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NWZonline.de Region Wesermarsch Kultur

„So bin ich, und so bleibe ich auch“

18.01.2019

Rodenkirchen Ihr Name ist Edelgard. Edelgard Jabben. Aber das weiß nicht jeder, auch wenn sie in Rodenkirchen so ziemlich jeder kennt. „Edelgard, das klingt so vornehm, das passt gar nicht zu mir“, sagt sie. Und deshalb nennt sie sich Muckel.

Dorf soll schöner werden

Und alle anderen nennen sie auch so. Muckel ist in Rodenkirchen eine Institution. Sie hat kein Amt und keine Funktion, aber eine Mission: Sie kümmert sich. Rodenkirchen soll schöner werden, weil sie sich hier zu Hause fühlt. Dabei dreht sie ausdauernd und mit wachsendem Erfolg an vielen kleinen Schrauben.

Deshalb ist sie jetzt als Kandidatin für die Aktion Mensch des Jahres nominiert worden, die NWZ und Oldenburgische Landesbank gemeinsam veranstalten. Nominiert worden ist sie übrigens von der Frau des Jahres 2018: Hella van der Velde.

Auch ihr persönlich schickte Hella van der Velde eine Karte: „Danke, Muckel, dass Du Rodenkirchen so bunt machst!“ Und die Rodenkircherin Doris Christoffers schrieb ihrer „lieben Lieblingstante“ eine Karte. „Du hinterlässt Spuren, überrascht Menschen, bist fleißig und versprühst gute Laune.“

Damit fühlt sich Muckel gut getroffen: „So bin ich eben, und so bleibe ich auch.“

Gebürtig stammt sie aus Schwei. 24 Jahre lang leitete sie den legendären Gasthof Jabben in Südbollenhagen: „Da musst du tolerant und spontan sein.“ Vor 15 Jahren ging sie nach Rodenkirchen, weil dort ihre Mutter – sie ist inzwischen verstorben – wohnte; auch ihre Schwester lebt in Rodenkirchen. Ihre beiden Töchter und die fünf Enkel wohnen in Jaderberg und Nethen bei Rastede.

Muckels Markenzeichen ist ihr geschmücktes rotes Fahrrad. Nahezu täglich ist sie damit unterwegs und dreht zumindest das, was „meine Ortsrunde“ nennt. Nicht nur gelegentlich unternimmt sie auch größere Touren: nach Wilhelmshaven, nach Wechloy oder Bad Zwischenahn, jeweils rund 110 Kilometer. Ihr jetziges Rad hat sie im vergangenen Juni gekauft und damit schon 8000 Kilometer zurückgelegt.

Als sie noch auf dem alten Fahrrad unterwegs war, fiel ihr auf, dass die „Willkommen in Rodenkirchen“-Schilder ziemlich versifft aussahen. Statt den Bauhof zu beschimpfen, griff sie zu Wasser und Lappen und machte die Schilder selbst sauber.

Klappstühle aufgestellt

Dann begann sie, einfache Klappstühle frisch anzumalen, aufzustellen und mit Blumen zu schmücken. In Absersiel, beim Rathaus und bei der Polizei, beim Schreibwarenladen und am Marktplatz stehen sie. Selbst im Januar ragen bunte Blüten aus dem Grün. Muckel ist nicht nur mit Schönheitssinn gesegnet, sondern auch mit einem grünen Daumen.

Und es freut sie, dass nichts davon beschädigt worden ist. Zusammen mit ihrem Freund ist sie bei vielen Feten. „Ich kenne viele junge Leute. Die wissen, wer das aufgestellt hat.“

Ungefähr zu der Zeit, als sie das neue Rad bekommen hatte, fing sie an, Müll aus dem öffentlichen Raum zu schaffen. Den Anstoß dazu gab ihr die Umweltaktion des Angelvereins, bei der sie acht Säcke mit Müll füllte. Jetzt sammelt alle zwei Tage Unrat ein – nach Silvester auch abgebrannte Knallkörper. „Ich habe den Eindruck, dass es fruchtet“, sagt sie. „Die Leute werfen schon weniger weg.“

Dabei gehört sie dem Angelverein gar nicht an. Aber dem Pfingstbaumclub und Bürgerverein Achterdorp –  obwohl ihr Haus an der Huntestraße steht. Sie hat die Kinder des Vereins zum Zelten an den Silbersee begleitet, und jedes Jahr dreht sie für den Motivwagen zum Umzug beim Rodenkircher Markt Rosen. „Das ist so gesellig.“

Dem Vorsitzenden Rolf Mannott hat sie zum Dank für seine Arbeit in der Adventszeit selbst gebackene Quarkbällchen gebracht – genau wie einigen Geschäften. Einmal hat Muckel sogar eine Spende bekommen: 10 Euro. Die hat sie gleich in Blumen für ihr Lieblingsdorf investiert.

Henning Bielefeld Stadland und stv. Leitung Redaktion Nordenham / Redaktion Nordenham
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