchsfrist bis zum 21. Juli eingeräumt. Die Briefe kamen aber erst am 22. Juli an. Das brachte die Betroffenen mindestens so auf wie der Inhalt der Briefe. Fünf Bürger ließen den Marktmeister ihren Ärger spüren: je zwei per Brief und per E-Mail und einer mündlich.

Dazu kamen mehrere Schmähungen auf der Internet-Plattform Facebook – und zwar nicht von Betroffenen, sondern von Trittbrettfahren, wie Klaus Rübesamen betont, der sich gegen diese Kritik an seinem Mitarbeiter verwahrt.

Schlechte Nachrichten gibt es auch in Bezug auf eine andere Attraktion des Marktes: Das Riesenrad „Around the World“ kommt in diesem Jahr nicht. Damit muss der Markt auf sein 50 Meter hohes Wahrzeichen verzichten. Der Betreiber Otto Cornelius aus Wallenhorst bei Osnabrück verzeichnet sinkende Einnahmen und will deshalb nur noch in jedem zweiten Jahr nach Rodenkirchen kommen. „Das ist eine Regelung, die ich für andere Märkte auch schon getroffen habe, weil es dort ganz ähnlich aussieht“, sagte Otto Cornelius, als ihn die NWZ am Freitag in Husum erreichte. „Damit sind die Märkte besser bedient, als wenn ich die jährlichen Auftritte durchziehe und nach vier Jahren ganz wegbleibe, weil es sich gar nicht mehr lohnt.“

Kaum Alternativen

Marktmeister Hannes Miek, der die Absage schon zu Beginn des Jahres bekommen hatte, muss dazu gute Miene machen, denn Alternativen gibt es seinen Angaben zufolge kaum. Nur wenige Riesenräder touren überhaupt durch den Norden, und diese wenigen weisen eine zu große Grundfläche auf. Und das Bayernrad, das in den vergangenen Jahren anstelle des Riesenrades gekommen war, sei nicht mehr unterwegs.

Zu den Vorzügen des Riesenrades zählt, dass es für die Windlastzone 4 zugelassen ist, zu der Rodenkirchen zusammen mit anderen Märkten an der Nordsee gehört. „Diese Windlastzone macht uns zunehmend Probleme“, stöhnt Miek. Zwar sind auch die Festzelte inzwischen so getrimmt, dass sie den Anforderungen genügen, aber viele Fahrgeschäfte eben nicht. Und die Lage wird nicht besser, denn für die Schausteller lohne sich die Investition kaum, auch wenn sie relativ überschaubar sei, denn es gebe genügend Märkte in den Windlastzonen 2 und 3. Dadurch werde der Pool an attraktiven Fahrgeschäften kleiner.

Nach Auskunft von Hannes Miek ist die Windlastzone 4 eine EU-Verordnung, die Deutschland als einziges Land in die nationale Rechtsprechung überführt habe. Die Niederlande, in denen es nicht an Wind mangelt, hätten sie schlicht ignoriert.

Henning Bielefeld
Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham
Redaktion Nordenham
Tel:
04731 9988 2203

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